GfK-Prognose Kaufkraft-Boom 2008 - Deutsche werden wieder reicher

2008 ist Schluss mit sinkenden Reallöhnen: Die Kaufkraft der Deutschen wächst viel stärker als die Inflation. Im Schnitt hat jeder 700 Euro mehr in der Tasche, ergibt die neue GfK-Prognose - die auch Deutschlands aktuelle Wohlstands- und Problemregionen enthüllt.


Berlin - Die Kaufkraft der Deutschen wird 2008 um durchschnittlich etwa 700 Euro steigen. Das ergibt die neue Prognose der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für das kommende Jahr. Die Kaufkraft wächst demnach um rund 3,8 Prozent und damit deutlich stärker als die Inflation, die auf rund zwei Prozent geschätzt wird.

Für Lebensunterhalt und Konsum hat der Studie zufolge jeder Bürger 2008 im Schnitt 18.734 Euro zur Verfügung. Schon in der vergangenen Woche hatte eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergeben, dass die Reallöhne steigen werden - erstmals seit Jahren. In diesem Jahr werden wegen der hohen Inflation Reallohn-Verluste erwartet.

Die GfK schlüsselt im Detail auf, in welchen Regionen Deutschlands der Wohlstand am größten und geringsten ist (siehe Grafiken und Tabellen). Es gibt ein teils drastisches Süd-Nord- und West-Ost-Gefälle. Vorne liegt vor allem die Region München, dahinter Frankfurt am Main. Starnberg ist der wohlhabendste deutsche Landkreis: Dort hat jeder Einwohner 27.283 Euro Kaufkraft - 45,6 Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. Knapp dahinter der Hochtaunuskreis (27.192 Euro) und der Main-Taunus-Kreis (26.000) in Hessen, gefolgt von München (Landkreis: 25.931, Stadt: 25.696).

In der Bundesländer-Rangliste ist Bayern 2008 das wohlhabendste Land (20.340 Euro): "In mehr als einem Viertel aller bayerischen Stadt- und Landkreise liegt die durchschnittliche Kaufkraft zehn Prozent oder mehr über dem Bundesschnitt", stellen die Konsumforscher fest. Auch im benachbarten Baden-Württemberg liegt die Kaufkraft (20.026 Euro) konstant über dem gesamtdeutschen Schnitt.

Unter den Top-100-Landkreisen führen die bayerischen und baden-württembergischen Regionen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Einen Schwerpunkt bildet auch die Region um Hamburg. Ostdeutschland holt der Studie zufolge zwar auf, doch liegt die Kaufkraft pro Kopf in den neuen Bundesländern in allen Landkreisen nach wie vor unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen der GfK zufolge, dass es 2008 gute Voraussetzungen für mehr privaten Konsum gibt. Er könnte zu einer Säule des Aufschwungs werden: "Die Deutschen werden auch real mehr Geld zur Verfügung haben als in diesem Jahr und können höhere Ausgaben beispielsweise für Mieten, Sparrücklagen, Dienstleistungen oder den Konsum im Einzelhandel tätigen." Auch wenn in Deutschland keine mehrstelligen Wachstumsraten zu erreichen seien, "steigt der durchschnittliche Wohlstand konstant auf hohem Niveau", bilanzieren die Nürnberger Konsumforscher.

Basis der Berechnungen sind die Lohn- und Einkommensteuerstatistiken, Statistiken zur Berechnung der staatlichen Leistungen und Prognosen der Wirtschaftsinstitute.

Preissteigerung in Deutschland in Prozent

im Vergleich zum Vormonat im Vergleich zum Vorjahresmonat
November 07 0,4 3,0
Oktober 07 0,2 2,4
September 07 0,1 2,4
August 07 -0,1 1,9
Juli 07 0,4 1,9
Juni 07 0,1 1,8
Mai 07 0,2 1,9
April 07 0,4 1,9
März 07 0,3 1,9
Februar 07 0,4 1,6
Januar 07 -0,2 1,6
Dezember 06 0,8 1,4
November 06 -0,1 1,5

Quelle: Statistisches Bundesamt

kaz/Reuters/AP/dpa



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