Glänzendes Quartal Nokia setzt seinen Siegeszug fort

Die Erwartungen waren nicht eben gering. Für Nokia schienen sie dennoch eine leichte Übung zu sein. Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres übertraf der weltgrößte Handyhersteller die Prognosen deutlich.


Helsinki - Der Überschuss stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal von 845 Millionen auf 1,563 Milliarden Euro - ein Anstieg um knapp 85 Prozent. Die Prognosen hatten ein Plus von rund 1,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Das Ergebnis je Aktie verdoppelte sich beinahe von 0,21 auf 0,40 Euro - deutlich mehr als die Prognose von 0,34 Euro. Das operative Ergebnis erhöhte sich von 1,1 auf 1,862 Milliarden Euro, der Umsatz um rund 2,7 Milliarden auf 12,8 Milliarden Euro. Hier hatten die Analysten mit 12,993 Milliarden Euro gerechnet.

Nokia-Handys: Mit aggressiver Preispolitik gegen die Konkurrenz
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Nokia-Handys: Mit aggressiver Preispolitik gegen die Konkurrenz

Die guten Zahlen gehen vor allem von einem stark gestiegenen Handyabsatz von 111,7 Millionen Stück im abgelaufenen Vierteljahr zurück. Die Analysten waren von 108 Millionen ausgegangen, was immer noch weit über dem Vorjahreswert von 100,8 Millionen liegt. Grund für den starken Anstieg ist insbesondere der Verkauf von billigen Mobiltelefonen in den Schwellenländern Indien und China. Damit einher geht ein Verfall des Durchschnittspreises je Gerät (ASP) von 90 Euro im zweiten Quartal auf nun 82 Euro.

Durch die aggressive Preisgestaltung hat Nokia Chart zeigen auch wie erwartet seinen Marktanteil weiter auf nunmehr 39 Prozent ausgebaut. Im Vorquartal lag der Wert bei 38 Prozent und im Vorjahreszeitraum bei 36 Prozent. Analysten erwarten, dass das Unternehmen die 40 Prozent im laufenden vierten Quartal erreicht.

Für das kürzlich gegründete Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN) erwartet der Handykonzern weitere Einmalbelastungen. Die erwarteten Kosten seien auf etwas mehr als zwei Milliarden Euro gestiegen von ehedem 1,5 Milliarden Euro, teilte Nokia mit. Die zusätzlichen Belastungen sollen größtenteils im laufenden vierten Quartal verbucht werden. Bis zum Ende des dritten Quartals summierten sich die Belastungen auf 991 Millionen Euro.

Auf der anderen Seite erhoffen sich die Finnen Synergien aus der Zusammenlegung des eigenen Netzwerk-Geschäfts mit dem von Siemens Chart zeigen. Über die 1,5 Milliarden Euro hinaus, die bis zum Jahr 2008 erreicht werden sollen, habe Nokia weitere 500 Millionen Euro ausgemacht, hieß es. NSN hat seinen Verlust im Vergleich zum Vorquartal auf weniger als ein Zehntel von 1,266 Milliarden auf 120 Millionen Euro reduziert.

mik/dpa-AFX/Reuters

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