Protestaktion Greenpeace-Aktivisten zünden Feuerwerk am Atomkraftwerk Cattenom

Im französischen Atomkraftwerk Cattenom kam es in der Vergangenheit wiederholt zu Pannen. Greenpeace-Aktivisten wollten nun auf Sicherheitsmängel der Anlage aufmerksam machen - mit einer spektakulären Protestaktion.

Feuerwerk der Greenpace-Aktivisten
REUTERS

Feuerwerk der Greenpace-Aktivisten


Aktivisten der Umweltorganisation Greenpeace sind für eine Protestaktion auf das Gelände des französischen Atomkraftwerks Cattenom nahe der deutschen und luxemburgischen Grenze vorgedrungen. Sie hätten dort in der Nähe eines Gebäudes mit einem Abklingbecken für Brennelemente ein Feuerwerk gezündet, teilte die Umweltschutzorganisation mit.

Der Kraftwerksbetreiber EDF teilte mit, das Eindringen sei sofort vom Sicherheitspersonal bemerkt worden und die Polizei habe die Aktivisten nach wenigen Minuten abgefangen. "Die Eindringlinge sind immer außerhalb der Gebäude und außerhalb der nuklearen Zone geblieben." Der Vorfall habe keine Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlage gehabt. Das Unternehmen verurteilte "gewaltsame Aktionen einer Bewegung, die zunehmend Gesetzeswidrigkeiten begeht" und kündigte eine Anzeige an.

Gegen 05:30 Uhr hätten rund 15 Aktivisten zwei Sicherheitsschleusen überwunden und seien zu dem Gebäude gelaufen, in dem sich das Abklingbecken für Brennstäbe befinde, sagte Roger Spautz, der Atomexperte von Greenpeace Luxemburg. Dort hätten sie dann das Feuerwerk gezündet. Die Aktivisten seien festgenommen worden.

Greenpace zeigt auf Facebook ein Video der Aktion:

Mit der Aktion habe Greenpeace auf Sicherheitsmängel hinweisen wollen. "Es wurde demonstriert, dass man in ein Atomkraftwerk eindringen kann", sagte Spautz. Zudem habe Greenpeace darauf aufmerksam machen wollen, dass das Gebäude mit dem Abklingbecken anders als die Reaktorgebäude nicht geschützt sei.

Das nur rund zehn Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegende französische Atomkraftwerk Cattenom ist umstritten. In der Vergangenheit kam es in der Anlage wiederholt zu Zwischenfällen.

Die luxemburgische Regierung und auch die Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und dem Saarland forderten in der Vergangenheit, Cattenom abzuschalten. Luxemburgs Ministerpräsident Xavier Bettel bot den französischen Behörden vor einem Jahr sogar an, einen finanziellen Beitrag zu einer Abschaltung zu leisten.

asa/dpa/AFP



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