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Milliarden in der Schweiz: Griechische Regierung drängt auf Amnestie für Steuersünder

Schweizer Fahne in Basel: 2 bis 200 Milliarden Euro verschoben Zur Großansicht
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Schweizer Fahne in Basel: 2 bis 200 Milliarden Euro verschoben

Wohlhabende Griechen verschieben Milliardensummen ins Ausland, etwa in die Schweiz. Die Regierung in Athen erwägt schon seit Längerem eine Amnestie für Steuersünder - jetzt werden die Pläne anscheinend konkreter.

Die griechische Regierung will anscheinend Steuerhinterziehern eine Amnestie anbieten. Das berichtete die "Neue Zürcher Zeitung" am Sonntag. Griechische Steuerflüchtlinge in die Schweiz sollten demnach straffrei bleiben, wenn sie ihr Vermögen offenlegten und darauf 21 Prozent Steuern bezahlten. "Wir begrüßen es, dass Griechenland einen Lösungsvorschlag vorgebracht hat", zitierte die Zeitung einen Vertreter des Schweizer Staatssekretariats für internationale Finanzfragen.

Wegen der finanziellen Turbulenzen des Landes haben die Griechen seit 2010 Milliardensummen ins Ausland verschoben. Ein Teil des Geldes liegt auf Schweizer Bankkonten. Wie viel Geld reiche Griechen in der Schweiz gebunkert haben, ist unklar. Schätzungen reichen von 2 bis 200 Milliarden Euro.

Ein Sprecher des Schweizer Finanzministeriums sagte, es gebe Gespräche, aber bisher noch keine Entscheidungen. Durch eine Amnestie für Steuersünder erhofft sich Griechenland Einnahmen aus im Ausland deponiertem Schwarzgeld.

Die Alpenrepublik hatte sich offen für eine Steuervereinbarung mit Griechenland gezeigt. Die Verhandlungen ziehen sich allerdings wegen fehlender Vorschläge aus Athen seit vier Jahren hin. Im Frühjahr hatte die neue griechische Regierung einen Vorstoß angekündigt.

Zurzeit müssen Steuerflüchtlinge mit hohen Strafen und Steuerbelastungen rechnen. 2018 soll der automatische Informationsaustausch der Schweiz mit der EU in Kraft treten. Spätestens dann wird klar, wie viel griechisches Schwarzgeld in der Schweiz liegt.

amz/dpa

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