Zusätzliche Ausgaben So teuer ist die GroKo wirklich

Angeblich haben Sozial- und Christdemokraten unfassbar viele Wohltaten beschlossen, die Deutschland unheimlich teuer kommen. Wirklich? Eine Schnellaufklärung.

Mögliche Koalitionäre Seehofer, Merkel, Schulz (v.l.)
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Mögliche Koalitionäre Seehofer, Merkel, Schulz (v.l.)

Eine Kolumne von


Noch ist nicht sicher, ob wir diese Große Koalition überhaupt kriegen. In einer Klage scheinen sich die Politbeobachter im Land aber schon einig: Merkel und Schulz und Seehofer wollen allen möglichen Geschenke machen - ob Rentnern, Kindern, Internetbenachteiligten oder Bildungsbedürftigen - und das wird teuer.

Schon gibt es Wehklagen über "neue Großzügigkeit" und "große Kosten", über "massive Ausgaben" und "Umverteilung". Hilfe! Da scheint so manchem vor lauter Dauer-GroKo-Vorberichterstattung über die Monate der Taschenrechner abhandengekommen zu sein. Also: einmal nachrechnen.

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So um die 46 Milliarden Euro sollen zusätzlich ausgegeben werden. Klingt für unsereins und Tante Erna viel. Nur geht es ja nicht um die Kegelkasse vom Ortsverein, sondern um die vermeintliche Belastung einer der größten Volkswirtschaften der Welt. Weshalb man solche Summen an der Wirtschaftsleistung misst. Und die wird in den (fast) vier Jahren von 2018 bis zum geplanten Ende der Legislatur 2021 mehr als 14.000 Milliarden Euro erreichen.

Kleine optische Hilfe zur Veranschaulichung:

Macht 0,3 Prozent Mehrausgaben. Und mit einiger Wahrscheinlichkeit ein deutlich weniger als 0,3 Prozentpunkte höheres Staatsdefizit (weil ein Teil des Geldes wieder zum Finanzminister zurückkommt, wenn Rentner, Eltern und andere es ausgeben und darauf wiederum Steuern zahlen).

Zum Vergleich: Donald Trump wirft gerade ein Zigfaches für Steuersenkungen an (vor allem) Superreiche raus - was hierzulande von denselben Wirtschaftsbeobachtern für toll befunden wird, die sich über ein paar Milliarden GroKo-Gelder aufregen.

Selbst wenn's noch etwas mehr würde, wie der eine oder andere munkelt: Das reicht weder, um die Betroffenen glücklich zu machen und uns alle in eine großartige Zukunft zu befördern, noch wird es unser schönes Land auch nur einen Hauch dem finanziellen Ruin näherbringen. Kein Grund für so viel Aufregung.

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insgesamt 57 Beiträge
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muellerthomas 09.02.2018
1.
Wann ist es eigentlich in Mode gekommen, Be- und Entlastungen nicht mehr als Jahreswerte anzugeben, sondern aufsummiert über einen mehr oder weniger willkürlich langen Zeitraum?
Sakuraba 09.02.2018
2. Guter Beitrag!
Ich habe es bisher nie verstehen können, warum die USA mit ihrem vollkommen aus dem Ruder laufenden Staatsdefizit von vielen in Deutschland bejubelt werden, wohingegen die Mehrausgaben einer GroKo als Niedergang der Bundesrepublik stilisiert werden.
karlsiegfried 09.02.2018
3. Nicht aufregen?
Wer zahlt denn die Zeche? Unsere Kinder und Enkelkinder. Und der Wirtschaftsaufschwung ist auch nur ein vorübergegender Zustand. Das wird gerne ausgeblendet. Und dann?
grommeck 09.02.2018
4. Endlich sagt’s mal einer! Diese Jammerei, besonders seitens
der Wirtschaftslobbyisten ist langsam ekelhaft. Jahrzehntelang den Staat, sprich Steuerzahler, schröpfen und selbst kaum Steuern zahlen und nun wieder den neoliberalen Aufstand proben. Gleichzeitig aber Investitionen fordern, selber nichts tun und alles ins Ausland verschleudern. Wirtschaftsfachleute! - ein Hohn - Ihr tickt vor Gier nicht mehr sauber!
muellerthomas 09.02.2018
5.
Zitat von SakurabaIch habe es bisher nie verstehen können, warum die USA mit ihrem vollkommen aus dem Ruder laufenden Staatsdefizit von vielen in Deutschland bejubelt werden, wohingegen die Mehrausgaben einer GroKo als Niedergang der Bundesrepublik stilisiert werden.
Das Defizit der US-Bundesregierung liegt bei 3,4% des BIPs (an Ende von Obama bei 3,1%). Das ist für Sie aus dem Ruder gelaufen?
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