Groteske Ungleichheit Halbe Menschheit besitzt nur ein Prozent des Global-Vermögens

Die Zahlen der neuen Uno-Studie sind erschütternd, obwohl jeder das Problem kennt: Die ärmere Hälfte der Menschheit besitzt insgesamt nur ein Prozent des globalen Gehalts- und Immobilenvermögens. Mehr als die Hälfte des weltweiten Vermögens ist in der Hand von zwei Prozent der Weltbevölkerung.


London - Betrachtet man die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung, so besitzen diese Menschen sogar 85 Prozent des gesamten Immobilien- und Gehaltsvermögens. "Die Superreichen sind noch grotesk reicher geworden als sie es vor 50 Jahren waren", erklärte Anthony Shorrocks, Direktor des World Institute for Development Economics Research (Wider) der Uno, heute. Würde die Weltbevölkerung auf zehn Menschen reduziert, hieße eine solche Besitzverteilung, dass ein Mensch 99 Dollar besäße und die restlichen neun zusammen einen Dollar.

Rikscha-Fahrer in Kalkutta: "Die Superreichen sind noch grotesk reicher geworden"
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Rikscha-Fahrer in Kalkutta: "Die Superreichen sind noch grotesk reicher geworden"

Auch geographisch ist der Wohlstand höchst ungleich verteilt, heißt es in der Studie weiter, die die erste weltweiten Untersuchung zu dem Thema darstellt. "Das Vermögen ist sehr stark in Nordamerika, Europa und einigen asiatisch-pazifischen Ländern mit hohen Einkommen konzentriert. Die Menschen in diesen Ländern verfügen gemeinsam über nahezu 90 Prozent des gesamten Besitztümer", so das Ergebnis.

Mehr als die Hälfte der Menschen, die zu dem reichsten Prozent der Erdbevölkerung gehören, leben in Nordamerika oder den Vereinigten Staaten. "Die USA und Japan stechen heraus, weil dort viele Menschen leben. Auch in der Schweiz und in Luxemburg ist der durchschnittliche Reichtum sehr groß, aber die Bevölkerungen sind sehr klein", sagte Shorrocks.

In Japan lag der durchschnittliche Besitz bei 181.000 Dollar pro Kopf, in den Vereinigten Staaten bei 144.000 Dollar. Mit einem Besitz von netto 2200 Dollar gehört ein Erwachsener der Studie zufolge zur reicheren Hälfte der Menschheit. Am unteren Ende der Liste standen Länder wie die Demokratische Republik Kongo und Äthiopien, wo das Vermögen unter 200 Dollar pro Kopf liegt. Die Studie beruht zwar auf Zahlen aus dem Jahr 2000, doch ein aktueller Vergleich dürfte die Daten bestätigen.

ase/dpa/Reuters



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