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Agrarmesse in Berlin: Zoll beschlagnahmt Walfleisch auf Grüner Woche

Besucher auf der Grünen Woche in Berlin: Deutschlands größte Ernährungsmesse Zur Großansicht
DPA

Besucher auf der Grünen Woche in Berlin: Deutschlands größte Ernährungsmesse

Ausgerechnet auf der Grünen Woche, der Messe für Ernährung und Landwirtschaft, ist Walfleisch aufgetaucht. An einem norwegischen Stand beschlagnahmte der Zoll insgesamt drei Kilo. Die Ware war mit Blaubeerdip angeboten worden.

Berlin - Der Zoll hat auf der Agrarmesse Grüne Woche in Berlin drei Kilogramm Walfleisch beschlagnahmt. Es darf nach Deutschland weder eingeführt noch hierzulande verkauft werden. Doch auf einem der Messestände wurde das Fleisch von Zwergwalen mit Blaubeerdip angeboten, eine "Spezialität" für zwei Euro pro Portion. Das berichtet die Walschutzorganisation WDC auf ihrer Homepage.

Die Veranstalter der Messe hatten den Zoll am Donnerstag über das Walfleisch an einem norwegischen Stand informiert, wie der Sprecher der Behörde, Norbert Scheithauer, sagte. Gegen die Standbetreiber laufen demnach Strafverfahren, ihnen droht laut Scheithauer eine Geld- oder Haftstrafe. Aufgedeckt hatte den Fall die Zeitung "B.Z.".

"Die Tatsache, dass hier das Fleisch einer in Deutschland und der gesamten EU streng geschützten Tierart zum Verkauf angeboten wird, ist ein Skandal", schreibt die WDC. Der Vorfall mache deutlich, dass es dringend einer schärferen Anwendung und Kontrolle der bestehenden Gesetze bedarf.

Norwegen ist eines der wenigen Länder, das Walfang kommerziell betreibt. Laut Deutschem Tierschutzbund macht das Land auf der Grundlage selbstgesetzter Quoten Jagd auf Zwergwale: "Waren es 1993 noch etwa 300 Tiere, so lag die Quote 2010 und 2011 bei 1286 Zwergwalen jährlich", heißt es auf der Internetseite.

Noch am vergangenen Samstag hatten in Berlin mehrere zehntausend Menschen für einen besseren Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft demonstriert. Die Grüne Woche Berlin dauert vom 17. bis zum 26. Januar. Sie ist eine der weltweit größten Messen für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau.

aar/dpa

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insgesamt 103 Beiträge
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1.
IronSky 23.01.2014
wird die EU hier auch millionenstrafen über norwegen verhängen? oder nur bei so unwichtigen dingen wie glühbirnen und duschköpfe?
2. 345678
Das Pferd 23.01.2014
konsequente Anwendung von Gesetzen, sehr gut. Auch wenn dieser Wal schon tot war, nur so geht es.
3. Das ist kein Skandal,
Tevje 23.01.2014
Nicht einmal ein Skandälchen. Das ist lediglich sinnbefreite Rechthaberei ggü. Einem Staat, der sich einem unsinnigen EU-Gebot nicht beugt, weil er sachlich Recht ist. Diese Walarten sind nirgendwo bedroht oder auch nur gefährdet, schon gar nicht durch die norwegische Quotenregelung. Die Windparks und der Schiffsverkehr in der deutschen Nordsee wirken da weitaus störender.
4. Warum?
HugoHuhn 23.01.2014
OK, wenn es ein Einfuhrverbot gibt, muß man das akzeptieren. Aber kennt jemand den Grund, weshalb Zwerges besonderem Schutz unterliegen und nicht importiert und verlauf werden dürfen? Mir fällt kein vernünftiger ein...
5. Norwegen ist ansonsten vorbildlich
Dr.W.Drews 23.01.2014
Der Schutz der Fischbestände wird von Norwegen klug mit vorbildlicher Härte umgesetzt. Ganz im Gegensatz zu den Wischi-Waschi Regeln der EU die kaum kontrolliert werden. Es stimmt aber auch: Norwegen erlaubt den Walfang, anders als die EU.
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