Grundsicherung: Acht Prozent mehr Menschen brauchen Sozialhilfe

Zu alt oder zu krank zum Arbeiten: In Deutschland haben Ende 2006 gut acht Prozent mehr Menschen Sozialhilfe erhalten als noch ein Jahr zuvor. Damit ist ein Prozent der Bevölkerung auf die Grundsicherung des Staates angewiesen.

Wiesbaden - Immer mehr Menschen kommen im Alter oder bei schwerer Krankheit nicht mehr ohne staatliche Unterstützung über die Runden. Wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte, erhielten rund 682.000 Menschen Leistungen. Das seien 52.000 Menschen mehr als im Vorjahr. Damit bezieht derzeit ein Prozent der Bevölkerung diese Sozialleistung. Seit dem ersten Erhebungsstichtag am Jahresende 2003 habe sich die Zahl bis zum Jahresende 2006 um 55,4 Prozent erhöht.

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DDP

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Die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung besteht seit Anfang 2003 und soll den Menschen den Lebensunterhalt sichern, die nicht mehr erwerbsfähig oder älter als 65 Jahre alt sind. Seit 1. Januar 2005 werden diese Leistungen als Sozialhilfe gewährt. Nicht hinzugerechnet wird dabei die Zahl derer, die Arbeitslosengeld II bezieht.

Die größte Gruppe der Grundsicherungsempfänger stellt mit 54 Prozent jene über 65 Jahre. Das waren 8,1 Prozent mehr als 2005. Damit empfangen 2,3 Prozent aller Personen in diesem Alter die Hilfszahlungen. 311.000 Personen und damit 46 Prozent der Empfänger waren zwischen 18 und 64 Jahren alt. Die Gruppe stellt 0,6 Prozent aller Deutschen in dieser Altersgruppe.

Frauen stellten mit rund 388.000 Personen oder einem Anteil von 57 Prozent die Mehrzahl der Leistungsempfänger. Insgesamt bezogen bundesweit 1,1 Prozent der Frauen und 0,9 Prozent der Männer ab 18 Jahren die Grundsicherung. 174.000 Personen und damit mehr als ein Viertel von ihnen waren in Pflege- oder Altenheimen untergebracht.

Zur Berechnung der Grundsicherung wurde Ende 2006 den Empfängern ein monatlicher Bruttobedarf von 614 Euro anerkannt. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von 233 Euro erhielten die Empfänger statistisch gesehen 381 Euro vom Staat zum Lebensunterhalt dazu.

Die Kommunen sowie überörtliche Träger gaben 2006 für die Grundsicherung laut Bundesamt rund 3,1 Milliarden Euro netto aus. Dies entspreche einem Anstieg um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Nettoausgaben hätten sich seit Einführung der Grundsicherung damit mehr als verdoppelt.

sam/AFP/ddp

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