Protest gegen Braunkohle Tausende demonstrieren gegen Rodung des Hambacher Forsts

RWE bleibt dabei, der Hambacher Forst soll gerodet werden. Am Sonntag haben Tausende Menschen dagegen demonstriert. Auf eine genaue Teilnehmerzahl wollte sich die Polizei aber nicht festlegen.

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Im Hambacher Forst haben am Sonntag erneut mehrere Tausend Menschen gegen die Räumung und die geplante Rodung des Waldgebiets demonstriert. Der Veranstalter hatte mit rund 5000 Teilnehmern gerechnet. Wie viele Demonstranten genau bei schmuddeligem Regenwetter in das Braunkohlerevier kamen, blieb offen.

Die Polizei wollte sich am Vormittag auf keine Zahl festlegen. Der Veranstalter meldete rund 7000 Teilnehmer. Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichteten von 3000 bis 4000 Teilnehmern.

Geplant war die Aktion ursprünglich als Waldspaziergang durch den Forst. Das wurde allerdings untersagt. Das Oberverwaltungsgericht in Münster bestätigte im Eilverfahren in der zweiten Instanz die Auflagen für den Veranstalter. Demnach war nur eine Kundgebung an einem festgelegten Ort gestattet, um die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisten zu können.

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Hambacher Forst: Protest im Wald

Rodung soll fortgesetzt werden

Der Energiekonzern RWE will Mitte Oktober mit der Rodung eines weiteren Teils des Hambacher Forsts beginnen, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau Hambach zu erweitern. Vor mehr als einer Woche hatten die Behörden begonnen, die im Wald von Aktivisten besetzten Baumhäuser zu räumen. Sie gelten als Symbol des Widerstands gegen die Kohle und die damit verbundene Klimabelastung.

Nach dem Unfalltod eines Journalisten am Mittwoch wurde die Räumung bis auf Weiteres unterbrochen. Bei "Maybrit Illner" kündigte RWE-Chef Schmitz vor wenigen Tagen allerdings an, die Rodung grundsätzlich fortsetzen zu wollen.

Gespräche zwischen Bundesregierung und RWE-Chef

Am Samstag war bekannt geworden, dass sich fünf Mitglieder der Bundesregierung im Juli und August mit RWE-Chef Rolf Martin Schmitz getroffen hatten, um über den Streit zu sprechen.

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns hatte je ein Gespräch mit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU), Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sowie Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth und Arbeitsstaatssekretärin Leonie Gebers. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, die der dpa vorliegt.

In den Gesprächen sei es um die von den Grünen angesprochenen Themen gegangen, heißt es in der Antwort. Die Fraktion hatte sich erkundigt, wie oft die Bundesregierung mit RWE darüber gesprochen hatte, vorbereitende Maßnahmen für den Braunkohletagebau und Kraftwerkserweiterungen aufzuschieben, bis die derzeit tagende Kohlekommission einen Plan für den Kohleausstieg vorlegt.

Union und SPD hätten nichts erreicht, obwohl sich die Bundesregierung fünf Mal mit RWE getroffen habe, sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Dabei sei das Abholzen eine "gezielte Provokation" für die Arbeit der Kohlekommission. In ihr soll ein Plan für den Kohleausstieg erarbeitet werden.

jme/dpa



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