Ersatz für Köhlbrandbrücke Hamburg erwägt Bau von Doppelstock-Tunnel - mit Spur für Roboter-Lkw

Containerschiffe werden immer größer - und können deshalb inzwischen oftmals Hamburgs altersschwache Köhlbrandbrücke nicht passieren. Die Hansestadt hat Pläne, das Problem auf spektakuläre Weise zu lösen.

Doppeltes Nadelöhr Köhlbrandbrücke: Oben stauen sich die Lkw - unten passen die großen Containerschiffe nicht mehr durch
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Doppeltes Nadelöhr Köhlbrandbrücke: Oben stauen sich die Lkw - unten passen die großen Containerschiffe nicht mehr durch

Von manager-magazin.de-Redakteur


Spektakulärer Tunnel-Plan in Hamburg: Als Ersatz für die altersschwache Köhlbrandbrücke soll künftig ein Doppelstock-Tunnel die Elbe queren. Darin vorgesehen ist eine Extraspur für autonom fahrende Containertransporter. Auf diese Lösung laufe alles hinaus, berichtet das "Hamburger Abendblatt".

Mit dem ungewöhnlichen Verkehrsprojekt will die Hansestadt mehrere Probleme auf einmal lösen: Große Schiffe hätten keine Schwierigkeiten mehr, das moderne Containerterminal Altenwerder zu erreichen. Derzeit können die größten Frachter dort nicht oder nicht komfortabel anlegen (2017 war das etwa bei der "MOL Triumph" der Fall. Sie war zu groß für Hamburgs Wahrzeichen).

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Containerschiffe: Die 20.000-Kästen-Kasten

Ein derartiger Tunnel koste im Bau zwar mehr als eine Brücke, sei aber günstiger im Unterhalt und entlaste so langfristig den Haushalt, zitiert das "Abendblatt" das zuständige Planungsbüro Babendererde. "Die Instandhaltungskosten müssen nämlich mit eingerechnet werden, und die sind bei der Brücke sehr viel höher", sagte Geschäftsführer Tim Babendererde. Die Lebensdauer der Brücke sei zudem um Jahrzehnte kürzer.

Schließlich versprechen die Planer eine Entlastung des Autoverkehrs durch zwei Extraspuren für Roboter-Containertaxis unter einer vier- bis sechsspurigen herkömmlichen Straßenebene. Derartige Fahrzeuge setzt die Hafengesellschaft schon jetzt oberirdisch ein.

Durch den Tunnel könnten sie komfortabel innerhalb des Hafens transferiert werden - etwa von einem Terminal zum anderen oder zu einer Eisenbahnverladestation. Laut "Abendblatt" müssten bis zu 350.000 Container im Jahr nicht mehr oberirdisch durch die Gegend kutschiert werden.

Eine eigene Spur könnte indes auch ein anderes Verkehrsmittel im Tunnel bekommen, dem Städteplaner eine große Zukunft voraussagen: das Fahrrad.



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