Hamburger Hafen Weltgrößter Coup gegen Markenpiraten - 117 Container sichergestellt

Gigantischer Schlag gegen Produktpiraterie: Der Zoll im Hamburger Hafen hat Plagiate im Wert von 383 Millionen Euro beschlagnahmt. In 117 Schiffscontainern fanden die Ermittler Hunderttausende gefälschte Schuhe, dazu Uhren, Textilien und Spielzeug. Die Ware kam aus Asien.


Hamburg - Dem Zoll im Hamburger Hafen ist ein Rekord-Schlag gegen die globale Produktpiraterie gelungen. In der nach eigenen Angaben weltgrößten Aktion gegen Marken-Plagiate stellten die Ermittler seit Beginn der Aktion Ende August insgesamt 117 Container sicher. Deren Inhalt: gefälschte Sportschuhe, Uhren, Spielzeug und Textilien. Die Ware kam aus Asien und hätte im Original einen Wert von mindestens 383 Millionen Euro.

Im Detail geht es um 101 Container mit 945.384 Paar gefälschten Nike-Sportschuhen und 14 Container mit 139.116 Paar Sportschuh-Plagiaten anderer Markenhersteller. Allein sie wären im Original 136 Millionen Euro wert. In zwei weiteren Containern sicherten die Ermittler 76.760 Stück gefälschte Uhren (232 Millionen Euro), 1454 Stück gefälschte Spielzeuge und 8460 Stück Softair-Waffen (466.620 Euro) sowie 123.600 Stück gefälschte Textilien (13 Millionen Euro).

Ein Sprecher des Hamburger Zolls sagte zu SPIEGEL ONLINE, die Aktion sei lange vorbereitet worden. "Nachdem wir am 1. September 19 Container mit Plagiaten gefunden hatten, haben die Zollfahnder einem Ermittlungsmuster folgend gezielt nach den Containern gesucht." Betroffen seien mehrere Schiffe von unterschiedlichen Reedereien. Alle Schiffe seien aus einem bestimmten asiatischen Land gestartet, sagte der Sprecher - nannte dieses Land jedoch nicht. "Ob die Fälschungen alle auch in diesem Land produziert wurden, können wir aber nicht sagen. Möglicherweise kommen die Produkte aus dem gesamten ostasiatischen Raum." Von den Schiffsbesatzungen sei niemand verhaftet worden. "Sonst hätten wir die Besatzungen der halben asiatischen Flotte mitnehmen müssen."

Wer die falsche Ware bekommen sollte, ist unklar. "Die angegebenen Zieladressen von Empfängern in Österreich, Ungarn und Italien haben sich als nicht existent herausgestellt", sagte der Sprecher. Vermutlich seien die Waren für den gesamten ost- und südosteuropäischen Raum bestimmt.

Im Hamburger Hafen begann der Zoll heute damit, die gefälschten Produkte zu vernichten. Eine große Schredderanlage wurde aufgebaut, in der die Plagiate zerkleinert werden. Das Material kommt anschließend zur Müllverbrennungsanlage - nur ein Teil der geschredderten Turnschuhe soll zu Bodenplatten für Sportplätze verarbeitet werden.

kaz/AP/ddp/dpa



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