Hauptstadtflughafen: Mehdorn will verprellte Planer zurücklocken

Chafplaner Mehdorn: Will alte Flughafen-Experten wiedergewinnen Zur Großansicht
dapd

Chafplaner Mehdorn: Will alte Flughafen-Experten wiedergewinnen

Hartmut Mehdorn legt eine Rolle Rückwärts nach der nächsten hin: Offenbar will der Flughafenchef nicht nur den geschassten Architekten Meinhard von Gerkan wiedergewinnen - sondern noch weitere Planer der ersten Stunde. Die liegen mit den Betreibern allerdings im Clinch.

Berlin - Die Fronten einen, Bewährtes reaktivieren - und an anderer Stelle mit aufmüpfigen Vorstößen irritieren: So ganz klar ist die Strategie des neuen Hauptstadtflughafen-Chefs Hartmut Mehdorn noch nicht. Erst stellte er die Stilllegung des alten Airports in Berlin-Tegel in Frage. Am Osterwochenende berichtete dann die "Bild am Sonntag" von einem Geheimtreffen zwischen Mehdorn und dem Architekten Meinhard von Gerkan. Demzufolge versuche Mehdorn, den geschassten Star-Architekten für das Unglücksprojekt BER zurückzugewinnen.

Anscheinend gelten die Anwerbeversuche nicht nur für Gerkan, sondern auch für weitere Planer der ersten Stunde. Mehdorn will einem Bericht der "Berliner Morgenpost" zufolge Teile der früheren Planungs- und Überwachungsgemeinschaft "pg bbi" (Planungsgemeinschaft Berlin-Brandenburg International) auf die Baustelle des BER zurückholen. Nach Informationen der Zeitung sollen mehrere Mitarbeiter, die mit dem Projekt direkt zu tun hatten, wiedergewonnen werden - selbst wenn sich "pg bbi"mit den Betreibern im Rechtsstreit befindet.

Die Flughafengesellschaft hatte im Mai 2012 dem Gemeinschaftsunternehmen, dem auch Gerkans Architekturbüro angehört, fristlos gekündigt. Die Flughafengesellschaft beschuldigt "pg bbi", dass die Baustelle im Chaos versank. Technikchef Horst Amann bezeichnet den Rauswurf der Planer schon länger als Fehler. Seiner Ansicht nach ging dabei "viel wertvolles Wissen verloren". Diesen Fehler will Mehdorn nun offenbar rückgängig machen und setzt auf vermittelnde Gespräche. "Die alten Flughafenplaner könnten die neuen sein", titelt der Berliner "Tagesspiegel" bereits. Eine offizielle Stellungnahme der Flughafengesellschaft lag zunächst nicht vor.

Der Start des BER wurde bislang viermal verschoben. Grund sind unter anderem massive Mängel an der Brandschutzanlage. Zur Zeit ist völlig offen, wann die ersten Maschinen das neue Gelände ansteuern können. Mehdorn wurde Anfang März als neuer Chef des Großprojekts vorgestellt. Der frühere Bahnchef hat wiederholt eine Zukunft des alten Berliner Flughafens Tegel ins Spiel gebracht. Dieser soll den ursprünglichen Plänen zufolge eigentlich ein halbes Jahr nach dem Start des neuen Großflughafens geschlossen werden.

amz/AFP

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insgesamt 35 Beiträge
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1. optional
08-15b 01.04.2013
die einzig sinnvolle lösung.
2. Recht hat er
Hajojunge 01.04.2013
Zitat von sysopHartmut Mehdorn legt eine Rolle Rückwärts nach der nächsten hin: Offenbar will der Flughafenchef nicht nur den geschassten Architekten Meinhard von Gerkan wiedergewinnen - sondern noch weitere Planer der ersten Stunde. Die liegen mit den Betreibern allerdings im Clinch. Hauptstadtflughafen: Mehdorn will offenbar alte Planer zurückholen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/hauptstadtflughafen-mehdorn-will-offenbar-alte-planer-zurueckholen-a-891937.html)
Wowereit hat in einem ersten Reflex ausgerechnet die Planer rausgeschmissen, die das ganze Know-how hatten, nur um von seinem bodenlosen Versagen abzulenken. Er und seine Konsorten waren es doch, die mit immer neuen Änderungswünschen die Planung durcheinandergeworfen haben. Sie haben einen Supermarkt mit Flughafen geschaffen und den Abfertigungsbereich grob fahrlässig eingeengt. Seitdem ruht der Bau. Ich wünsche Mehdorn ein glückliches Händchen. Wowereit und Platzeck mögen alsbald verschwinden. Es sind Fachleute gefragt.
3. Ist ja logisch,
Übrigensnebenbeibemerkt 01.04.2013
wer ein wenig Ahnung hat, kann diesen Schritt nachvollziehen. Wenn Sie die Planer raushauen, hauen sie auch das Detailwissen raus. Ob sich da andere eingearbeiten können ist dann fraglich, aber auf keinen Fall schnell. Da können Sie gleich entkernen.
4. BBI und kein Ende
roedaelefanten 01.04.2013
Nach realistischer Einschätzung wird der 'Groß'-Flughafen erst 2025 seinen Vollbetrieb aufnehmen. Mehdorn und sein Dreamteam werden das zumindest nicht als Verantwortliche erleben. Geschätzte Gesamtkosten 10 Milliarden plus x. Haftung Fehlanzeige!
5. von Gerkans Bauten
granitfindling 01.04.2013
...sind ziemlich schick, ziemlich teuer aber im alltäglichen Einsatz nur begrenzt brauchbar. Habe mal in so einem Bau gearbeitet, war praktisch nicht klimatisierbar, hatte riesige Repräsentationsflächen und kleine Büros. Der Flughafen folgt dem Schema.
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