Hightech-Zug China will angeblich noch einen Transrapid

Die chinesische Regierung hat laut einem Pressebericht den Bau einer neuen Transrapid-Strecke genehmigt. Die Trasse soll die boomende Millionenmetropole Schanghai mit der Provinzhauptstadt Hangzhou verbinden. Beobachter sehen in der Zusage einen Erfolg für das deutsche Betreiberkonsortium.


Transrapid in Schanghai: Passagierzahl zuletzt etwas verbessert
DPA

Transrapid in Schanghai: Passagierzahl zuletzt etwas verbessert

Schanghai/Peking - Die Kosten für das Projekt werden auf drei Milliarden Euro veranschlagt. Die Magnetschwebehand soll die Fahrzeit auf der 170 Kilometer langen Strecke zwischen dem Flughafen Pudong und Hangzhou von drei Stunden auf 26 Minuten verkürzen.

Die mächtige Reform- und Entwicklungskommission in Peking habe den Plänen zugestimmt, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Zeitung "Hangzhou Ribao". Eine offizielle Bestätigung gab es aber nicht.

Auch die Stadtregierungen oder Plankommissionen von Schanghai und Hangzhou sowie beteiligte Unternehmen wie ThyssenKrupp konnten den Bericht bestätigen. Die Genehmigung durch die Kommission ist notwendig, bevor die Vertragsverhandlungen beginnen können. Nach dem Bericht der Zeitung, die sich auf Quellen in den "zuständigen Abteilungen" der Provinz Zhejiang berief, soll der Bau noch dieses Jahr begonnen werden.

Die in China für Industrieentwicklung zuständige hat indes zurückgewiesen, dass der der Bau bereits beschlossen sei. Ein Sprecher der Kommission sagte, es sei noch keine Entscheidung gefällt worden.

Industriekreise hatten mehrfach darauf verwiesen, dass die Verhandlungen möglichst bis zum Sommer abgeschlossen sein müssen, um die Strecke wie geplant bis zur Weltausstellung 2010 in Schanghai in Betrieb nehmen zu können.

Die seit längerem erwartete Genehmigung dürfte nach Ansicht von Beobachtern aber den Bemühungen des deutschen Transrapid-Konsortiums aus ThyssenKrupp Chart zeigen und Siemens Chart zeigen, ihr Projekt weiter zu fördern, einen kräftigen Auftrieb geben. Zuletzt hatte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seinem China-Besuch in Dezember für den Magnetzug stark gemacht.

Das Konsortium hat bereits die Magnetschwebebahn in Schanghai gebaut, die den Flughafen mit dem Finanzviertel der Stadt verbindet. Die Lage des Bahnhofs fernab vom Stadtzentrum und ein hoher Fahrpreis hatten zunächst dazu geführt, dass nur wenige Fahrgäste den Transrapid benutzen. Nach einem Absenken der Fahrpreise um ein Drittel auf 50 Yuan - rund 4,50 Euro - hatte sich die Passagierzahl zuletzt etwas verbessert.

Der Transrapid fährt bis zu 430 km/h schnell. In der Vergangenheit war die Magnetschwebebahn auch in der Diskussion, um Schanghai mit der Hauptstadt Peking zu verbinden. Dieser Plan wurde aber verworfen.



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