Hohe Heizkosten Geringverdiener bekommen mehr Wohngeld

Hartz IV soll ihnen erspart bleiben: Das Bundeskabinett erhöht für Geringverdiener das Wohngeld. Zudem soll der Kindergeldzuschlag von mehr Betroffenen genutzt werden können. 150.000 Kinder zusätzlich sollen davon profitieren.


Berlin - Heizung und Strom werden immer teurer - deshalb will die Bundesregierung das Wohngeld für bedürftige Geringverdiener erhöhen. Dazu wird es um eine "Heizkostenkomponente" ergänzt. Angesichts der Mietentwicklung sollen zudem ab Januar 2009 Wohngeld-Tabellenwerte und Miethöchstbeträge um jeweils rund zehn Prozent erhöht werden.

Den Geringverdienern soll damit erspart bleiben, Arbeitslosengeld II zu beantragen. Das Wohngeld von derzeit durchschnittlich 90 Euro im Monat wurde letztmals 2001 erhöht. Es wird an 690.000 Empfänger bezahlt.

Ebenfalls ausgeweitet wird der Kinderzuschlag: Die maximal 140 Euro pro Kind sollen künftig von mehr Betroffenen in Anspruch genommen werden können. Dazu soll die Mindesteinkommensgrenze auf 900 Euro für Paarhaushalte und auf 600 Euro für Alleinerziehende gesenkt werden. Damit werden 250.000 Kinder erreicht - 150.000 mehr als bisher.

Die Neuregelung des Kinderzuschlags soll bereits zum 1. Oktober 2008 kommen, der Ausbau des Wohngeldes zum 1. Januar 2009. Durch den erweiterten Kinderzuschlag werde der Bund mit zusätzlich 260 Millionen Euro belastet, teilte die Regierung mit.

Bund und Ländern entstünden durch die Reform des Wohngeldes Mehrkosten in Höhe von jeweils 280 Millionen Euro. Dem stünden Einsparungen beim Arbeitslosengeld II und Sozialgeld in Höhe von rund 120 Millionen Euro gegenüber. Die Kommunen, die bislang die Leistungen für Unterkunft und Heizung bei ALG-II-Empfängern tragen, würden um über 200 Millionen Euro entlastet.

sil/dpa/ddp



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