Belastung durch Feinstaub Private Holzöfen sind gefährliche Dreckschleudern

Viele der mehr als 14 Millionen Kamine und Öfen aus Privathaushalten in Deutschland sind gesundheitsgefährdend. Die Belastungen liegen nach SPIEGEL-Informationen teilweise über den Gesamtemissionen aus dem Straßenverkehr.

Holzfeuer in einem Kamin: "Zu viele Holzöfen und -kamine sind Staubschleudern"
DPA

Holzfeuer in einem Kamin: "Zu viele Holzöfen und -kamine sind Staubschleudern"


Private Holzöfen und -kamine erhöhen die Feinstaubbelastung in Deutschland erheblich. Dies geht aus Datensätzen einzelner Bundesländer hervor, die das Umweltbundesamt (UBA) in Dessau aufgearbeitet hat. Nach den Berechnungen der Experten liegen die Emissionen aller Kleinfeuerungsanlagen teilweise über den Gesamtemissionen aus dem Straßenverkehr. Sie tragen damit im Herbst und Winter maßgeblich zur Überschreitung der Grenzwerte bei.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 34/2014
Wie die IS-Terroristen ihr Kalifat errichten

In Deutschland werden derzeit mehr als 14 Millionen kleine Öfen und 700.000 Kesselöfen für Wohnanlagen betrieben. Nach den Modellrechnungen des UBA ist insbesondere Süddeutschland vom Staub der Verbrennungsanlagen betroffen, dort sind es vor allem die Wohlstandsregionen um München und Stuttgart. Auch das Rhein-Main-Gebiet weist hohe Belastungen aus.

Gesetzlich darf der Grenzwert von 50 Mikrogramm an nicht mehr als 35 Tagen pro Jahr überschritten werden. In Stuttgart, Reutlingen, Tübingen, aber auch in Gelsenkirchen und Aachen lag die Zahl der Staubtage im vergangenen Jahr deutlich darüber. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger: "Zu viele Holzöfen und -kamine sind Staubschleudern. In Kommunen mit hoher Feinstaubbelastung sollten darum nur noch Anlagen betrieben werden dürfen, die den neuesten Emissionsstandards entsprechen."



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 356 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
captnali 17.08.2014
1. Sonderabgaben für Kamine,
bzw. Filteranlagen! By this Way- wie lange noch werden Einäscherungen mit Holzsärgen zu akzeptieren sein?
hermannheester 17.08.2014
2. Hier oben im sechsten Stock eines Hochhauses
Zitat von sysopDPAViele der mehr als 14 Millionen Kamine und Öfen aus Privathaushalten in Deutschland sind gesundheitsgefährdend. Die Belastungen liegen nach SPIEGEL-Informationen teilweise über den Gesamtemissionen aus dem Straßenverkehr. http://www.spiegel.de/wirtschaft/holzoefen-und-feinstaub-oefen-und-kamine-belasten-luft-mit-feinstaub-a-986492.html
Hier oben nimmt die feine Nase stets und ständig die Rückkehr zur Natur der zentralheizungsbewehrten Nachbarn in ihren Reihenhäusern wahr. Das geht oft so weit, dass es schwerfällt, sich selbst auf dem eigenen Balkon aufzuhalten oder gar nächtens das Fenster NICHT zu schließen. Allzuviel "Natur" ist nämlich auch schon mal ungesund.
brunnersohn 17.08.2014
3. Denn sie wissen nicht was sie tun!
Zuerst waren es die Autos die den Feinstaub verteilen, daraufin wurden Städte für ältere Autos tabu. Manch einer kaufte sich notgedrungen ein "sauberes" Auto. und nun sinds die Holzheizungen, die schuldig sind. Verbieten, Verbieten das ist das was unsere Beamten und Politoker am Besten können. achja viele der alten Autos fahren immernoch, halt in Afrika oder Russland bzw Ruß-land
Wassermann11 17.08.2014
4. Wo ist das Problem?
Die Bundesregierung hat bereits vor zwei Jahren strengere Regeln für Holzheizungen erlassen. Um einem weiteren Anstieg der Schadstoffbelastung durch die Holzverbrennung entgegenzuwirken und die vorhandene Belastung zu reduzieren hat die Bundesregierung bereits vor zwei Jahren die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung überarbeitet. Sie regelt die gesetzlichen Anforderungen zum Betrieb von kleinen Feuerungen, wie z.B. Kaminöfen. Die novellierte 1. BImSchV ist im März 2010 in Kraft getreten. Ab 2015 gelten strengere Grenzwerte. Zwischen Ende 2014 und Ende 2024 liegt die Zahl der Einzelraumfeuerungsanlagen, die mit einem Filter nachgerüstet oder ausgetauscht werden müssen, bei 4,3 bis 4,6 Mio lt.Schätzung des Bundesumweltministeriums. Die Luft wird also sauberer.
undnochmeinsenfdazu 17.08.2014
5. Was schlagen Sie denn vor...?
Zitat von captnalibzw. Filteranlagen! By this Way- wie lange noch werden Einäscherungen mit Holzsärgen zu akzeptieren sein?
...? Pappkartons wie in den USA? Was glauben Sie denn, wie viele Zehntelpromille dieser Aspekt zur Feinstaubbelastung beiträgt? Zudem die Krematorien hierzulande die modernsten Filteranlagen überhaupt haben. Da geht gar kein Feinstaub durch. Es gibt eben auch Dinge, die man nicht jedem Rationalisierungs-Effizienz-Ökofetischismus unterwerfen muss.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.