Hyperinflation Simbabwe streicht zwölf Nullen

Das Geld verliert schneller an Wert, als man es ausgeben kann: Die Menschen in Simbabwe leiden unter einer Inflation, die nirgendwo auf der Welt höher ist als in dem südafrikanischen Land. Hilflose Aktion der Regierung: Sie hat jetzt bei der Landeswährung zwölf Nullen gestrichen.


Johannesburg/Harare - Im Kampf gegen die millionenfache Hyperinflation hat Simbabwes Zentralbank am Montag die Streichung von zwölf Nullen bei der Landeswährung bekanntgegeben. Mitte vergangenen Jahres hatte sie bereits zehn Nullen gestrichen.

Simbabwe-Dollar-Schein: Wertloses buntes Papier
DPA

Simbabwe-Dollar-Schein: Wertloses buntes Papier

Der afrikanische Krisenstaat hatte vor kurzem einen neuen Geldschein im Nominalwert von 100 Billionen Simbabwe-Dollar in Umlauf gebracht. Am Sonntag gab es für einen US-Dollar 250 Billionen Simbabwe-Dollar.

Die Inflation in dem afrikanischen Krisenstaat beträgt nach offiziellen Angaben 231 Millionen Prozent, liegt nach Ansicht von Ökonomen aber beim Zehnfachen und ist die höchste der Welt.

Der jahrelang autokratisch regierende Präsident Robert Mugabe und der bisherige Oppositionsführer Morgan Tsvangirai haben sich am Freitag auf einen Zeitplan für die Bildung einer Einheitsregierung geeinigt.

Demnach soll Tsvangirai am 11. Februar als neuer Regierungschef vereidigt werden. Die Afrikanische Union (AU) fordert nun nach dieser Einigung die Aufhebung der internationalen Sanktionen gegen das Land. Die Wirtschaft von Simbabwe liegt am Boden, zudem ist das Land derzeit von einer Cholera-Epidemie betroffen. Berichten zufolge starben rund 3000 Menschen in den vergangenen Monaten an der Krankheit.

kaz/dpa



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