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Hypo Real Estate: Staatsanwälte ermitteln wegen Insider-Geschäften

Neue Vorwürfe gegen die Hypo Real Estate: Nach SPIEGEL-Informationen ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf verbotene Insider-Geschäfte gegen Manager der Immobilienbank. Schon im Februar gab es erste Strafanzeigen.

Hamburg - Die Affäre um Missmanagement und Untreue bei der Hypo Real Estate (HRE) könnte weit größere Ausmaße annehmen als bislang vermutet. Nach Informationen des SPIEGEL gibt es mehrere Strafanzeigen, die HRE-Manager oder deren Familienangehörige und Freunde belasten, noch vor der ersten Alarmmeldung des Konzerns am 15. Januar 2008 im großen Stil HRE-Aktien abgestoßen zu haben.

Die HRE hatte seinerzeit Abschreibungen in Höhe von 390 Millionen Euro bekanntgegeben. Schon im Februar gab es nach SPIEGEL-Informationen erste Anzeigen wegen Verdachts auf Insider-Handel.

HRE-Logo in Frankfurt am Main: Verdacht auf Insidergeschäfte
DPA

HRE-Logo in Frankfurt am Main: Verdacht auf Insidergeschäfte

Im September 2008 drohte dem Münchner Immobilienfinanzierer durch die Folgen der Finanzkrise die Insolvenz (Details: siehe Infobox unten). Nur dank Hilfen des Bundes und anderer Finanzinstitute in Höhe von 50 Milliarden Euro konnte die Krisenbank überleben. Das Problem: Innerhalb von einer Woche mussten zwei Rettungspakete geschnürt werden. Die Regierung warf dem Management der Hypo Real Estate seinerzeit vor, ihre Helfer nicht genau genug über das Ausmaß der Misere informiert zu haben. Die Bank wies die Vorwürfe zurück.

Nach SPIEGEL-Informationen untersucht die Staatsanwaltschaft zurzeit, ob die Führung des Konzerns die Lage des Konzerns auch später "bewusst unrichtig dargestellt" und ihre "Vermögensbetreuungspflicht verletzt" hat.

Bislang werden dem Institut mutmaßliche Vertuschungen bis November 2007 vorgeworfen. Aus Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft soll hervorgehen, dass HRE-Führungskräfte schon im September 2007 gewusst haben, dass der Bank hohe Abschreibungen drohen. Noch im November 2007 hatte die Bank dennoch mitgeteilt, sie sei "aus der jüngsten Marktkrise gestärkt hervorgegangen".

Ein HRE-Sprecher wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Andere Manager nahmen die Führung des Unternehmens gegenüber dem SPIEGEL in Schutz, weil sie angeblich nur mangelhaft informiert wurde.

Der frühere Konzernchef Georg Funke war von der Bundesregierung massiv kritisiert worden und hatte im Oktober 2008 seinen Posten geräumt. Auch der frühere Aufsichtsratschef Kurt Viermetz trat zurück.

ssu/AP/dpa-AFX

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