Konzernumbau: HypoVereinsbank streicht Management zusammen

Von Martin Hesse

Erst die Deutsche Bank und die Commerzbank - jetzt steht auch die dritte große deutsche Privatbank vor einem Umbau: Die HypoVereinsbank will nach SPIEGEL-Informationen ihre Kosten senken. Dafür streicht sie im Management Stellen zusammen. Auch Niederlassungen könnten geschlossen werden.

Filiale der HypoVereinsbank: Wie viele Jobs wegfallen, steht noch nicht fest Zur Großansicht
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Filiale der HypoVereinsbank: Wie viele Jobs wegfallen, steht noch nicht fest

Frankfurt am Main - Die HypoVereinsbank (HVB) steht vor einem Umbruch: HVB-Chef Theodor Weimer will die Bank künftig in drei Geschäftsbereiche und sechs Regionen unterteilen, wie aus einem internen Papier mit dem Titel "Gold" hervorgeht, das dem SPIEGEL vorliegt. Dadurch fallen viele Management-Jobs weg, vor allem den Niederlassungsleitern geht es an den Kragen. Mittelfristig könnten auch Niederlassungen geschlossen werden. Es geht jedoch zunächst nicht um einen größeren Stellenabbau im Vertrieb.

Wie viele Jobs insgesamt wegfallen, steht noch nicht fest, die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern beginnen erst jetzt. Auch zu den erhofften Kosteneinsparungen macht das Management in dem internen Schreiben keine Angaben.

Die HVB reagiert damit wie die anderen Großbanken auf die strengere Regulierung, die alle Kreditinstitute zwingt, ihre Kosten zu senken. Zudem macht die italienische Mutter der HVB, Unicredit, Druck, die im Zuge der Staatsschuldenkrise in Schwierigkeiten geraten war. An diesem Donnerstag will auch die Commerzbank ihre Umbaupläne vorstellen. In Bankenkreisen wird mit einem massiven Stellenabbau gerechnet. Die Deutsche Bank hatte vor kurzem angekündigt, mindestens 1900 Arbeitsplätze streichen zu wollen.

"Nur die Banken werden zu den Gewinnern zählen, die rasch und konsequent auf Veränderungen reagieren", wird HVB-Chef Weimer in dem internen Schreiben zitiert. "Wir wissen aber auch, dass wir mit weniger Managementpositionen auskommen müssen - das sind die Zeichen der Zeit", heißt es in dem Papier weiter. Eine Managementposition sei "nicht zwingend höher einzuschätzen als eine Position, in der jemand am Kunden Bruttoerträge erwirtschaftet".

Konkret will die HVB das Massenkundengeschäft und das Geschäft mit vermögenden Privatkunden (Private Banking) in einer "Privatbank" zusammenlegen. Zweites Standbein wird das Firmenkundengeschäft sein, das künftig "Unternehmerbank" heißen wird. Als dritter Bereich bleibt das Investmentbanking, allerdings ohne die Firmenkunden, die künftig in der Unternehmerbank betreut werden.

Da es bisher in den meisten Niederlassungen jeweils einen Leiter für das Massenkundengeschäft und einen für das Private Banking gab, dürfte künftig etwa die Hälfte der rund 150 Niederlassungsleiterstellen wegfallen. Auch in den Stabsstellen für die beiden bisher getrennten Bereiche, etwa im Marketing, dürften viele Jobs gestrichen werden.

Die Leiter der Unternehmerbank und der Privatkundenbank in den sechs Regionen sollen in Zukunft volle Verantwortung für Gewinne und Verluste tragen. Dadurch sollen Kredite schneller vergeben und Geschäfte rascher abgeschlossen werden.

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1. Ein überfälliger Schritt
leunicredit 07.11.2012
Als Angestellter der UniCredit begrüße ich diesen Schritt. Jahrelang wurde der Fokus bei Umstrukturierung zu wenig auf die ertragsbringenden Abteilungen gelegt gerichtet, dieser Fehler wurde nicht wiederholt. Insbesondere die Tatsache das Private Banking in das Privatkundengeschäft zu integrieren war überfällig. Das im Bereich CiB eine Trennung vom Corporate Banking und dem Investment Banking vollzogen wird galt ebenso als gesetzt. Die spannende Frage die lange Zeit blieb war ob die Geschäftskunden als bisheriger Bestandteil des Bereichs PKMU zu dieser intern immer als "Mittelstandsbank" betitelten neuen Division gehören oder doch zu den Firmenkunden geschlüsselt werden. Es darf jedoch keine Tabus in der Bank geben noch weitere neue Wege zu gehen und nicht stets die Strategie alle 2 Jahre anzupassen. Ein fader Beigeschmack bleibt, der einfache Angestellte wird morgen erst informiert... Ein erster Schritt ist getan, mögen unsere Vorstände noch weitere folgen lassen. Die Zukunft der Bank liegt eben nicht nur in Kostensenkungen, sondern auch in Ertragssteigerungen und vielleicht auch einer besseren Öffentlichkeitsarbeit.
2.
uezegei 08.11.2012
Zitat von sysopDPAErst die Deutsche Bank und die Commerzbank - jetzt steht auch die dritte große deutsche Privatbank vor einem Umbau: Die HypoVereinsbank will nach SPIEGEL-Informationen ihre Kosten senken. Dafür streicht sie im Management Stellen zusammen. Auch Niederlassungen könnten geschlossen werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/hypovereinsbank-umbau-kostet-zahlreiche-stellen-a-865933.html
Da werden sich die Schlecker-Frauen freuen, dass denen im Pflegeheim bald auch mehr männliche Kollegen zur Seite stehen.
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