Ifo-Index: Geschäftsklima verschlechtert sich erneut

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März noch weiter eingetrübt: Der Ifo-Index fiel erneut - und etwas stärker als es Experten erwartet hatten. Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber: "Die Fallgeschwindigkeit lässt nach."

Berlin - Rund 7000 Manager befragt das Ifo-Institut regelmäßig - diesmal ist das Ergebnis erneut düster. Laut der standardisierten Umfrage trübte sich die Stimmung in den Chefetagen im März weiter ein. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sackte von 82,6 auf 82,1 Punkte ab. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Rückgang auf 82,2 bis 82,5 Punkte gerechnet.

Einkaufsmeile: Entscheidend bleibt der Welthandel
REUTERS

Einkaufsmeile: Entscheidend bleibt der Welthandel

Dabei schätzen die befragten Manager vor allem die aktuelle Lage als schlecht ein. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate bewerteten sie dagegen zum dritten Mal in Folge positiver. Die konjunkturelle Talsohle sei aber noch nicht erreicht, erklärte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Das Ifo-Geschäftsklima gilt als der wichtigste deutsche Frühindikator. Zum Jahreswechsel hatte sich der Index zwischenzeitlich leicht erholt, nachdem er zuvor rapide eingebrochen war. Bereits im Februar war es aber wieder abwärts gegangen. Gleichwohl gibt es bei einigen Experten Hoffnung, dass sich die Lage zumindest stabilisiert.

Der deutsche Aktienmarkt reagierte verhalten auf die Bekanntgabe der neuen Zahlen. Da sie kaum anders ausfielen als erwartet, änderte sich der Dax kaum. Am Vormittag notierte er rund 0,4 Prozent im Plus.

Ifo-Chef Sinn rechnet mit einer langwierigen Rezession, in der die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um mehr als vier Prozent schrumpfen wird. Damit steht der Ökonom allerdings nicht an der Spitze der Konjunkturpessimisten: die Deutsche Bank geht von einem Minus beim Bruttoinlandsprodukt von fünf Prozent aus, die Commerzbank gar von minus sechs bis minus sieben Prozent. Die Bundesregierung rechnet laut einem Zeitungsbericht mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund 4,5 Prozent.

Immerhin: Die rasante Talfahrt könnte sich in den kommenden Monaten verlangsamen. Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger sagte: "Die Fallgeschwindigkeit lässt nach." Entscheidend bleibe für die exportabhängige Industrie, dass der Welthandel wieder in Schwung komme.

Die Europäische Zentralbank hat nach Einschätzung des Ifo-Instituts noch Spielraum für weitere Zinssenkungen. "Die EZB soll und kann noch mal an der Zinsschraube drehen", sagte Abberger. Eine Senkung des Leitzinses von 1,5 auf 1,0 Prozent sei möglich.

wal/Reuters/ddp/dpa

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