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Im Sog der Wall Street: Auch Asiens Aktienkurse verlieren kräftig

Nach dem katastrophalen Handelstag an der Wall Street rutschen jetzt die Börsen in Asien ab: Die Aktienkurse in Tokio, Hongkong und Südkorea sind auf Talfahrt. Der Nikkei-Index büßte fast fünf Prozent ein. Auslöser war das Nein des US-Repräsentantenhauses zum Rettungspaket.

Tokio - Nach dem größten Absturz, den der Dow Jones Chart zeigen jemals verbuchen musste, haben auch Asiens Aktienkurse kräftig an Wert verloren: Zu Börsenschluss stand der japanische Nikkei bei minus 4,1 Prozent. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 3,6 Prozent auf 1087 Zähler. In Südkorea eröffnete der Aktienmarkt mit einem Minus von 5,5 Prozent, schloss am Ende jedoch nur 0,6 Prozent im Minus. Die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan und Singapur lagen zwischen zwei und vier Prozent im Minus.

Börsenhändler in Tokio: Nikkei verlor fast fünf Prozent
REUTERS

Börsenhändler in Tokio: Nikkei verlor fast fünf Prozent

Ursache war eine Abstimmung im US-Repräsentantenhaus: Mit 228 zu 205 Stimmen votierten die Abgeordneten gegen die 700 Milliarden Dollar schwere Rettungsaktion, mit der die US-Regierung der Kreditkrise Einhalt gebieten will. Mehr als zwei Drittel der Republikaner und 40 Prozent der Demokraten stimmten gegen den Plan. Der konservative Flügel der Republikaner von US-Präsident Bush lehnt derart weitgehende staatliche Eingriffe in die Wirtschaft ab. Der New Yorker Dow Jones Index sank in der Folge um 777 Punkte. Zusammengerechnet verloren alle in den USA an der Börse notierten Unternehmen rund 1,2 Billionen Dollar an Wert.

Die japanische Regierung zeigte sich über das Scheitern des US-Rettungspakets besorgt. Der neue Ministerpräsident Taro Aso sagte, Japan müsse verhindern, dass solche Entwicklungen groß auf die japanische Wirtschaft einwirkten.

Bereits am Montag mussten auch die Anleger an den wichtigsten Börsen Lateinamerikas schwere Verluste hinnehmen. Am schlimmsten erwischte es den größten Aktienmarkt des Subkontinents im brasilianischen São Paulo. Dort herrschte vorübergehend Panik, als der Bovespa-Index im Tagesverlauf vorübergehend rund 12 Prozent verlor. Am Ende des Tages standen der Index bei minus 9,36 Prozent. Der IPC-Index in Mexiko-Stadt gab 6,40 Prozent nach. In der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires fiel der Merval-Index um 8,68 Prozent.

Angesichts der dramatischen Lage auf den Finanzmärkten stellte die japanische Zentralbank dem Bankensystem am Dienstag erneut zusätzliche Liquidität zur Verfügung. Die Bank of Japan pumpte in der dritten Woche in Folge weitere zwei Billionen Yen (13 Milliarden Euro) in den Markt, um für Stabilität zu sorgen. Hintergrund ist, dass Japans Banken zögern, sich gegenseitig Geld zu leihen.

Der Dollar geriet in Folge des Scheiterns des US-Rettungspakets unter starken Verkaufsdruck. In Tokio tendierte der Greenback im frühen Geschäft bei 104,15-20 Yen, nachdem er am späten Vortag noch 106,14-15 Yen gekostet hatte. Der Euro Chart zeigen lag fester bei 1,4370 Dollar nach 1,4351 Dollar am späten Vortag.

In den USA leitet US-Präsident George W. Bush bereits einen weiteren Anlauf an, den Kongress zur Annahme eines Plans zur Rettung der Finanzmärkte zu bewegen. "Unsere Strategie ist es, sich weiter frontal mit dieser wirtschaftlichen Situation zu befassen", sagte er im Repräsentantenhaus. "Wir arbeiten daran, eine Strategie zu entwickeln." Sein Finanzminister Henry Paulson ergänzte: "Wir müssen etwas neu zusammenstellen, was funktioniert - so schnell wie möglich."

als/ssu/kaz/AP/dpa/Reuters

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