Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Wohnungspreise: Bundesbank sieht keine Immobilienblase - außer in Großstädten

Teil der städtischen Preisblase: Marco-Polo-Tower in der Hamburger HafenCity Zur Großansicht
DPA

Teil der städtischen Preisblase: Marco-Polo-Tower in der Hamburger HafenCity

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen und steigen. Die Bundesbank will keine Blase erkennen, in einigen Städten allerdings seien Wohnungen und Häuser deutlich überbewertet.

Frankfurt am Main - Deutsche Immobilien sind im vergangenen Jahr wieder deutlich teurer geworden. Vor allem die Preise auf dem Markt für Eigentumswohnungen legten 2014 wieder zu: um fast sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (VDP) am Montag mitteilte. Seit 2003 kletterten die Immobilienpreise für den gesamten deutschen Markt demnach um 23 Prozent.

Die Bundesbank sieht in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht allerdings weiterhin keine gefährliche Preisblase. "Für Deutschland als Ganzes ist nach wie vor keine substanzielle Überbewertung von Wohneigentum erkennbar", heißt es in dem Bericht. Allerdings seien Einfamilienhäuser und insbesondere Eigentumswohnungen in Städten teils immer noch deutlich überbewertet.

Hohe Preise dämpfen Nachfrage

Insgesamt aber steigen die Preise der Bundesbank zufolge nicht mehr ganz so schnell: "Dies gilt vor allem für Wohnungen auf den städtischen Immobilienmärkten, während die Preise für Einfamilienhäuser in den Ballungsräumen weiterhin kräftig anzogen." Als ein Grund für die Verlangsamung wird eine schwächere Nachfrage infolge der hohen Preise genannt. Zum anderen sei das Angebot an neuen Immobilien 2014 stärker als im vorangegangenen Jahr gewachsen.

Laut dem Analyseunternehmen Bulwiengesa sind die Preise für Wohnimmobilien in deutschen Städten 2014 um 5,25 Prozent gestiegen. 2013 waren es noch 7,25 Prozent. "Damit hat sich die Zuwachsrate erstmals seit Beginn der Belebung auf den Wohnimmobilienmärkten im Jahr 2010 ermäßigt", schreibt die Bundesbank zu diesen Daten. Zudem habe sich die Preisschere zwischen Stadt und Land einerseits und einzelnen Immobilienarten andererseits etwas geschlossen. Der Preisauftrieb in Großstädten habe sich binnen Jahresfrist fast halbiert. Auch die Mieten seien etwas weniger stark erhöht worden.

Der Verband Deutscher Pfandbriefbanken (VDP) rechnet dagegen mit einem anhaltenden Boom bei deutschen Immobilien: Das Zusammenspiel von "niedrigen Zinsen, hoher internationaler Kapitalmobilität und einer hierzulande vergleichsweise stabilen Wirtschaftsleistung" habe dazu geführt, dass deutsche Immobilien weiterhin gesucht würden, sagte VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. Bei unvermindert anhaltender Nachfrage würden die Preise "weiter anziehen", was eine "Korrektur auf einzelnen Märkten" nach sich ziehen könnte.

Der gewerbliche Immobilienmarkt verlor dagegen laut VDP "leicht an Schwung". Im letzten Quartal 2014 stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,4 Prozent. Ursächlich für den weniger starken Anstieg sei der Büroimmobilienmarkt. Im letzten Halbjahr 2014 haben sich die Preise dort demnach kaum noch verändert. "Ungebrochen hoch" sei dagegen die Nachfrage nach Flächen in "1a-Lagen" in den Innenstädten.

nck/AFP/Reuters/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
rayon2 16.02.2015
Diese Aussage ist ungefaehr so sinnvoll wie eine Abschluß Pressekonferenz der ESA, die bekannt gibt, dass sich in unmittelbare Naehe keine Sterne befinden, außer aber im Weltraum. Immobilien Blasen enstehen immer hauptsaechlich in Staedten und Umgebung...
2.
DuDDle 16.02.2015
In manchen Städten lohnt der Kauf und anschliessende Vermietung nicht mehr. München 60m² Wohnung: Kauf für 6100 €/m² Vermietung für 15€ m² Kann jeder selbst nachrechnen wieviel Rendite das ergeben würde.
3.
ClausWunderlich 16.02.2015
Es kann auch zu keiner Blase kommen da die meisten wohnungen/häuser mit vermögen bezahlt werden und nicht auf pump wie damals in den USA. Selbst wenn die wohnung/das haus zu teuer (überbewertet) ist und ich nach ein paar jahren weniger bekomme bleibt unterm strich ein plus/minus null. Man sollte/muss den deutschen immobilien markt als vermögensanlage betrachten und nicht als einem der auf pump aufbaut.
4.
ClausWunderlich 16.02.2015
Zitat von DuDDleIn manchen Städten lohnt der Kauf und anschliessende Vermietung nicht mehr. München 60m² Wohnung: Kauf für 6100 €/m² Vermietung für 15€ m² Kann jeder selbst nachrechnen wieviel Rendite das ergeben würde.
Dann legen sie das geld mal wo anders an. Da bekommen sie viel weniger oder nichts oder müssen sogar minus zinsen zahlen. Aus der sicht sind immobilen in deutschland eine sichere art sein vermögen zu parken. Und he mit was glück fällt die rendite doch viel höher aus als man denkt weil die meiten steigen und steigen. Vieleicht kostet ihre wohnung da bald 25 euro/m2.
5. ich frage mich eigentlich, ob die Löhne
cabeza_cuadrada 16.02.2015
Zitat von DuDDleIn manchen Städten lohnt der Kauf und anschliessende Vermietung nicht mehr. München 60m² Wohnung: Kauf für 6100 €/m² Vermietung für 15€ m² Kann jeder selbst nachrechnen wieviel Rendite das ergeben würde.
und Gehälter im Raum München wirklich soviel höher sind als in günstigeren Gegenden. Falls nicht, oder ggf. nicht in allen Branchen, müssten da doch tausende Menschen mittlerweile wegziehen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH





Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: