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Immobilien-Ranking: Berlin und Frankfurt toppen London

Absturz für London, Aufstieg für Frankfurt und Berlin: Die beiden deutschen Städte haben es neben Hamburg und München in die Top Ten der aussichtsreichsten Städte Europas geschafft. London aber bekommt die Kreditkrise zu spüren - und fällt vom zweiten auf den 15. Platz zurück.

Frankfurt am Main - 490 internationale Immobilienexperten haben ihre Einschätzung abgegeben - und sie kamen zu einem überraschenden Schluss: Der deutsche Immobilienmarkt holt auf und wird im europäischen Vergleich immer attraktiver, so das Ergebnis einer heute veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfergesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und dem Urban Land Institute (ULI). Tatsächlich zählen mit Hamburg, München, Frankfurt und Berlin erstmals seit 2004 wieder vier deutsche Städte zu den zehn aussichtsreichsten Standorten Europas.

Hamburg liegt danach europaweit auf dem dritten Rang hinter Moskau und Istanbul und verbesserte sich damit um sechs Plätze. München folgt unverändert auf Platz vier. "Sowohl Hamburg als auch München zeichnen sich durch das ausgeglichene Verhältnis von Renditechancen und Risiken aus", sagt Helmut Trappmann, Immobilienfachmann von PwC. Als "bemerkenswert" bezeichnen die Experten die Entwicklung von Frankfurt und Berlin: Lagen die Städte im Ranking 2007 noch abgeschlagen auf den Plätzen 27 bzw. 25, kletterte die Hauptstadt auf den neunten und Frankfurt sogar auf den siebten Rang.

In Frankfurt gelten insbesondere Investitionen in Handelsimmobilien als attraktiv, die 45 Prozent der Befragten zum Kauf empfehlen. Auf dem Berliner Immobilienmarkt sehen die Experten vor allem Potential für Wohnimmobilien. Hier raten 45 Prozent zum Kauf. Allerdings sind die Investitionsrisiken sowohl in Frankfurt (Rang 10) als auch in Berlin (Rang 18) deutlich höher als in Hamburg und München.

Weniger optimistisch sehen die Befragten allerdings die Entwicklungschancen von London: Die Metropole an der Themse bekam die Folgen der amerikanischen Kreditkrise zu spüren und stürzte im Ranking vom zweiten auf den 15. Platz ab. "Der Immobilienmarkt in Großbritannien ist stark von Fremdkapital abhängig und leidet daher besonders unter der US-Immobilienkreditkrise", sagt Trappmann. Deutschland profitiere dagegen von "überschaubaren Risiken" und dem "weiterhin freundlichen Konjunkturklima".

Insgesamt, so die Einschätzung der befragten Experten, werde sich der europäische Immobilienmarkt beruhigen - in Zukunft werde es wieder mehr strategische Käufe durch Pensionsfonds und anderen institutionellen Anlegern statt kreditfinanzierter Spekulationsgeschäfte geben. Langfristig bleibt Europa allerdings nicht interessant genug für Investoren - sie werden ihr Kapital verstärkt auf anderen Kontinenten anlegen. "Halten die Befragten derzeit über 80 Prozent ihres Immobilienportfolios in Europa, wird dieser Wert bis 2015 voraussichtlich auf gut 74 Prozent sinken", heißt es in der Studie. Davon profitiert vor allem Asien: Künftig werden dort 14 Prozent statt wie bisher 9,4 Prozent des Portfolios zu finden sein.

sam

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Immobilien-Ranking: Vier deutsche Städte unter den Top Ten

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