Immobilienkrise Deutsche Bank meldet erstmals seit fünf Jahren Verlust

Die Deutsche Bank rutscht in die roten Zahlen: Erstmals seit fünf Jahren meldet das Kreditinstitut einen Quartalsverlust. Wegen der Immobilienkrise verbuchte das Unternehmen ein Minus von 141 Millionen Euro.


Frankfurt am Main - Das Powerhaus des deutschen Bankenwesens verliert an Kraft. Jahrelang sprudelten die Gewinne, doch die Kreditkrise in den USA hat der Deutschen Bank mächtig zugesetzt. Unter dem Strich sei ein Minus von 141 Millionen Euro angefallen, nach einem Überschuss von 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr, teilte die größte deutsche Bank am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Der Verlust entsprach 27 Cent pro Aktie.

Deutsche Bank: Gewinnentwicklung auf der Kippe
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Deutsche Bank: Gewinnentwicklung auf der Kippe

Vor Steuern lag der Verlust bei 254 Millionen Euro nach einem Gewinn von 3,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Insgesamt belastete die Finanzkrise die Deutsche Bank Chart zeigen zwischen Januar und März mit 2,7 Milliarden Euro - das sind 200 Millionen Euro mehr als kurz nach Ende des Quartals angekündigt.

"Im ersten Quartal des Jahres war die Lage an den Finanzmärkten so schwierig wie noch nie zuvor in der jüngeren Geschichte", sagte Vorstandschef Josef Ackermann. Das große Ausmaß der Finanzkrise vor allem im März habe "natürlich auch seine Spuren im Quartalsabschluss der Deutschen Bank hinterlassen".

Der Deutsche-Bank-Chef blieb für die Zukunft optimistisch: "Wir sind zuversichtlich, aus dieser Krise stärker denn je hervorzugehen." Die Gesamterträge der Deutschen Bank halbierten sich in etwa zwischen Januar und März auf 4,6 (Vorjahr: 9,6) Milliarden Euro.

Einen Teil der hohen Verluste aus dem Investmentbanking zum Jahresauftakt konnte die Deutsche Bank durch den Verkauf von Beteiligungen und durch ein besseres Privatkundengeschäft ausgleichen. Per Ende März hielt das Unternehmen noch 2,9 (Ende Dezember: 4,4) Prozent an Daimler Chart zeigen, 1,5 (1,7) Prozent an der Allianz Chart zeigen sowie 3,8 (5,2) Prozent an Linde Chart zeigen. Die bereinigte Eigenkapitalrendite vor Steuern - die Zielgröße der Deutschen Bank - lag im ersten Quartal bei minus drei Prozent nach plus 44 Prozent im Vorjahr.

Trotz dieser Entwicklung blieb die Zahl der Mitarbeiter im ersten Quartal nahezu konstant bei rund 78.200. Gegenüber dem ersten Quartal 2007 bedeutete dies sogar ein Plus von mehr als 5000 Stellen.

Auch niedrigere Personalkosten trugen dazu bei, einen Teil der Verluste auszugleichen: Trotz des Stellenausbaus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fuhr die Bank ihre Personalkosten um fast ein Drittel zurück. Sie lagen zwischen Januar und März 2008 bei 2,93 Milliarden Euro nach 4,33 Milliarden Euro im Vorjahr. Dies ist vor allem auf die deutlich geringeren Bonuszahlungen zurückzuführen, die wegen der eingebrochenen Erträge kräftig zurückgeschraubt wurden.

kaz/dpa/dpa-AFX/AP

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