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Renditebringer Indexfonds: Die Geldanlage, die Bankberater fürchten

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Wer trotz Niedrigzinsen Rendite machen will, kommt an ihnen nicht vorbei: Fonds, die automatisch einen Aktienindex wie den Dax nachbilden. Banken empfehlen die Fonds ungern - weil sich mit ihnen kaum Provisionen verdienen lassen.

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Händler vor Dax-Kurve: Wer auf den Index setzt, gewinnt fast immer

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  • Finanztip
    Hermann-Josef Tenhagen (Jahrgang 1963) ist Chefredakteur von "Finanztip". Das Onlineportal ist gemeinnützig. "Finanztip" refinanziert sich über sogenannte Affiliate-Links. Mehr dazu hier.

    Tenhagen hat zuvor als Chefredakteur 15 Jahre lang die Zeitschrift "Finanztest" geführt. Nach seinem Studium der Politik und Volkswirtschaft begann er seine journalistische Karriere bei der "Tageszeitung". Dort ist er heute ehrenamtlicher Aufsichtsrat der Genossenschaft. Bei SPIEGEL ONLINE schreibt Tenhagen wöchentlich über den richtigen Umgang mit dem eigenen Geld.
Der Blick auf das Festgeldkonto schmerzt: Kaum mehr als ein Prozent gibt's da aufs Ersparte. Dagegen brachten etwa Aktien zuletzt traumhafte Renditen: So hat sich der Dax, der Index der 30 deutschen Großunternehmen, seit 2009 mehr als verdoppelt. In Aktien anlegen hätte sich in den vergangen fünf Jahren wahrlich gelohnt, nicht nur in deutschen.

Halt werden Sie sagen, die schönen Renditen gibt's doch nur, weil das Kaufen solcher Aktienfonds riskant ist. Stimmt natürlich.

Aber sie sollten ja auch nicht ihr ganzes Geld in Aktien anlegen, nur einen Teil. Und nicht in einzelne Aktien investieren, sondern in einen Aktienfonds, bei denen sie gleich einen Korb von Aktien kaufen und nicht vom Wohl und Wehe einer Firma abhängen.

Ein bisschen Risiko kann fast jeder eingehen. Zudem: Je länger Sie in Aktienfonds anlegen, desto geringer wird dieses Risiko. Das gilt selbst dann, wenn die Aktienkurse vermeintlich schon hoch sind. Damit sich die Anlage in Aktien sicher lohnt, sollten Sie in der Lage sein, das Geld zehn Jahre oder länger dort ruhen zu lassen.

Ganz wichtig aber: Sie müssen heute beim Anlegen in Aktienfonds nicht mehr Banken und Fondsmanager reich machen.

Das Geldinstitut verdient mehr an klassischen Angeboten

Seit fast einem Jahrzehnt können Kleinanleger in Deutschland fürs Anlegen mit mehr Chancen und ein wenig Risiko Indexfonds kaufen - oder "ETFs", wie Fachleute sie nennen. Der Vorteil: Die Kosten für den Anleger sind deutlich niedriger und das Risiko ist kleiner als bei früheren Anlagen in klassischen Aktienfonds. Indexfonds bilden genau den Markt ab, ein Indexfonds auf den Dax kopiert also die Wertentwicklung des Dax. Weil sich diese Indexfonds genau wie ihr Index verhalten, werden Fehler des Fondsmanagements bei der Aktienauswahl vermieden, die zu Verlusten führen können. Und weil nichts gemanagt wird, muss auch kein Manager bezahlt werden.

Warum Sie von all diesen Argumenten für Indexfonds noch nicht gehört haben? Wahrscheinlich, weil ihre Bank oder Sparkasse für diese Art Aktienfonds keine Plakate ins Schaufenster stellt und keine Broschüren druckt. Denn auch das Geldinstitut verdient weniger an den Indexfonds als an den klassischen Angeboten. Normal sind für Banken und Sparkassen bei klassischen Aktienfonds bis zu fünf Prozent Verkaufsprovisionen am Anfang und ein Anteil an der jährlichen Managementgebühr des Fonds, die oft um die 1,5 Prozent beträgt.

Welche Indexfonds eignen sich für Anfänger?

Es geht dabei um viel Geld. Schon bei 20.000 Euro Anlagesumme macht die Kostendifferenz zwischen einem günstigen Indexfonds und einem teuren gemanagten Fonds über die Jahre Tausende Euro aus. Bei Finanztip haben wir gerade ausgerechnet, dass durch Zins und Zinseszins über zehn Jahre 3.800 Euro weniger Kosten anfallen können als beim klassischen Produkt. Über 25 Jahre werden daraus deutlich fünfstellige Beträge. Zumal es die wenigsten Fondsmanager schaffen, besser abzuschneiden als der Index. Viele jedoch schlechter.

Welche Indexfonds aber eignen sich für Anfänger?

Hier kommen Sie einfach in zwei Schritten zum Ziel: Erstmal ist es wichtig den richtigen Index auszuwählen. Am besten funktioniert das Modell mit Fonds, die den sogenannten MSCI World Index abbilden. Dieser MSCI ist ein Index mit dem die Wertentwicklung von rund 1600 Aktiengesellschaften in den großen Industrieländern erfasst wird - von A wie Adidas bis Y wie Yahoo. Dort gleichen sich die Schwächen und Stärken unterschiedlicher Firmen in unterschiedlichen Ländern aus und der Index schwankt weniger. Das bedeutet, dass auch der Wert ihres Aktienfonds, der den Index nachbildet, weniger schwankt.

Jetzt brauchen Sie nur noch einen Fonds, der diese Nachbildung wirklich preiswert ermöglicht. In Deutschland werden nach unserer Analyse drei günstige Fonds für diesen Index angeboten, nämlich:

  • iShares Core MSCI World UCITS ETF (WKN A0RPWH) von Blackrock
  • ComStage MSCI World TRN UCITS ETF (WKN ETF110) der Commerzbank
  • db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF (WKN A1XB5U) der Deutschen Bank

Anteile von einem dieser Fonds zu kaufen, ist der richtige Einstieg für Ihre langfristige Vermögensbildung mit Aktienfonds. Fragen Sie mal Ihre Bank danach!

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