Verbraucherpreise Inflation in China steigt auf höchsten Stand seit 2014

Die Inflation in China ist im Januar unerwartet stark gestiegen. Die Verbraucherpreise legten vor dem chinesischen Neujahrsfest im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent zu.

Laternenfest in Peking
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Laternenfest in Peking


Die Inflation in China ist zu Jahresbeginn so stark gestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Im Januar zogen die Verbraucherpreise überraschend kräftig um 2,5 Prozent im Vergleich zum Januar 2016 an, wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte. Das ist der höchste Zuwachs seit Mai 2014. Vor allem höhere Preise für Lebensmittel und für Bus- und Bahnfahrkarten sowie Flugtickets vor dem chinesischen Neujahrsfest dürften dazu beigetragen haben.

Der Anstieg beschleunigte sich im Januar damit, nachdem im Dezember die Preise für Reisen, Nahrung und Kleidung schon deutlich um 2,1 Prozent gestiegen waren. Die Erzeugerpreise schnellten im Januar sogar um 6,9 Prozent in die Höhe und damit so stark wie seit August 2011 nicht mehr. Ursache waren vor allem höhere Preise für Öl, Gas und Rohstoffe aber auch die niedrige Vergleichsbasis vor einem Jahr.

Steigende Staatsausgaben und der boomende Immobilienmarkt sorgten zudem für eine weiter wachsende Nachfrage nach Stahl und anderen Rohstoffen. Dies dürfte die Gewinne der Unternehmen stärken und ihnen mehr Mittel zum Abbau ihres hohen Schuldenbergs geben. Allerdings wuchs zuletzt auch die Furcht vor spekulativen Preisblasen.

China macht seit einiger Zeit eine Abkühlung der jahrelang boomenden Konjunktur zu schaffen. Zuletzt gab es allerdings vermehrt Signale, dass sich die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt stabilisiert. (Lesen Sie hier eine Analyse der chinesischen Wachstumszahlen.)

In den vergangenen Monaten haben die Inflationserwartungen für die meisten Industrieländer zugelegt. Der Grund ist eine weltweite Erholung der Produktion und damit steigende Preise für Erdöl und Eisenerz, dessen Preis in China auf den höchsten Stand seit drei Jahren gestiegen ist.

nck/Reuters

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Worldwatch 14.02.2017
1. Wie viel Geld im Lebensmittelbereich ...
... Und den teils heftigen Preissteigerungen hierfür, bei den Erzeugern hängen bleiben wird, ist fraglich. Fraglos ist, dass die Bauern höhere Erlöse benötigen, um den Armutsfallen zu entkommen. Aber die stark gestiegenen Absatztanforderungen, etwa aufgrund vergangener Lebensmittelskandale, im Bereich Ueberwachung und Qualitätssicherung, dürften der Hauptgrund für die harschen Preissteigerungen bei Lebensmitteln in China sein.
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