Insolvenzantrag Lars Windhorst scheitert mit Beteiligungsgesellschaft

Neue Pleite für Lars Windhorst: Nachdem die Nord/LB seine Beteiligungsgesellschaft Vatas verklagt hat, muss der einstige Vorzeigeunternehmer der Helmut-Kohl-Ära einmal mehr Insolvenz anmelden.


Berlin - Die Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas von Lars Windhorst hat Antrag auf Insolvenz gestellt. Das teilte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt Rüdiger Wienberg am Donnerstag mit.

Unternehmer Windhorst: Beteiligungsgesellschaft stellt Antrag auf Insolvenz
DDP

Unternehmer Windhorst: Beteiligungsgesellschaft stellt Antrag auf Insolvenz

Vatas war unter anderem an der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin und dem Telekommunikationskonzern Freenet beteiligt. Die Sanierung der Beteiligungsgesellschaft war laut Wienberg vor wenigen Tagen gescheitert, nachdem die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) Vatas auf Zahlung von rund 150 Millionen Euro verklagt hatte. In der Folge hätten die Geschäftsführer Lars Windhorst und Peter Ogrisek Insolvenzantrag gestellt.

Die Nord/LB hatte im Auftrag von Vatas größere Aktienpakete von Firmen wie Balda, Curanum, Euromicron sowie von dem US-Unternehmen RemoteMDx gekauft. Die Beteiligungsgesellschaft nahm die Anteile allerdings nicht ab. Da die Kurse der Firmen stark nachgaben, musste die Landesbank für Wertberichtigungen Rückstellungen von 132 Millionen Euro bilden.

Der Vorfall kostete den für Handel zuständigen NordLB-Vorstand Jürgen Kösters den Job. Die Finanzaufsicht Bafin startete wegen des Vorfalls eine Sonderprüfung bei der Landesbank.

Der heute 32 Jahre alte Investor Windhorst machte in den neunziger Jahren Furore, als er im Alter von 15 Jahren eine Computerfirma aufbaute und als gefeierter Jungunternehmer den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf Staatsreisen begleitete. Mit dem Platzen der Internetblase zu Beginn des Jahrtausends mussten allerdings drei seiner Firmen Insolvenz anmelden - und Windhorst als Privatperson ebenfalls.

ssu/dpa/ddp/Reuters



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