Internet: AOL und Microsoft basteln Anti-Google-Allianz

Der weltgrößte Medienkonzern Time Warner und Microsoft bereiten einen Großangriff auf Google vor. Durch einen Zusammenschluss des Online-Dienstes AOL mit dem MSN-Internet-Portal würde der Suchmaschinenhersteller einen seiner wichtigsten Kunden verlieren.

Google-Seite: Angriff von AOL und Microsoft
DPA

Google-Seite: Angriff von AOL und Microsoft

New York - Wie die "New York Times" (NYT) in ihrer Online-Ausgabe berichtet, werden verschiedene Lösungen diskutiert, darunter auch ein Zusammenschluss der beiden Online-Dienste in einer neuen gemeinsamen Gesellschaft. Microsoft Chart zeigen könnte dann die Suchfunktion für das AOL-Portal bereitstellen berichtet die Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreise. Die Unternehmen nahmen dazu bislang keine Stellung.

Künftig wolle sich Microsoft auf die Entwicklung von Suchprodukten im Internet konzentrieren, statt auf das Web-Portal und Internet-Zugangsgeschäft, die man nicht mehr als strategisch wichtig ansehe, berichtet die "NYT". Microsoft habe angeboten, sein MSN-Internet-Portal und seine Anwählkunden an AOL oder Yahoo Chart zeigen zu verkaufen. Das Internet-Portal Yahoo hatte abgelehnt, während Time Warner für seine AOL-Tochter Interesse bekundete.

Die Gespräche seien von Microsoft initiiert worden und liefen bereits seit Jahresanfang, heißt es in dem Bericht weiter. Der größte Software-Konzern der Welt will mit der Allianz vor allem die aufstrebende Suchmaschine Google Chart zeigen in die Schranken weisen. Google dominiert das Suchgeschäft und weitet seine Aktivitäten zusehends auch auf andere Bereiche wie E-Mail oder Desktop-Suche aus.

Der Zusammenschluss zwischen AOL und Microsoft wäre für Google ein Rückschlag, weil das Unternehmen die Web-Suche bislang für AOL organisiert hat. Elf Prozent des Google-Umsatzes kamen in diesem Jahr von Anzeigen, die auf AOL-Web-Seiten platziert waren.

Noch sind die Bedingungen eines möglichen Zusammengehens nicht vollständig geprüft worden. Sie hängen davon ab, welche Vermögenswerte vereint würden, schreibt die "NYT". Da AOL größer und profitabler ist als MSN, würde Time Warner die Mehrheit an dem neuen Unternehmen halten, falls Microsoft nicht Bargeld zuschießt, um seinen Anteil zu erhöhen. Auf eine Kombination von AOL und MSN entfielen 18 Prozent des US-Marktes verglichen mit 46 Prozent für Google und 23 Prozent für Yahoo.

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