Internet-Werbung: Microsoft will Google-Geschäft hintertreiben

Durch den milliardenschweren Zukauf des Online-Werbevermarkters DoubleClick hat Google seine Konkurrenten gehörig aufgeschreckt. Ausgerechnet Vertreter von Microsoft warnen vor Gefahren für den freien Wettbewerb – und appellieren an die Kartellbehörden.

New York – Was tun, jetzt wo Google Chart zeigen seinen Zugriff auf das Geschäft mit Online-Werbung verstärkt hat? Über diese Frage hätten Manager mehrerer Konkurrenten am Telefon beraten, berichtete das "Wall Street Journal". Vor allem Microsoft Chart zeigen und der Telekom-Konzern AT&T Chart zeigen wollten die US-Kartellbehörden zu einer harten Prüfung des DoubleClick-Kaufs durch Google bewegen. Microsoft sei Wortführer des Widerstandes, habe es bei einigen Unternehmen geheißen.

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Google hatte Microsoft und Yahoo im Kampf um den Werbevermarkter DoubleClick ausgestochen und einen Kaufpreis von 3,1 Milliarden Dollar (knapp 2,3 Milliarden Euro) vereinbart. Google ist bereits Marktführer bei Text-Anzeigen zu Suchanfragen und bekommt damit auch eine starke Position bei so genannter Display-Werbung mit Bildern und Videos.

Microsoft-Chefjurist Brad Smith kritisierte im "Wall Street Journal", der DoubleClick-Kauf führe die beiden größten Anbieter von Internet-Werbung zusammen und schränke erheblich den Wettbewerb in der Branche ein. Google und DoubleClick würden zusammen mehr als 80 Prozent der Werbung umschlagen, die ein Internet-Nutzer sieht, wenn er eine Website ansteuert, argumentierte er.

AT&T-Manager Jim Cicconi rief die Wettbewerbsbehörden zu einer aufmerksamen Prüfung des Deals auf. Es entstehe der Eindruck, dass Google sich in eine dominierende Position als einziger Vermittler von Werbung im Internet bringen wolle. Google dagegen zeigt sich zuversichtlich, die Zustimmung der US-Kartellbehörden für das Geschäft zu bekommen.

itz/dpa-AFX

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