Investoren-Suche: Bundesregierung und GM streiten über Opel-Gebote

Im Bieterwettstreit um Opel kühlt das Klima zwischen der Bundesregierung und dem US-Mutterkonzern General Motors nach SPIEGEL-Informationen immer mehr ab. Die Amerikaner wollen sich Zeit lassen mit dem Verkauf und favorisieren den Finanzinvestor RHJI - Berlin hat jetzt Protest eingelegt.

Hamburg - Nach mehreren erfolglosen Verhandlungsrunden schrieb Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann vergangene Woche einen Brief an John Smith, den Verhandlungsführer von GM. In ihm erinnerte Homann den teilweise im Besitz des amerikanischen Staates befindlichen Konzern daran, dass die staatlichen Kredite und Bürgschaften für Opel an Bedingungen geknüpft sind.

Opel-Werk (in Bochum): Brief aus dem Wirtschaftsministerium Zur Großansicht
ddp

Opel-Werk (in Bochum): Brief aus dem Wirtschaftsministerium

So müsse der künftige Eigentümer unter anderem gewährleisten, dass Opel als eigenständige Marke dauerhaft erhalten bleibe. Vergangenen Mittwoch waren die Differenzen zwischen Berlin und Detroit bei einem Treffen im Kanzleramt offen zutage getreten. GM-Verhandlungsführer Smith hatte seine Sympathie für das Angebot des belgischen Finanzinvestors RHJI zu erkennen gegeben.

Zugleich machte er deutlich, dass er für die Entscheidung keine Zeitnot sehe. Zeit sei eher ein Problem der deutschen Seite. Jens Weidmann, Wirtschaftsberater der Kanzlerin, sprach sich dagegen für die Offerte des kanadisch-österreichischen Zulieferkonzerns Magna aus. Einig waren sich die beiden Seiten lediglich, die Konzepte der beiden verbliebenen Opel-Bieter weiter zu prüfen zu wollen.

So stellten sie eine Liste offener Fragen zusammen, die in dieser Woche mit Magna und RHJI in getrennten Verhandlungsrunden besprochen werden sollen. Sind die Verhandlungsteams erfolgreich, will GM möglicherweise bei einer Vorstandssitzung Anfang August über den Opel-Verkauf entscheiden.

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Forum - Wer soll Opel retten?
insgesamt 2958 Beiträge
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1.
IsArenas, 27.04.2009
Fiat! Soviel Lokalpatriotismus muss sein. Lust wär's und gut iss. Ahnung habe ich nicht, aber die Wahrscheinlichkeit daneben zu liegen, ist aus meiner Sicht bei der Alternative genauso groß, eben deshalb, weil eh NIEMAND den Durchblick hat.
2.
m-pesch, 27.04.2009
Zitat von sysopFür Opel gibt es mehrere Interessenten. Wer wäre Ihrer Meinung nach der beste Investor?
Egal wer Opel übernimmt. Er muß erst mal garantieren das die nächsten Jahrzehnte in diesem hochprofitablen Weltunternehmen kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird. Und außerdem muß er anerkennen das in dem dann größeren Konzern nur einer das sagen hat, nämlich der Opel Betriebsrat. Ist ja wohl das Mindeste was amn einem Unternehmen das ja bekanntlich das Auto erfunden hat zugesehen muß. :-))
3.
Hartmut Dresia, 27.04.2009
Zitat von sysopFür Opel gibt es mehrere Interessenten. Wer wäre Ihrer Meinung nach der beste Investor?
So oder so, 5 Milliarden Euro könnte den Staat die Rettung kosten (http://www.plantor.de/2009/opel-5-milliarden-euro-koennte-den-staat-die-rettung-kosten/). Schon jetzt kämpft die Autoindustrie mit großen Überkapazitäten. Sergio Marchionne, Fiat-Chef und UBS-Vizepräsident, glaubt, dass letztlich nur sechs oder fünf globale Autokonzerne überleben werden. Von den 94 Millionen Autos Jahreskapazität seien 30 Millionen überflüssig. Er erwarte eine Welle von Konsolidierungen.
4.
rkinfo 27.04.2009
Zitat von m-peschEgal wer Opel übernimmt. Er muß erst mal garantieren das die nächsten Jahrzehnte in diesem hochprofitablen Weltunternehmen kein einziger Arbeitsplatz abgebaut wird. Und außerdem muß er anerkennen das in dem dann größeren Konzern nur einer das sagen hat, nämlich der Opel Betriebsrat. Ist ja wohl das Mindeste was amn einem Unternehmen das ja bekanntlich das Auto erfunden hat zugesehen muß. :-))
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,621228,00.html 27. April 15.40 Uhr: Das *General-Motors-Management *bittet die Regierung in Washington um eine weitgehende *Verstaatlichung*. Wie GM mitteilte, soll der amerikanische *Staat die Hälfte* der *Konzernaktien* erhalten und dafür dem Unternehmen im Gegenzug die Hälfte seiner Schulden bei der öffentlichen Hand von 15,4 Milliarden US-Dollar erlassen. Wenn sich die Politik bei uns nicht beeilt wird bald B- Obama Chef bei Opel sein ... "Yes we can" Cars - Made in Rüsselsheim.
5. kkollektives halluzinieren
vanill68 27.04.2009
allenthalben liest man in deutschen medien, daß fiat opel technologie abschöpfen könnte. meine frage dazu ? was kosten eigentlich bekiffte journalisten. gilt es in d. noch, etwas zu recherchieren, bevor man es schreibt. oder genügt dazu das ja vom opel-betriebsrat ? opel hat ***keine*** nennenswerte technik ! beim insignia ist allenfalls die integration zugekaufter komponenten geglückt. fiat entwickelt und baut diesel-motoren, die state-of-the-art sind. und opel kauft sie. wo opel motoren drin sind, folgen verkaufseinbrüche (alfa 159, die benziner) commonrail ist eine fiat entwicklung, entwickelt bei elasis/neapel, erstmals käuflich im alfa 156. fiat hat neueste technologien im benziner bereich in der pipeline ... die qualität deutscher medien ist zum schreien, oder wird bezahlt ? - bisher kannte man das ja nur von der autobild.
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