Wirkung der Sanktionen: Irans Währung fällt und fällt

Die Sanktionen gegen den Iran drücken massiv auf die Landeswährung: Der Rial sinkt gegenüber dem Dollar auf einen Tiefstand - seit Ende 2011 hat er mehr als 80 Prozent an Wert verloren.

Petrochemische Anlage in Iran: Teuerungsrate schon jetzt bei 25 Prozent Zur Großansicht
DPA

Petrochemische Anlage in Iran: Teuerungsrate schon jetzt bei 25 Prozent

Dubai - Es ist ein Rekordtief für die iranische Landeswährung, mal wieder: 37.500 iranische Rial entsprachen am Dienstag einem Dollar. Am Vortag war ein Dollar noch für 34.200 Rial zu haben. Versuche der Regierung in Teheran, die Währung zu stützen, misslingen offenbar.

Damit setzt sich der Abwärtstrend des Rial fort. Seit Ende 2011 hat die Währung mehr als 80 Prozent ihres Werts verloren. Der starke Rückgang deutet darauf hin, dass die Islamische Republik wegen der internationalen Sanktionen im Atomstreit immer weniger Devisen einnimmt.

Westliche Staaten verdächtigen Iran, Atomwaffen zu entwickeln. Die Regierung in Teheran bestreitet dies und beteuert, sein Nuklearprogramm ausschließlich friedlich nutzen zu wollen. Die Sanktionen behindern iranische Ölverkäufe ins Ausland und haben die Banken des Landes vom internationalen Zahlungsverkehr weitgehend abgeschnitten. Nach Schätzungen Israels sind Iran wegen der Sanktionen 45 bis 50 Milliarden Dollar an Öleinnahmen entgangen. Der jüdische Staat sieht sich wegen des Atomprogramms besonders bedroht.

Die Bevölkerung Irans leidet am stärksten unter den Sanktionen, sie sieht sich rasant steigenden Preisen ausgesetzt. Die Inflation wird wegen des fallenden Rials jedoch weiter zunehmen. Schon jetzt beträgt die offiziell ermittelte Teuerungsrate 25 Prozent.

yes/Reuters

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insgesamt 32 Beiträge
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1. Ach es geht ja nicht um,
newsfreak 02.10.2012
Milliardenverträge in der Ölindustrie und bessere Transportwege vom Balkan über den Iran durch die Straße von Hormuz, oder über Iraq und Syrien durch das Mittelmeer. Die Währung sinkt um zum Einknicken zu bewegen, der Iran muss sich wohl in einigen Sichtpunkten gegenüber möglichen Investoren eine andere Meinung gehabt haben. Vielleicht wäre es nicht schädlich ein bisschen davon Kund zu tun. Oder ist das die Iranische Atombombe die jeder vermutet?
2.
ehf 02.10.2012
Nicht, dass die nachher noch einen Rettungsschirm bei uns beantragen.
3. Na und
braunschweiger77 02.10.2012
sinkende Währungen sind doch etwas Gutes. Erzählen uns die Euro-Gesundbeter doch Tag für Tag.
4. Angst
famulus 02.10.2012
Zitat von ehfNicht, dass die nachher noch einen Rettungsschirm bei uns beantragen.
Ich hatte auch schon Angst deswegen. Und ich war der Meinung, dass Währungen fallen, wenn faule Pleitestaaten unterstützt werden müssen. Oder steht es um den €uro so schlecht, weil man Sanktionen gegen den €uro-Raum verhängt hat. Dem Iran kann der Verfall seiner Währung übrigens egal sein, da er sowieso international nichts kaufen kann und sein Öl an China z.B. auf Barterbasis verkauft. Also, wieder mal umsonst geunkt.
5. Also doch keine
dunnhaupt 02.10.2012
Zum Glück hat Ahmadinedschad seine gesamten Euro-Ölmilliarden noch rechtzeitig in US-Dollar umgetauscht. Dabei war er es doch gerade, der einst den Euro als "neue Ölwährung" proponiert hatte. Aber Irans Hauptkunden China und Indien wollten nicht in Euro bezahlen.
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Fläche: 1.648.195 km²

Bevölkerung: 74,962 Mio.

Hauptstadt: Teheran

Staatsoberhaupt und Religionsführer:
Ajatollah Ali Chamenei

Staats- und Regierungschef:
Hassan Rohani

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Republik Iran
Land
Die Islamische Republik Iran ist mit einer Fläche von rund 1,7 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland. Das Land besitzt nach Russland die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt, beim Erdöl steht Iran auf Platz drei und ist derzeit nach Saudi-Arabien der größte Produzent innerhalb der Opec.
Politik
Seit der Islamischen Revolution von 1979 haben der Revolutionsführer, aktuell Ajatollah Ali Chamenei (Bild), und der Wächterrat die größte Macht im Staat. Der Wächterrat kontrolliert die Kandidaten für Wahlen. Der Regierungschef ist der gewählte Präsident - seit August 2013 Hassan Rohani.
Leute
Iran hat rund 75 Millionen Einwohner. Auf dem Uno-Index menschlicher Entwicklung (HDI) für 179 Staaten belegt Iran Platz 76 (Deutschland ist auf Platz 5). Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 73 Jahren (zum Vergleich: Die Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 80 Jahren).
Wirtschaft
Die Wirtschaftsleistung pro Kopf betrug 2008 laut einer Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) rund 5200 Dollar. Begünstigt vom hohen Ölpreis wuchs die Wirtschaft zuletzt um etwa sechs Prozent. Neben der Arbeitslosenquote, die laut inoffiziellen Schätzungen bei etwa 30 Prozent liegt, ist die Inflation eines der größten wirtschaftlichen Probleme. 2008 soll sie bei fast 30 Prozent gelegen haben, für 2009 rechnet der IWF mit 25 Prozent. Im Jahr 2005 machten Teherans Ausgaben für das Militär laut Uno-Statistiken 5,8 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung aus (Deutschland: 1,4 Prozent).
Menschenrechte
Nach China ist Iran das Land, in dem die meisten Todesurteile vollstreckt werden. Laut Amnesty International wurden 2009 mindestens 388 Menschen hingerichtet, das waren 42 Hinrichtungen mehr als im Vorjahr. Der Uno zufolge saßen 2007 pro 100.000 Einwohner 214 Menschen im Gefängnis (in Deutschland sind es 95). Korruption ist in Iran weit verbreitet. Auf dem weltweiten Index von Transparency International nimmt Iran 2009 bei 180 beobachteten Staaten den 168. Rang ein (Deutschland: 14).
Chronik
Aufstieg von Mohammed Resa
Im Zweiten Weltkrieg gilt der monarchische Staat Iran als Freund der Achsenmächte. Britische und sowjetische Truppen besetzen daher 1941 das Land. Resa Schah muss abdanken. Die Alliierten inthronisieren seinen Sohn Mohammed Resa . Wegen seiner proamerikanischen Reformpolitik gerät der Schah erstmals 1963 in die Kritik von Ajatollah Ruhollah Chomeini, einem damals hochrangigen religiösen Führer, den die Regierung ein Jahr später in die Türkei abschiebt. Chomeini geht schließlich in den Irak. Dort bleibt er 13 Jahre und entwickelt er das Staatsmodell des islamischen Staates. Mit seiner repressiven Politik und seinem dekadenten Herrschaftsstil bringt der Schah eine wachsende Opposition aus sehr unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Schichten gegen sich auf.
Ajatollah Chomeini und die islamische Revolution
1978 mobilisieren Liberale und Konservative, Säkulare und Religiöse, Linke und Rechte Massenproteste gegen den Schah. Zur Leitfigur des Protests wird Ajatollah Chomeini. Den landesweiten Streiks und Massendemonstrationen in Teheran schließen sich Hunderttausende an. Armee und Polizei gehen teilweise brutal gegen die Demonstranten vor. Dennoch enden die Proteste mit dem Sturz des Schahs am 16. Januar 1979. Nach Chomeinis Rückkehr aus dem Exil in Frankreich, wohin er 1978 gedrängt worden war, spricht sich die Bevölkerung in einem Referendum für die Islamische Republik aus, deren oberster Führer der Großajatollah selbst wird.

Die Außenpolitik Chomeinis wendet sich vor allem gegen die USA und Israel. Am 4. November 1979 besetzen islamische Kräfte die amerikanische Botschaft und nehmen mehr als 50 Geiseln, die erst nach 444 Tagen wieder freikommen. Chomeini billigt die Aktion. Die Beziehungen zu den USA erreichen ihren Tiefpunkt. Unterstützt von den USA überfällt der Nachbarstaat Irak am 22. September 1980 Iran. In dem folgenden acht Jahre langen Krieg zwischen den beiden Ländern sterben etwa eine Million Menschen.
Phase der Islamisierung
Im Laufe des Kriegs treibt die Regierung die Islamisierung des Landes voran. Für Frauen gilt eine strenge Kleiderordnung, in öffentlichen Verkehrsmitteln die Geschlechtertrennung. Chomeini lässt linksgerichtete politische Häftlinge ermorden, vor allem Anhänger der Volksmudschahidin, die noch während der Revolution auf Seiten Chomeinis standen.

1989 stirbt der religiöse Führer. Der Expertenrat, ein Gremium aus höchsten religiösen Sachverständigen, ernennt Ajatollah Ali Chamenei zum Nachfolger. In den Folgejahren hat Iran stark unter zunehmender Korruption zu leiden. Die Liberalisierung der Wirtschaft bleibt weitgehend wirkungslos. Bereits 1995 verhängen die USA erste wirtschaftliche Sanktionen, weil Iran nach US-Auffassung den internationalen Terrorismus unterstützt.
Vom Reformer Chatami zum Hardliner Ahmadinedschad
Der als liberaler Geistlicher geltende Mohammed Chatami gewinnt 1997 die Präsidentschaftswahl. Seine innenpolitischen Reformbemühungen geraten allerdings ins Stocken, da er versucht, zu viele politische Lager zusammenzubringen, und die nach wie vor einflussreichen konservativen Hardliner erheblichen Widerstand leisten. Im Juni 2005 erobert der frühere Bürgermeister Teherans und konservative Hardliner Mahmud Ahmadinedschad das Amt des Präsidenten. Außenpolitisch sorgt er vor allem durch Vorantreiben eines Atomprogramms und harsche verbale Angriffe gegen Israel für Ärger.