Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Umstrittener Werbevertrag: Sprudel-Streit um Scarlett Johansson

Scarlett Johansson ist zwischen die Fronten des Nahost-Konflikts geraten. Die Schauspielerin engagiert sich künftig nicht mehr für die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam - die stört sich an ihrem Werbevertrag mit dem israelischen Sprudel-Konzern Sodastream.

Scarlett Johansson: Ende des Einsatzes gegen Armut Fotos
Getty Images

Los Angeles/Maale Adumim - Schauspielerin Scarlett Johansson ist wegen eines Werbevertrags in politische Turbulenzen geraten. Die 29-Jährige hat ihr Engagement als Botschafterin der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam beendet. Pro-palästinensische Aktivisten hatten zuvor ihre Zusammenarbeit mit dem Wassersprudler-Hersteller Sodastream kritisiert - der produziert seine Geräte in einer israelischen Siedlung im von Palästinensern beanspruchten Westjordanland.

Ein Sprecher der Schauspielerin teilte mit, Johansson habe eine "fundamentale Meinungsverschiedenheit" mit Oxfam, da die Organisation jeden Handel mit Erzeugnissen aus israelischen Siedlungsgebieten ablehne. Diese seien aus Sicht von Oxfam illegal und widersprächen palästinensischen Rechten. Johansson selbst hatte sich schon vergangene Woche zu der Kritik an ihrem Vertrag mit Sodastream geäußert. Sie sei "eine Unterstützerin der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und des sozialen Austauschs zwischen einem demokratischen Israel und Palästina".

Auslöser des Konflikts ist das Engagement von Sodastream im Westjordanland, einem seit 1967 von Israel besetzten Gebiet östlich der sogenannten Grünen Linie. Dort produziert der Konzern in seiner größten von weltweit 20 Fabriken seit zwei Jahrzehnten Wassersprudler, Flaschen und CO2-Zylinder. In dem Werk arbeiten laut "Financial Times" 500 Palästinenser aus dem Westjordanland sowie 800 Juden und Araber aus dem israelischen Kernland.

Sodastream verteidigt die Fabrik als "Friedensmodell"

Sprecher des Sodastream-Konzerns sagten, israelische und palästinensische Arbeiter in der Fabrik erhielten gleiche Löhne und Sozialleistungen. Die Firma helfe dabei, Hunderte palästinensische Familien zu ernähren, sagte Vorstandschef Daniel Birnbaum: "Diese Fabrik ist ein Traum für Aktivisten und Politiker auf beiden Seiten dieses Dilemmas, weil es ein Friedensmodell ist und jeden Tag beweist, dass Frieden zwischen unseren Völkern möglich ist." Ein Arbeiter sagte hingegen der Nachrichtenagentur Reuters, dass der Arbeitsalltag von Rassismus geprägt sei und der Großteil des Führungspersonals aus Israelis bestehe.

Scarlett Johansson war seit 2007 Botschafterin für Oxfam. Als Botschafterin der Entwicklungshilfeorganisation reiste sie unter anderem nach Indien, Sri Lanka und Kenia, um auf die Auswirkungen humanitärer Katastrophen und chronischer Armut aufmerksam zu machen.

Den Vertrag als Werbebotschafterin für Sodastream, der mit mehreren Millionen Dollar dotiert sein soll, hatte Johansson erst kürzlich unterschrieben. Sie soll unter anderem in einem Werbespot für den Wassersprudler-Hersteller beim US-amerikanischen Super Bowl am Sonntag auftreten. Dieser Spot hatte in den USA für Aufsehen gesorgt, weil darin Konkurrenzunternehmen direkt kritisiert werden. Sodastream erklärte sich daraufhin bereit, die beleidigende Passage aus dem Video zu entfernen.

mxw/AP/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 15 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
maburayu 30.01.2014
Soll die Firma doch einfach Steuern an Palästina zahlen, dann hätte keiner etwas dagegen. Nur weil man gleiche Löhne zahlt ist man noch kein Friedensprojekt.
2. die lieben "Aktivisten"
schon,aber 30.01.2014
Da bewahrheitet sich wieder mal der Antisemitismus linker "Aktivisten" (»Kauft nicht bei Juden«). Keine Spenden für solche Ideologen, die radikalen Arabern in die Hände spielen.
3.
TomRohwer 30.01.2014
---Zitat--- In dem Werk arbeiten laut "Financial Times" 500 Palästinenser aus dem Westjordanland sowie 800 Juden und Araber aus dem israelischen Kernland. ---Zitatende--- ... Die "Juden und Araber aus dem israelischen Kernland" nennt man übrigens *Israelis*, und die sind mitnichten alle Juden oder Araber, da gibt es auch Christen, und Buddhisten, und Moslems, und Atheisten...
4.
alfredoneuman 30.01.2014
Zitat von maburayuSoll die Firma doch einfach Steuern an Palästina zahlen, dann hätte keiner etwas dagegen. Nur weil man gleiche Löhne zahlt ist man noch kein Friedensprojekt.
Ich denke da gehen mehr Steuern nach Palästina als beispielsweise von Amazon an den deutschen Fiskus. Aber das ist doch gar nicht der Standpunkt von Oxfam, und anderer selbstgerechter Doppelmoralisten, die glaubhafter wären, wenn sie beispielsweise für das Labeling von Produkten eintreten würden, die in Tibet produziert wurden und auf den "Made in China" steht.
5. Die arabischen und israelischen
atherom 30.01.2014
Zitat von sysopGetty ImagesScarlett Johansson ist zwischen die Fronten des Nahost-Konflikts geraten. Die Schauspielerin engagiert sich künftig nicht mehr für die Entwicklungshilfeorganisation Oxfam - die stört sich an ihrem Werbevertrag mit dem israelischen Sprudel-Konzern Sodastream. Israel: Scarlett Johansson beendet Engagement für Oxfam - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/israel-scarlett-johansson-beendet-engagement-fuer-oxfam-a-946326.html)
Arbeiter bekommen nicht nur den gleichen Lohn (dieser ist übrigens doppelt so hoch, wie sonst Vergütung in der Westbank), sie haben auch eine Moschee auf dem Werksgelände.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Israel-Reiseseite



Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: