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IWF-Bericht: Ukraine benötigt bei anhaltenden Kämpfen weitere Milliardenhilfen

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DPA

IWF in Washington: Ukraine-Krise birgt "erhebliche ökonomische Konsequenzen"

Der Internationale Währungsfonds sieht immense Risiken für die Wirtschaft in der Ukraine. Bei fortwährenden Kämpfen könnte das Land bis Ende 2015 demnach weitere Finanzhilfen benötigen - in Höhe von 19 Milliarden Dollar.

Washington/Kiew - Der Konflikt in der Ukraine birgt nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) große Gefahren für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. "Eine weitere Verschärfung der geopolitischen Spannungen könnte erhebliche ökonomische Konsequenzen haben", teilt der IWF in einem Bericht zur Lage in dem Land mit.

Die Ukraine dürfte demnach bei einer Fortsetzung der Kämpfe sehr viel mehr Gelder benötigen als die bislang zugesagten knapp 17 Milliarden Dollar. Der Bedarf an "zusätzlichen externen Finanzhilfen" könnte sich bis Ende 2015 um rund 19 Milliarden Dollar steigern, heißt es in dem Bericht.

Die IWF-Experten gehen außerdem davon aus, dass sich die Rezession durch den Konflikt im industriellen Osten des Landes vertiefen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um bis zu 7,25 Prozent schrumpfen werde. So sei vor allem in den von Kämpfen betroffenen Regionen Donezk und Luhansk die Produktion in der Industrie und Landwirtschaft sowie im Baugewerbe und Handel deutlich zurückgegangen. Beide Landesteile trügen insgesamt rund 15 Prozent zum BIP des Landes bei.

Der Bericht dient als Grundlage für den Exekutivrat der globalen Krisenhelfer, um über die Freigabe weiterer Teile der bereits grundsätzlich genehmigten Finanzhilfen an die Ukraine zu entscheiden. Der IWF äußert darin die Bedingung, dass sich die Situation in dem Land nicht weiter verschlechtern dürfe, damit die Anforderungen des Fonds erfüllt werden könnten.

"Das Programm hängt entscheidend von der Annahme ab, dass der Konflikt in den kommenden Monaten nachlässt", schreiben die Experten. Sollten die Kämpfe hingegen weitergehen, werde "eine neue Strategie benötigt" - dazu könnten neben stärkeren Einsparungen und schärferen Reformen auch die Ausweitung der Finanzhilfen gehören. Das Gremium hatte in der vergangenen Woche eine Tranche in Höhe von rund einer Milliarde Euro freigegeben.

bos/dpa

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