IWF-Prognose Chinas Boom-Jahre sind vorbei

Der IWF hat seinen neuen Länderbericht über China veröffentlicht. Der Fonds mahnt zu weiteren Reformen - und zeigt sich besorgt wegen des schwächelnden Wachstums.

Chinesischer Arbeiter
REUTERS

Chinesischer Arbeiter


Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet mit einer kontinuierlichen Verlangsamung des Wachstums in China. Ab 2020 werde die chinesische Wirtschaft um weniger als sechs Prozent wachsen. In seinem neuen Länderbericht fordert der Fonds die Regierung in Peking auf, entschieden zu handeln, um die Wirtschaft zu unterstützen.

So müsse die Abhängigkeit von Krediten und staatlichen Investitionen verringert werden. Laut IWF sollte die Regierung auch für mehr Finanzstabilität sorgen. Die Banken müssten verstärkt auf Kreditrisiken reagieren und ihre Kapitaldecke aufstocken. "Eine konsistente, gut koordinierte und klar kommunizierte Politik ist der Schlüssel zu einem sanften, erfolgreichen Wandel, der letztlich der globalen Wirtschaft zugutekommen wird", heißt es in dem Bericht.

Die kommunistische Regierung will weg von der reinen Export-Orientierung und den Konsum im Inland stärken. Das geht aber seit längerer Zeit mit einem geringeren Wirtschaftswachstum einher. Lag das Plus vor fünf Jahren noch bei 9,5 Prozent, so sieht es der IWF in diesem Jahr nur noch bei 6,6 Prozent und im kommenden Jahr bei 6,2 Prozent. Gründe für das langsamere Wachstum seien vor allem geringere private Investitionen und eine schwächere Auslandsnachfrage.

2018 und 2019 sollten die Wachstumsraten dann jeweils sechs Prozent erreichen, ehe 2020 mit 5,9 Prozent auch die Sechs-Prozent-Marke unterschritten werde.

asa/Reuters/dpa



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fessi1 12.08.2016
1. Ähm...
"In seinem neuen Länderbericht fordert der Fonds die Regierung in Peking auf ... die Wirtschaft zu unterstützen." "So müsse die Abhängigkeit von ... staatlichen Investitionen verringert werden."
joG 12.08.2016
2. Das ist schon relativ klar....
....aber nicht das aktuell wichtige. Das wäre, ob der Übergang zu Wachstumsraten einer reifen Wirtschaft ohne größere Krise bewerkstelligt werden kann. Das scheint nämlich noch unklar und stellt für uns ein richtig großes Risiko dar.
count_zer0 12.08.2016
3. Immer die selbe Geschichte.
Vor 25 Jahren dachte man die Japaner wuerden bald einfach den Rest des Planeten kaufen. Dann ein Schnitt. Und Ende des Wirtschaftswunders. Unterschied zu frueher: Die Wirtschaftswunderzeiten werden immer kuerzer. Bei China hat es nichtmal gereicht um das gesamte Land zu erreichen. Das laesst an der Nachhaltigkeit des erreichten zweifeln. Der heisse Atem des Drachen koennte weit weniger fuchterregend sein als man bisher geglaubt hat. Das schlaegt sich dann natuerlich auch in der Leistungsfaehigkeit in anderen Bereichen nieder. Ob es China so noch schaffen wird zur echten Weltmacht aufzusteigen und die USA als Nummer 1 abzuloesen? Der Westen koennten als Kultur- und Machtblock hier als Sieger davongehen, wenn sich die Nachgeschichte seines Wirtschaftswunders als langfristig dauerhafter erweist.
aspi01 12.08.2016
4. Absurde Statistik-Panik
Hier wird wieder mal absurde Statistik-Panik gemacht. China schrumpft nicht, sondern das Wachstum sinkt. Der absolute Zuwachs des BSP bleibt allerdings hoch und liegt pro Jahr bei 500 Milliarden Euro ZUWACHS. (Zum Vergleich: Deutscher Bundeshaushalt beträgt 320 Milliarden Euro...) Bei konstantem absoluten Zuwachs sinkt der prozentuale Zuwachs zwangsläufig Jahr für Jahr. Den größten Schaden richten die Schwarzmaler-Medien und "Wirtschaftsforscher" an, die den Leuten selbst mit eigentlich guten Nachrichten Angst einjagen wollen.
judäer 12.08.2016
5. China
Ein halbvolles Glas ist halbvoll und halbleer. "Chinas Boom-Jahre sind vorbei" ist die ein Seite. "Chinas Umwelt erholt sich" ist die andere Seite.
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