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Schlechte Konjunkturaussichten: Krise schwächt Wirtschaft in der Ukraine

Bank in Kiew: Hilfsprogramm durch die Krise unter Druck Zur Großansicht
AFP

Bank in Kiew: Hilfsprogramm durch die Krise unter Druck

Die Krise in der Ostukraine belastet die Wirtschaft des Landes stärker als erwartet: Der IWF rechnet mit einem Rückgang um 6,5 Prozent.

Washington/Berlin - Der bewaffnete Konflikt zwischen der Ukraine und prorussischen Separatisten schwächt die ukrainische Wirtschaft stärker als bisher angenommen: Das Bruttoinlandsprodukt werde dieses Jahr um 6,5 Prozent einbrechen, teilte der Internationale Währungsfonds (IWF) am Freitag mit. Bisher war er von einem Minus von etwa fünf Prozent ausgegangen.

Hauptgrund für die "erheblich verschlechterten" Konjunkturaussichten sei der Konflikt mit den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine. In der Unruheregion war erst am Donnerstag ein Flugzeug der Malaysian Airlines abgestürzt. Es war möglicherweise von einer Rakete getroffen worden.

Der IWF will in wenigen Wochen über die Auszahlung einer zweiten Tranche von 1,4 Milliarden Euro aus einem Hilfspaket im Gesamtumfang von 17 Milliarden Euro entschieden.

Die bisherigen Analysen hätten ergeben, dass die Regierung die vereinbarten Maßnahmen durchweg umgesetzt habe und bis auf eines alle ökonomischen Ziele erreicht worden seien. Allerdings beruhe der Erfolg des Hilfspakets auf der Annahme, dass der Konflikt im Osten des Landes in den nächsten Monaten schrittweise gelöst werde. Das Hilfsprogramm stehe durch die Krise unter Druck.

Spannung an den Aktienmärkten zu spüren

Die Verschärfung der Krise hatte auch an der Börse Folgen: Der Absturz des Fluges MH17 drückte die Aktien von Malaysia Airlines in Kuala Lumpur neun Prozent ins Minus. Die europäischen Fluggesellschaften standen ebenfalls unter Druck. "Die Titel zu verkaufen, ist ein Reflex nach der Schocknachricht," sagte ein Händler. Lufthansa Chart zeigen und die British-Airways Chart zeigen-Mutter IAG büßten bis zu 1,9 Prozent und Air France maximal sogar 2,9 Prozent ein.

Zugleich sanken die Aktien von Unternehmen, die unter der Verschärfung der Sanktionen gegen Russland leiden. Der Handelskonzern Metro Chart zeigen, die österreichische Raiffeisen Bank und der Ölfeld-Ausrüster CatOil gaben zwischen 0,3 und 2,2 Prozent nach. Alle drei haben ein umfassendes Russland-Geschäft.

sun/AFP/Reuters

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1. Der Osten
alterego13 18.07.2014
war einstmals der "Goldesel" der Ukraine. Verschiedene Art von Industrie (Rüstung, Luftfahrt, Metallurgie), Bodenschätze (Kohle, Eisenerz). Durch die kurzsichtige Politik Poroschenkos liegt jetzt dort alles in Trümmern. Und vor allem: Die Spezialisten sind weg. Die Schächte waren eh schon nicht die modernsten und dürften mittlerweile hoffnungslos abgesoffen sein. Hat der Präsident, außer die Aufständischen zu vernichten, vielleicht auch einen Plan, die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen? Bis hörte ich davon noch nichts. Und nur mit IWF-Krediten? Wie wir wissen, sind 1,4 Mrd. ein Tropfen auf den heißen Stein. Was wird also? WIR werden zahlen.
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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