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Jahresauftakt an der Wall Street: Dow Jones knackt 9000er-Marke

Die New Yorker Aktienmärkte sind mit einem kräftigen Plus ins neue Jahr gestartet: Der Leitindex Dow Jones legte um knapp drei Prozent zu - und schloss erstmals seit Anfang November wieder über der Marke von 9000 Punkten. Börsianer werten die spontane Erholung als gutes Zeichen.

New York - 2008 war das Horrorjahr für die US-Aktienmärkte: Über 30 Prozent war der Leitindex Dow Jones binnen weniger Monate eingebrochen. Ins Handelsjahr 2009 startete die Wall Street nun deutlich kräftiger - trotz schwacher Konjunkturdaten und trüber Aussichten für die US-Industrie setzten Händler auf eine Erholung der Kurse.

Wall Street in New York: "Der Markt ignoriert die schlechten Zeichen"
REUTERS

Wall Street in New York: "Der Markt ignoriert die schlechten Zeichen"

Der Dow-Jones-Index Chart zeigen der Standardwerte schloss 2,9 Prozent im Plus bei 9034 Punkten - dem höchsten Stand seit zwei Monaten. Im Handelsverlauf pendelte der Index zwischen 8772 und 9065 Zählern. Das wichtigste Börsenbarometer der Welt hatte zuletzt am 5. November über der Marke von 9000 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 3,2 Prozent auf 931 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen legte 3,5 Prozent auf 1632 Punkte zu.

"Wir sehen gerne, dass der Markt die schlechten Zeichen ignoriert. Das ist ein typisches Zeichen für eine Bodenbildung", sagte ein Börsianer.

Bereits gewährte Finanzspritzen der US-Regierung beflügelten die Aktien des angeschlagenen Autobauers General Motors Chart zeigen (GM). Auch in der Technologiebranche legten die Branchengrößen zu.

In Frankfurt schloss der Dax Chart zeigen 3,4 Prozent im Plus bei 4973 Punkten. In New York hofften viele Händler, dass nach den Kurseinbrüchen 2008 das Gröbste überstanden ist. "Es gibt heute einen gewissen Neujahrs-Optimismus, auch wenn die Umsätze gering sind", sagte ein Händler. Angesichts der niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen rechnet er damit, dass Händler wieder verstärkt in Aktien investieren werden.

Seit Mitte November, als der Dow Jones auf den tiefsten Stand seit elf Jahren fiel, hat der Leitindex bereits wieder mehr als 20 Prozent zugelegt. "Der Markt ist mit schlechten Nachrichten locker umgegangen, das macht Hoffnung", sagte ein Börsianer.

Kurssprung bei General Motors

Wie schon vor dem Jahreswechsel stand auch zum Auftakt 2009 die angeschlagene US-Autobranche im Fokus. GM hatte die ersten Notkredite der Regierung in Washington bekommen, was die Aktie mit einem Kurssprung honorierte. Der Titel kletterte um 14,06 Prozent auf 3,65 US-Dollar. Vier Milliarden Dollar seien überwiesen worden, teilte eine Sprecherin des Finanzministeriums mit. Beim Konkurrenten Chrysler stünden die Verhandlungen kurz vor dem Abschluss. Nach wochenlangen Diskussionen hatte die US-Regierung den Autobauern vor knapp zwei Wochen 17,4 Milliarden Dollar aus dem Rettungstopf für die Finanzbranche zugesagt. Titel des Autobauers Ford Chart zeigen gewannen 7,42 Prozent auf 2,46 Dollar.

Titel der Finanzbranche, die 2008 stark unter Druck geraten waren, konnten nur teilweise an der freundlichen Stimmung an den Börsen teilhaben. Aktien der Bank of America Chart zeigenstiegen mit einem Plus von 1,78 Prozent auf 14,33 Dollar weitaus weniger als der Gesamtmarkt. Die Bank of America hat die Übernahme ihres Konkurrenten Merrill Lynch Chart zeigenabgeschlossen. Damit entsteht der größte US-Finanzdienstleister. Auch eine zweite Übernahme wurde in trockene Tücher gebracht. Die Großbank Wells Fargo wird mit dem Kauf des Konkurrenten Wachovia Chart zeigen zur Nummer vier in der US-Bankenbranche. Die Aktien von Wells Fargo gewannen ebenfalls nur unterdurchschnittliche 1,76 Prozent auf 30,00 Dollar.

Die Papiere der Citigroup Chart zeigen legten unterdessen 6,41 Prozent auf 7,14 Dollar zu. Citigroup-Chef Vikram Pandit muss auf die üblichen Millionen-Prämien verzichten. Die massive Einschränkung von Bonus- Zahlungen ist eine Bedingung für die Hilfen des amerikanischen Staates.

Aktien von Fluggesellschaften gehörten wegen des fallenden Ölpreises ebenfalls zu den Gewinnern. Die Titel der United-Airlines UAL honorierten den Preisrückgang mit einem Kurssprung von 7,71 Prozent auf 11,87 Dollar. Die der American-Airlines-Mutter AMR gewannen 4,31 Prozent auf 11,13 Dollar. Delta Airlines Chart zeigen stiegen um 5,85 Prozent auf 12,13 Dollar und die Papiere von Continental Airline Chart zeigens kletterten um 5,98 Prozent auf 19,14 Dollar.

Warten auf Details des Konjunkturprogramms

Nach der Finanz- und der Autobranche bittet nun auch die in eine Absatzkrise geratene Stahlindustrie die US-Regierung um Unterstützung. Die "New York Times" berichtete, die Stahlkonzerne fordern vom künftigen Präsidenten Barack Obama ein Infrastrukturpaket in Höhe von bis zu einer Billion Dollar, um die Stahlnachfrage anzukurbeln.

Wie schlecht es der US-Wirtschaft derzeit geht, unterstrichen derweil neue Konjunkturdaten. "Es ist schockierend, was 2008 passiert ist. Aber wir müssen das hinter uns lassen und herausfinden, wie sich Gesamtwirtschaft und Geschäfte nun entwickeln", sagte Analyst Kim Caughey.

Mit großer Spannung wartet die Wall Street auf die Einzelheiten des Konjunkturprogramms, das Obama am Montag mit Kongressmitgliedern besprechen will. Medienberichten zufolge ist eine Summe von bis zu 775 Milliarden Dollar im Gespräch. Das Paket wird wohl Investitionen in die Infrastruktur und Steuersenkungen beinhalten.

amz/Reuters/dpa

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