Japans Börse unter 7000-Marke Nikkei sackt ab - und erholt sich wieder

Tokios Börse erlebt eine Berg- und Talfahrt: Der Nikkei-Index rutschte erstmals seit 26 Jahren vorübergehend unter 7000 Punkte, drehte dann aber deutlich ins Plus. Wegen der Finanzkrise soll es vorerst keine Neuwahlen in Japan geben, entschied jetzt Regierungschef Taro Aso.


Tokio - Schon am Montag zeigten die Kurse in Japan nach unten, auch am Dienstag setzte die Börse in Tokio zunächst ihre Talfahrt fort: Erstmals rutschte der Nikkei-Index kurzzeitig seit 26 Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten. Später legte er um mehr als sechs Prozent zu und ging beim Stand von 7621.92 Zählern aus dem Markt.

Ratlose Gesichter: Der Nikkei fiel vorübergehend auf ein historisches Tief
REUTERS

Ratlose Gesichter: Der Nikkei fiel vorübergehend auf ein historisches Tief

Am Montag waren Aktien einiger der angesehensten japanischen Unternehmen auf Stände gestürzt, auf den sie zuletzt vor über einem Jahrzehnt lagen. So sanken die Papiere von Sony auf ein 16-Jahres-Tief, während NEC auf den schlechtesten Stand seit 29 Jahren fielen, wie die Wirtschaftszeitung "Nikkei" festhielt.

Auch die übrigen wichtigsten Aktienmärkte Asiens legten nach den drastischen Verlusten zum Wochenstart wieder zu. Hongkongs Hang-Seng-Index stieg nach Verlusten von zwölf Prozent am Vortag am Dienstag wieder deutlich an, um fast sechs Prozent auf 11.652,64.

Der südkoreanische Leitindex Kospi stieg im nachmittäglichen Handel um mehr als fünf Prozent auf 996,69 Zähler.

Die japanische Regierung kündigte derweil sofortige Maßnahmen gegen bestimmte Leerverkäufe an. Solche Geschäfte, bei denen der Verkäufer die Wertpapiere zum Zeitpunkt des Verkaufs noch nicht besitzt, werden für die jüngsten Kursrückgänge mit verantwortlich gemacht.

Außerdem entschied Regierungschef Taro Aso, angesichts der Finanzkrise vorerst keine Neuwahlen zum Parlament abzuhalten, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag berichtete. In den vergangenen Wochen wurde in Japans politischem Machtzentrum wild über vorgezogene Wahlen zum Unterhaus spekuliert.

Aso hatte am Montag seine Regierung mit der unverzüglichen Ausarbeitung von Maßnahmen zur Stabilisierung der Börse beauftragt.

Die nächste Wahl steht erst 2009 an, doch nach Asos Amtsantritt im September war mit schnellen Wahlen gerechnet worden. Derzeit wird das japanische Oberhaus von den Oppositionsparteien beherrscht, die so die Arbeit der Regierung blockieren können.

hen/Reuters/dpa-AFX/AP

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.