Jobkahlschlag IBM und General Motors streichen Tausende Stellen

Die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt wird immer angespannter: Auch der Computerkonzern IBM und der Autobauer General Motors wollen sich von zahlreichen Mitarbeitern trennen. Dabei hatte IBM im Schlussquartal 2008 noch einen satten Gewinn gemeldet.


New York - 2800 Mitarbeiter des Computerkonzerns IBM haben in der vergangenen Woche ihre Entlassungsschreiben erhalten. Das berichtet das "Wall Street Journal" in seiner Online-Ausgabe. Ein Sprecher der Gewerkschaft Communications Workers of America legte am Dienstag Dokumente vor, nach denen die Hälfte der Entlassungen im Bereich Software und die Hälfte bei Verkauf und Vertrieb vorgenommen werden sollten. Ein Sprecher von IBM bestätigte zwar Kürzungen, nannte jedoch weder eine Zahl noch einen betroffenen Bereich.

IBM-Logo: Entlassungen trotz eines satten Gewinnsprungs
AP

IBM-Logo: Entlassungen trotz eines satten Gewinnsprungs

Der US-Konzern ist der zweitgrößte Software-Hersteller der Welt und die Nummer eins bei den Mainframes genannten Großrechnern. Ende Dezember beschäftigte IBM Chart zeigen fast 400.000 Mitarbeiter im Vergleich zu 386.000 im Jahr zuvor. Die aktuellen Entlassungen sind insofern überraschend, da der Konzern im Schlussquartal einen unerwart starken Gewinnsprung von rund zwölf Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar gemeldet hatte.

Tatsächlich aber ist IBM mit seinen Stellenstreichungen in den USA nicht allein: Am Montag hatten mehrere Großunternehmen angekündigt, insgesamt mehr als 70.000 Stellen zu streichen. Allein der Baumaschinenhersteller Caterpillar Chart zeigen will 20.000 Jobs kürzen, der US-Chiphersteller Texas Instruments Chart zeigen baut zwölf Prozent seiner Stellen ab.

Auch beim angeschlagenen Autobauer General Motors Chart zeigen (GM) sollen erneut Jobs wegfallen. Der ums Überleben kämpfende US-Autohersteller streicht weitere rund 2000 Stellen und plant zusätzliche befristete Werksschließungen. In rund der Hälfte der 24 GM-Fabriken in Nordamerika sollen im zweiten und dritten Quartal die Bänder für eine Woche oder länger stillstehen. Das bestätigte ein GM-Sprecher US-Medien.

GM hatte bereits zum Jahreswechsel die Fertigung in Nordamerika weitgehend angehalten. Im vergangenen Jahr hatte die Opel-Mutter die Fertigung wegen des Einbruchs am US-Automarkt um rund 20 Prozent heruntergefahren.

In einer Fabrik für Kleinwagen in Ohio und in einem Werk in Michigan sollen die Schichten im Frühjahr verringert werden. Dadurch würden insgesamt 2000 Stellen wegfallen, hieß es.

Der Opel-Mutterkonzern GM baute in den vergangenen Jahren bereits Zehntausende Stellen ab. Zum Jahreswechsel beschäftigte der größte US-Autobauer noch rund 250.000 Mitarbeiter - rund hunderttausend davon in den USA. Der Konzern kann derzeit nur dank Milliardenkrediten der US-Regierung überleben.

cvk/dpa-AFX



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