Jungfernflug des A380 Piloten sind begeistert

Gut zwei Stunden nach dem Bilderbuchstart des A380 ist die erste Anspannung gewichen. Während die Computer und Sensoren im Passagierraum fleißig Daten sammeln, genießen die Piloten den Flug.


Airbus A380: 50.000 Zuschauer als Zaungäste
REUTERS

Airbus A380: 50.000 Zuschauer als Zaungäste

Toulouse - Der Test verlaufe "absolut perfekt", sagte einer der beiden Piloten, Jacques Rosay, in einem Funkgespräch. "Der Start war perfekt, die Beschleunigung des Flugzeugs und die Steuerung sind exakt so wie auf dem Simulator", sagte Rosay. Der Airbus fliege in etwa 3000 Meter Höhe. An Bord befinden sich neben den zwei Testpiloten auch vier Flugingenieure.

Der deutsche Airbus-Chef Gerhard Puttfarcken verfolgte den Start zusammen mit rund 8000 Mitarbeitern auf eigens aufgebauten Großbildleinwänden in den Produktionshallen des Airbus-Werks in Hamburg-Finkenwerder, auch in die anderen sechs deutschen Werke wurde der Erstflug übetragen. Puttfarcken dankte den rund 20.000 Arbeitern und Ingenieuren, die am Bau des Flugzeugs beteiligt waren, für ihren Einsatz. Der erfolgreiche Start in Toulouse zeige, dass sich der Einsatz gelohnt habe, sagte er.

Das größte Passagierflugzeug der Welt hatte um 10.29 Uhr in Toulouse unter dem Beifall Tausender Schaulustiger zu seinem ersten Testflug abgehoben. Als die 421 Tonnen schwere Maschine nach sechs Minuten aus dem Blickfeld der letzten Teleobjektive flog, war das Fahrwerk immer noch ausgefahren.

Eingesetzt wird ein Prototyp ohne Sitze, der hauptsächlich mit Rechnern bestückt ist. Der Flug soll maximal fünf Stunden dauern. Ingenieure am Boden werten dabei 6000 Mess- und Flugdaten aus. Besonderes Gewicht wird auf die Belastung der Hülle und die Kommando-Software gelegt.

"Bei einem Erstflug probieren wir nur einfache Sachen", hatte Chef-Testpilot Claude Lelaie vor dem Testflug erklärt. Man überprüfe das Fahrwerk, die Beschleunigung und das Einfahren der Landeklappen. Im Notfall können die sechs Tester mit Fallschirmen über einen Notschacht aus der Maschine aussteigen. Um ein besetztes Passagierflugzeug zu simulieren, startete die Testmaschine mit tonnenweise Wasser als Ballast.

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Jungfernflug im April: Der A380 hebt erstmals ab

Das Testprogramm für den A380 wird in den kommenden zwölf Monaten mit insgesamt fünf Maschinen abgewickelt. Das heute gestartete Flugzeug ist das Einzige, das während des gesamten technischen Lebens für Versuche reserviert bleibt. Eine zweite Maschine soll vom Sommer an vornehmlich die Flugleistungen prüfen. Dabei geht es unter anderem um den Aktionsradius und um das Verhalten des Flugzeugs beim Start. Rund 2300 erfolgreiche Flugstunden sind nötig, damit der A380 die Zulassung der Luftfahrtämter der Welt erhalten kann.

Beobachter berichten über leisen Start

Der Start wurde von 500 Journalisten und mehr als 50.000 Schaulustigen sowie etwa 12.000 Airbus-Mitarbeitern beobachtet. Hunderte Schaulustige hatten bereits seit Tagen in Campingwagen am Rande der Flugwerft in Toulouse übernachtet, um das Ereignis nicht zu verpassen. Die Zuschauer vor Ort feierten den Start mit Jubelrufen und Applaus. Die Lärmentwicklung der Triebwerke blieb nach Angabe von Beobachtern erstaunlich gering.

Rund 10,7 Milliarden Euro hat die Entwicklung des Flugzeugs mit zwei Passagierdecks und einem Gepäckdeck bisher gekostet. Ein Drittel wurde von Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien als Kredit vorgeschossen. Die Entscheidung für eine zweite Frachtversion und höhere Anforderungen an die Lärmdämmung haben die Kosten um 1,45 Milliarden nach oben getrieben. Je nach Version kostet der A380 nach Liste 263 Millionen bis 286 Millionen Dollar.

Der A380 war Mitte Januar der Öffentlichkeit vorgestellt worden und soll ab Sommer kommenden Jahres an die Fluggesellschaften ausgeliefert werden. Ursprünglich war ein erster Start des A380 noch im März geplant.

Das Flugzeug mit knapp 80 Metern Spannweite soll in der Standardversion 555 Passagiere über eine Entfernung von bis zu 15.000 Kilometer transportieren können. Singapore Airlines wird als erste Fluglinie den Super-Airbus im kommenden Jahr in Dienst stellen. Bereits seit der Vorstellung des Flugzeugs im Januar gehen bei der Gesellschaft Buchungsanfragen für den kommerziellen Erstflug ein, obwohl das genaue Datum dafür noch nicht feststeht.

Auch bei der Lufthansa gab es bereits Anfragen Flugbegeisterter nach Tickets für einen Flug mit dem A380. "Wir können aber noch nicht sagen, an welchem Tag und auf welcher Strecke wir den A380 erstmals einsetzen werden", sagte ein Lufthansa-Sprecher. "Fest steht nur, dass dies sicherlich im Herbst 2007 auf einer Langstrecke nach Nordamerika oder nach Asien sein wird." Bislang liegen 154 Bestellungen und vorläufige Zusagen von 15 Kunden vor. Größter Kunde ist mit insgesamt 43 Maschinen Emirates, die Lufthansa hat 15 A380 bestellt.



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Joachim Baum 27.04.2005
1.
---Zitat von sysop--- Die Heckflosse so hoch wie das Brandenburger Tor, ein Elefant wirkt winzig dagegen: Mit dem Airbus 380 beginnt eine neue Dimension der Gigantomanie in der Luftfahrt. Zu erwartende lange Boardingzeiten und heikle Sicherheitsszenarien für den Riesenflieger dämpfen bei manchen die Vorfreude. Möchten Sie mit dem neuen A 380 fliegen? Fasziniert Sie die Technik oder schreckt sie eher ab? ---Zitatende--- Ich warte erst mal ab, ob er heute wieder heil runterkommt ...
Dominik Menakker, 27.04.2005
2. Fahr doch Fahrrad!
Ach, sind wir wieder soweit? Alles neue ist per se Wahnsinn. Was wir nicht kennen macht uns Angst? Die Franzosen sind stolz wie Oskar, wenn ihr Riesenbaby heute abhebt. Die Deutschen prozessieren gegen eine Startbahn. Es ist mal wieder soooooooo typisch. Ach ja, und zur Hauptfrage. Natürlich freue ich mich auf den Vogel. Jeder der viel und gerne fliegt wird das tun.
DJ Doena 27.04.2005
3.
Ich habs in meinem Leben bisher nur in verschiedene Boings geschafft, noch nie in einen Airbus, aber wenn es um den Wettstreit Europa vs. USA geht, dann steh ich natürlich voll und ganz auf dem Boden des "alten Europas". Was ich bedauerlich am neuen 380 finde, ist, dass die Fensterchen wieder verdammt klein zu sein scheinen. Herrje, es muss doch möglich sein, ein Flugzeug zu konstruieren, dass mehr als nur diese Bullaugen zum rausgucken hat...
Peter Jelinski, 27.04.2005
4.
---Zitat von DJ Doena--- Ich habs in meinem Leben bisher nur in verschiedene Boings geschafft, noch nie in einen Airbus, aber wenn es um den Wettstreit Europa vs. USA geht, dann steh ich natürlich voll und ganz auf dem Boden des "alten Europas" ---Zitatende--- Mir geht es genauso. Ich brauche noch den 747 um alle Boeing Modelle zu kennen, und hoffe bald in einem Airbus zu sitzen.
webwiese, 27.04.2005
5.
---Zitat von Dominik Menakker--- Die Franzosen sind stolz wie Oskar, wenn ihr Riesenbaby heute abhebt. Die Deutschen prozessieren gegen eine Startbahn. Es ist mal wieder soooooooo typisch. ---Zitatende--- Kann Ihnen nur 100%ig zustimmen. Wann hören wir endlich auf, ständig das Miese zu suchen? Wir preisen den Technologiestandort und stellen gleichzeitig seine Ergebnisse in Frage! Thema: Einen vor und zwei zurück! Zur Sache: Der A380 ist die konsequente Fortführung der Flugzeugtechnologie. Mit steigendem Flugverkehr werden auch größere und rationalere Flugzeuge gebraucht. Waren es nicht die Saudis, die schon vor dem Jungfernflug nach noch größeren Fliegern gerufen haben? Ich wünsche Airbus viel Erfolg, auch - und gerade - um im Wirtschaftswettkampf mit unseren "Freunden" aus den USA nachwievor wettbewerbsfähig bleiben zu können. Gruß Christian Wiese
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