Jura kurios: Wem gehört eigentlich das Internet?

Die Erklärung

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Netzwerkkabel: Die ganze Welt zu Hause

Das Internet hat seine Wurzeln im militärischen und universitären Bereich. Die USA wollten zu Zeiten des Kalten Krieges ein System entwickeln, das auch dann noch funktioniert, wenn die Zentrale ausgeschaltet wird. So entstand die Idee des dezentralen Netzes. Da durch das Internet viele Rechner miteinander verbunden sind, bahnt sich eine Nachricht auch dann einen Weg, wenn ein Rechner einmal ausfällt. Das ist auch der Grund, warum von zwei E-Mails die später abgesandte den Empfänger früher erreichen kann. Die erste hat dann einfach einen längeren Weg genommen.

Ein Teil des Internet ist das World Wide Web (WWW). Dieses WWW ging 1991 über das Cern in Genf ans Netz. Das WWW besteht aus ganz vielen Teilen. Die Telefonnetze sind ein Teil davon, weil durch diese Leitungen die Daten verschickt werden. Dieser Teil der Internet-Infrastruktur gehört also den Telekommunikationskonzernen. Ein weiterer Teil, nämlich die Server, über welche die Daten weitergeleitet werden, gehört anderen Unternehmen oder Universitäten.

Die Inhalte des gesamten Internets wiederum werden unter bestimmten Nummern (IP-Adressen) hinterlegt. Damit man nicht immer zehnstellige Nummern der IP-Adressen in seinen Browser eingeben muss, wurden für das WWW die Domainnamen erfunden (zum Beispiel spiegel.de).

Die Daten, die die Benutzer über das Internet von den Seiten abrufen können, sind auf großen Computern gespeichert. Dieser Speicherplatz (Webspace) wird in der Regel von Dienstleistern vermietet.

Das beantwortet also schon einen Teil der Frage. "Das" Internet gibt es gar nicht. Es ist ein Sammelbegriff für ein dezentrales System, bei dem man von einem beliebigen Ort auf Daten zugreifen kann. Dass das Internet insgesamt nicht jemand Bestimmtem gehört, zeigt sich daran, dass niemand die Macht hat, das Internet sofort "abzustellen". Und das ist ja auch gerade die Idee, die dahinter steht. Man muss sich also fragen, wem die einzelnen Teile des Internet gehören, also zum Beispiel die Domain oder der Webspace (dem Dienstleister, der Eigentümer der Festplatten ist).

Die Inhalte auf den Internetseiten (Bilder, Texte, Musik) hingegen gehören den Urhebern dieser Werke oder den Website-Betreibern - oder auch anderen Rechteinhabern.

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insgesamt 39 Beiträge
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1. Das Internet
Umbriel 08.01.2011
gehört dem Ethernet, und nicht dem USB-Anschluß. Wer das nichtmal auseinander gehalten bekommt, dem fehlt das Zeug zum Internet-Erklärbär. Die Bildunterschrift http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,725158,00.html ist so falsch, daß es brummt.
2. Titel, Thesen, Temperamente
Motorpsycho 08.01.2011
Zitat von Umbrielgehört dem Ethernet, und nicht dem USB-Anschluß. Wer das nichtmal auseinander gehalten bekommt, dem fehlt das Zeug zum Internet-Erklärbär.
Eine weiter Episode aus der Reihe "Juristen erklären das Internet". (http://daufaq.de/index.php4)
3. Rj45
Loewenherz 08.01.2011
Zitat von Umbrielgehört dem Ethernet, und nicht dem USB-Anschluß.
Oh ja, bin auch grade fast vom Stuhl gefallen als der RJ45 (oder sein naher Verwandter) als USB geklariert wurde.
4. Herjeh
zedvaint 08.01.2011
Weiterer Quark: ICANN ist eben keine "amerikanische Behörde" sondern ausdrücklich eine NGO. Und das Internet wurde auch nicht erfunden um für den Atomkrieg gewappnet zu sein (nicht-zentarles Netz) sonden um Rechenzeit zwischen Großrechnern verteilen zu können.
5. 10-stellige Nummer eintippen???
Abraxas68 08.01.2011
In welcher Darstellungsform ist die IP-Adresse 10-stelig? Die normale Schreibweise ist xxx.xxx.xxx.xxx. 3 mal 4 ist 12!
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Zu den Autoren

Christian Rauda (l.) ist Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz sowie für Urheber- und Medienrecht und Partner der Medienrechtskanzlei Graef. Jochen Zenthöfer ist Prokurist eines Software- und Medienunternehmens und freier Journalist.