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Jura kurios: Wem gehört eigentlich der Kölner Dom?

Er zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands - aber wer ist eigentlich der Eigentümer des Kölner Doms? Die Anwälte Christian Rauda und Jochen Zenthöfer sind den kuriosen Besitzverhältnissen auf den Grund gegangen.

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Kölner Dom: Symbol des Katholizismus in Deutschland

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1. eine spannende Frage;
Neinsowas 05.12.2010
Eigentumsverhältnisse... Wem gehört Land und Wasser auf der Erde? (Wald, Strände, Flüsse, Meer, Eis, Wüste...) Wer hat Rechte daran? Kann man daran überhaupt ein "Privatrecht" erlangen? Was ist und bleibt Allgemeingut? Wer darf darüber bestimmen? Im Falle des Kölner Domes, wie auch anderer Kirchen und Ländereien, ist ja klar, dass es sich um sogenanntes Kirchen-Eigentum handelt, obwohl das Geld, Gold und die Arbeit dafür gläubige Menschen oftmals spenden mussten. Das ist ja die Crux am Vatikan, dass er einerseits so überirdisch, andererseits aber nur auf der Basis der knallharten Finanzverwaltung existieren kann.
2. Jura kurios: Wem gehört eigentlich der Kölner Dom?
Hilfskraft 05.12.2010
Zitat von sysopEr zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands - aber wer ist eigentlich der Eigentümer des Kölner Doms? Die Anwälte Christian Rauda und Jochen Zenthöfer sind den kuriosen Besitzverhältnissen auf den Grund gegangen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,725153,00.html
Wenn ich es noch richtig zusammen bekomme, gehört der Dom sich selbst. Nicht der Stadt Köln, nicht der kath. Kirche, auch nicht dem Land NRW. Er gehört dem Domkapitel, einem Gremium, das seiner Zeit im 19.Jh. für die Vollendundung des Bauwerkes sorgte, da sich sonst niemand dafür zuständig fühlte. Er ist zwar Sitz des Erzbischofs, für Kardinal Meissner lediglich dessen Arbeitsplatz. Hausherr ist der Domprobst, bewacht wird der Dom durch die Dom-Schweizer, einem hauseignen Wachdienst. Die Dombaumeisterin heißt Barbara Schock-Werner. Sie erfüllt diese historische Arbeit mit sehr viel Sachverstand, Kreativität und Charme. Der Erhalt des Doms wird vielfältig finanziert. Unter anderem auch durch die Dombau-Lotterie, die Ende des 19.Jh. zur Fertigstellung ins Leben gerufen wurde. Der Kölner Dom ist UNESCO Weltkultuterbe. Schöne Grüße aus Köln, H.
3. niemandem
Klo, 05.12.2010
Zitat von sysopEr zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands - aber wer ist eigentlich der Eigentümer des Kölner Doms? Die Anwälte Christian Rauda und Jochen Zenthöfer sind den kuriosen Besitzverhältnissen auf den Grund gegangen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,725153,00.html
Der Dom gehört den Bürgern Deutschlands, denn die haben ihn gebaut, bezahlt und unterhalten.
4. hier irrt der Verfasser
Hilfskraft 05.12.2010
Zitat von NeinsowasEigentumsverhältnisse... Wem gehört Land und Wasser auf der Erde? (Wald, Strände, Flüsse, Meer, Eis, Wüste...) Wer hat Rechte daran? Kann man daran überhaupt ein "Privatrecht" erlangen? Was ist und bleibt Allgemeingut? Wer darf darüber bestimmen? Im Falle des Kölner Domes, wie auch anderer Kirchen und Ländereien, ist ja klar, dass es sich um sogenanntes Kirchen-Eigentum handelt, obwohl das Geld, Gold und die Arbeit dafür gläubige Menschen oftmals spenden mussten. Das ist ja die Crux am Vatikan, dass er einerseits so überirdisch, andererseits aber nur auf der Basis der knallharten Finanzverwaltung existieren kann.
Der Kölner Dom ist nun nicht gerade ein juristisches Mirakel aber immerhin doch ein Novum. Sulpiz Boisserée und Josef Görres waren die treibende Kraft. Sie begannen in privat finanzierter Eigenregie mit der Vollendung, die sich heute noch, wie ein tolles Drehbuch liest. Kirche und König fühlten sich nicht zuständig, waren aber zur Einweihung in unvollstellbarer Pracht zugegen. Vatikan oder kath. Kirche haben mit dem Bau selber also nichts zu tun. Einen sehr großen Teil des Erhalts wird von den Kölner Bürgern bestritten und dies ist wohl der einzige Haushaltsposten, der von den Bürgern nie in Frage gestellt wird. H.
5. Hausrecht
Jordan Sokoł 05.12.2010
Zitat von sysopEr zählt zu den bekanntesten Bauwerken Deutschlands - aber wer ist eigentlich der Eigentümer des Kölner Doms? Die Anwälte Christian Rauda und Jochen Zenthöfer sind den kuriosen Besitzverhältnissen auf den Grund gegangen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,725153,00.html
Ja, wenn das so ist, dann kann das Hohe Domkapitel ja einem unliebsamen Bischof den Zutritt verweigern. Ich hatte zeitweilig den Eindruck, daß die Kölner mit Blick auf ihre originelle Kirchengeschichte so etwas auch mit Kardinal Meißner vorhatten. - Allein, es scheiterte wohl am Wissen um die Eigentumsverhältnisse. Jordan Sokoł
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Jochen Zenthöfer, Christian Rauda:
Wem gehört eigentlich...
... der Kölner Dom?
66 juristische Kuriositäten.

Beck C. H.; 166 Seiten; 10,95 Euro.

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Zu den Autoren

Christian Rauda (l.) ist Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz sowie für Urheber- und Medienrecht und Partner der Medienrechtskanzlei Graef. Jochen Zenthöfer ist Prokurist eines Software- und Medienunternehmens und freier Journalist.

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