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Käuferumfrage: "Geiz-ist-geil-Ära neigt sich zum Ende"

Deutsche Verbraucher achten beim Einkauf wieder deutlich stärker auf Qualität und weniger auf den Preis, so eine Umfrage. Für den Kundenservice deutscher Unternehmen gab es nach wie vor schlechte Noten.

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Bad Homburg - Auf die Frage, worauf sie beim Kauf eines Produktes in der Regel mehr achteten, antworteten 83 Prozent der Befragten mit "Qualität", lediglich 17 Prozent gaben den Preis als Hauptkriterium an. Dieses Ergebnis stellte die Bad Homburger Unternehmensberatung Marketing Corporation vor.

Noch im Frühjahr hätten 51 Prozent die Qualität zuerst genannt und 49 Prozent den Preis. Das neue Befragungsergebnis decke sich mit der Beobachtung, wonach das Discount-Segment nach den Jahren gewaltiger Expansion allmählich an die Grenzen stoße. Zudem sei die Entwicklung "auch ein Zeichen für mehr Vertrauen der Konsumenten in den Aufschwung", erklärte Marketing-Corporation-Chef Manfred Niedner: "Die Geiz-ist-geil-Ära neigt sich zum Ende."

Mehr als die Hälfte fühlt sich unhöflich bedient

Unzufrieden zeigten sich viele der Befragten nach wie vor mit dem Kundenservice in Deutschland. "Wir stellen ein nachhaltig schlechtes Service-Klima in Deutschland fest, die Zensuren der Kunden sind schlicht desaströs", sagte Niedner. 43 Prozent der Befragten befanden, die Serviceleistungen seien in den vergangenen sechs Monaten nochmals "schlechter" geworden. 47 Prozent beurteilten sie als "gleich", lediglich zehn Prozent der Befragten hatten den Eindruck, der Service in Deutschland habe sich verbessert.

Deutlich mehr als die Hälfte (58 Prozent) der Umfrage-Teilnehmer gaben in diesem Zusammenhang an, erst kürzlich beim Einkauf oder in der Werkstatt schlecht bedient oder unhöflich behandelt worden zu sein. Auf einer Skala von eins bis sechs erhielt der Kundenservice die Note 3,38.

Das war etwas besser als vor einem halben Jahr, ein Trendwende stellte die Unternehmensberatung aber nicht fest. "Diese schlechte Beurteilung ist nach wie vor die Quittung, dass viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Schwierigkeiten auf dem Rücken der Kunden abgeladen haben", sagte Niedner. Für die Umfrage wurden 1000 volljährige Bundesbürger befragt.

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