Kampf gegen Alkohol: Drogenbeauftragte will Bier und Wein verteuern

Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing macht sich für deutlich höhere Preise für Bier und Wein stark. Alkohol sei in Deutschland zu leicht verfügbar, meint die SPD-Politikerin. Mit Steuererhöhungen müsse der Konsum gedrosselt werden.

Leipzig - Die Deutschen kommen zu leicht an Alkohol, findet die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing. Deshalb müssten die Steuern für Bier und Wein angehoben werden. Das berichtet die "Leipziger Volkszeitung", die sich auf den Entwurf eines Nationalen Aktionsprogramms zur Alkoholprävention bezieht.

Sabine Bätzing: Kampf dem Alkohol
DPA

Sabine Bätzing: Kampf dem Alkohol

Die Steuersätze für Bier und Wein seien im europäischen Vergleich in der Bundesrepublik niedrig, "so dass in der Konsequenz auch die Einzelhandelspreise im europäischen Vergleich relativ niedrig sind", wird aus dem Konzept der SPD-Politikerin zitiert. Weiter heißt es dort: "Dies trägt auch dazu bei, dass der Erwerb und der Konsum von Alkoholika für die meisten Menschen insbesondere auch für Jugendliche leicht verfügbar sind."

Preisanhebungen infolge von Steuererhöhungen könnten einen "unmittelbaren und relevanten Effekt auf die Senkung des Alkoholkonsums ausüben", schreibt Bätzing in dem rund 40 Seiten dicken Entwurf. In Schweden zum Beispiel kassiert der Staat rund zwei Euro pro Liter Bier, in Deutschland etwa zehn Cent. In Irland verlangt der Fiskus circa 1,90 Euro pro Flasche Wein. Deutschland erhebt keine Weinsteuer.

Die FDP kritisierte Bätzings Vorschlag. "Diese Verbots- und Symbolpolitik der Bundesregierung muss ein Ende haben", sagte der zuständige Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Hans-Michael Goldmann, der Zeitung. "Weitere Steuererhöhungen auf Bier und Wein belasten Wirtschaft und Verbraucher." Er sprach sich für Aufklärungsprogramme und Informationskampagnen aus.

als/dpa/AFP

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