Kaufangebot: MAN bietet knapp zehn Milliarden für Scania
Der Lkw-Hersteller MAN hat ein offizielles Übernahmeangebot vorgelegt: Das deutsche Unternehmen will den schwedischen Konkurrenten kaufen - für knapp zehn Milliarden Euro. Scania lehnt das Angebot ab.
Frankfurt am Main - Das Münchner Unternehmen MAN
hat Scania
ein Übernahmeangebot vorgelegt. Der Vorstand habe mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, für den Kauf von Scania 9,6 Milliarden Euro anzubieten, teilte das Unternehmen heute mit.
Scania-Lkw: Möglicherweise schon Ende 2006 unter dem Dach von MAN
Für jede Scania-Aktie werden 0,151 neue MAN-Stammaktien zuzüglich einer Barkomponente von 38,35 Euro geboten. Gemessen am Schlusskurs vom Freitag entspricht dies einem Wert von insgesamt 9,6 Milliarden Euro oder 48 Euro je Scania-Aktie. Die Übernahme soll durch liquide Mittel, Kredite und eine Kapitalerhöhung finanziert werden. Die Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen. Das Angebot steht zudem unter dem Vorbehalt einer Annahmequote von über 90 Prozent des Aktienkapitals und der Stimmrechte. Der Vollzug des Angebots werde für Ende 2006 erwartet, hieß es bei MAN - trotz der ablehnenden Haltung von Scania.
MAN teilte weiter mit, dass es mit Renault
bereits eine Vereinbarung zum Erwerb eines Scania-Aktienpakets getroffen habe, das einem Kapitalanteil von 2,85 Prozent entspricht. Zuvor hatte das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Kreise am Rande der MAN-Aufsichtsratssitzung berichtet, dass eine Übernahme der Anteile auch von den Scania-Anteilseignern Volkswagen
und Investor AB gebilligt werde.
Aus dem Zusammenschluss von MAN und Scania würden sich keine Standortschließungen ergeben, wie aus der Angebotsunterlage hervorgeht. Die Management-Positionen sollen zwischen den Managern von MAN und Scania aufgeteilt werden, wobei jeweils die "beste Person für die jeweilige Aufgabe" gesucht würde. Die Führungskräfte von Scania würden hochrangige Positionen in der Gruppe übernehmen und im Management-Board des neuen Unternehmens vertreten sein.
"Die Kombination von MAN und Scania wird den Aktionären beider Unternehmen einen erheblichen Wertzuwachs bieten", erläuterte der MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson. "Die neue Gruppe wird stärker und wettbewerbsfähiger sein und dabei Arbeitsplätze in Deutschland und Schweden sichern", sagte er.
In einer MAN-Mitteilung heißt es, mit der Übernahme werde der führende Lkw-Produzent in Europa entstehen. Im weltweiten Maßstab würde das neue Unternehmen Platz drei belegen.
kaz/AP/dpa/Do Jones/ddp
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