Kaufinteresse: Russen liebäugeln mit Deutscher Telekom

Eine russische Bank kauft sich bei EADS ein, Gasprom sucht nach Beteiligungen im Westen – die neu erstarkten Konzerne Russlands sehen sich bei der Suche nach Anlagechancen zunehmend auch im Westen um. Nun soll ein Moskauer Mischkonzern den Einstieg bei der Deutschen Telekom planen.

Hamburg - Der russische Mischkonzern Sistema wolle Großaktionär bei der Telekom Chart zeigen werden, schreibt die "Financial Times Deutschland". Bei einer der diskutierten Varianten gehe es um eine Beteiligung von zehn bis 20 Prozent. Das dem Oligarchen Wladimir Jewtuschenkow gehörende Unternehmen habe der Konzernspitze um Vorstandschef Kai-Uwe Ricke bereits Vorschläge unterbreitet.

Russischer Präsident Putin(links), Oligarch Jewtuschenkow (Mitte) bei Fabriktour: Telekom-Einstieg schon mit Merkel besprochen?
REUTERS

Russischer Präsident Putin(links), Oligarch Jewtuschenkow (Mitte) bei Fabriktour: Telekom-Einstieg schon mit Merkel besprochen?

Die Russen böten dem Bonner Konzern im Gegenzug eine Beteiligung an der Sistema-Telefoniesparte an, zu der unter anderem MTS gehört - mit 58,2 Millionen Kunden Russlands größter Mobilfunkanbieter.

Die Telekom und ihr Großaktionär KfW wollten den Bericht nicht kommentieren. Sistema dementierte am Abend die Darstellung, der Konzern sei mit dem Wunsch nach einer Beteiligung an die Telekom herangetreten . Ein Sprecher nannte den "FTD"-Bericht "kompletten Unsinn".

Die "FTD" schreibt indes, ein Aufsichtsrat habe bestätigt, dass er mit dem Thema befasst gewesen sei. Die Gespräche befänden sich in einem frühen Stadium und könnten noch scheitern.

Schon mehrere Anläufe zur West-Expansion

Sistema erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 7,6 Milliarden Dollar. In jüngster Vergangenheit habe das Unternehmen mehrfach versucht, in ausländische Mobilfunkmärkte einzusteigen, sei aber jedes Mal von Konkurrenten wie Vodafone oder Telenor ausgestochen worden, heißt es in dem Bericht.

In Berliner Regierungskreisen habe es geheißen, dass die Telekom-Ambitionen auch am Rande des Besuches des russischen Präsidenten Wladimir Putin ein Thema gewesen sei.

Putins Vorschlägen, Sistema könnte von der staatlichen Bank KfW Anteile der Telekom kaufen, sei man aber nicht gefolgt. "Das ist kein Thema", zitierte die Zeitung einen mit den Vorgängen vertrauten Spitzenbeamten.

itz/Reuters/Dow Jones

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