Kita-Streit: Tarifgespräche für Erzieher sollen nächste Woche weitergehen

Bewegung im Kita-Streit: Gewerkschaften und Arbeitgeber wollen die Tarifverhandlungen für die Erzieher wieder aufnehmen. Eine Lösung für den festgefahrenen Streit soll es womöglich noch in den Ferien geben.

Berlin/Frankfurt am Main - Die Tarifverhandlungen für Erzieher und Sozialpädagogen im kommunalen Dienst gehen weiter. Die Gespräche sollen nun am 16. und 17. Juli stattfinden, teilten die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) am Montag mit. Als Verhandlungsorte seien Frankfurt am Main und Fulda im Gespräch. Eine endgültige Entscheidung werde in den kommenden Tagen getroffen.

Kita-Streik in Hessen: "Es ist an der Zeit, dass wir den Konflikt beenden"
DPA

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"Wir wollen die Ferienzeit nutzen, um zu einer Verständigung und vielleicht sogar zu einem Ergebnis zu kommen", sagte ein Ver.di-Sprecher. Allerdings hänge eine Lösung des Konflikts davon ab, dass die Arbeitgeber auf die Gewerkschaften zugingen. Am Ende des letzten Verhandlungsmarathons hätten sich die Arbeitgeber nicht bewegt. Die letzten Gespräche waren am 19. Juni nach zähen Verhandlungen und zahlreichen Streiks der bundesweit rund 220.000 Beschäftigten abgebrochen worden. Ein Durchbruch könne nur gelingen, wenn sie bereit seien, die schwierige Situation der Beschäftigten anzuerkennen und in akzeptable Angebote umzusetzen, teilte Ver.di mit.

Auch die Arbeitgeber zeigten sich einigungswillig. "Es ist an der Zeit, dass wir den Tarifkonflikt am Verhandlungstisch beenden", sagte VKA-Präsident Thomas Böhle. "Voraussetzung ist ein echter Einigungswille beider Seiten", fügte er hinzu. Die Arbeitgeber hätten ihren Willen zur Einigung "mit ihren weitgehenden Angeboten zur Frage der Bezahlung und zum Gesundheitsschutz im Sozial- und Erziehungsdienst" untermauert. Daher forderten die Arbeitgeber die Gewerkschaften auf, die Streiks in den Kindertagesstätten und in anderen Einrichtungen umgehend zu beenden.

Knackpunkt in den Verhandlungen war bisher ein besserer Gesundheitsschutz für die Beschäftigten. Daneben verlangt Ver.di gemeinsam mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) neue Entgeltstufen und deutlich mehr Geld für die Kita-Beschäftigten.

Die kommunalen Arbeitgeber hatten den Erzieherinnen und Sozialarbeitern zuletzt eine Erhöhung um durchschnittlich mehr als elf Prozent angeboten. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) hatte vorgerechnet, dass Erzieherinnen und Erzieher künftig bis zu 340 Euro oder 13,75 Prozent monatlich mehr verdienen könnten, wenn die Gewerkschaften auf das Angebot der kommunalen Arbeitgeber eingingen.

yes/ddp

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