Klarstellung der Post: Postbote kommt auch weiterhin samstags

Postchef Zumwinkel denke über die Abschaffung der samstäglichen Briefzustellung nach, berichteten zwei Nachrichtenagenturen heute. Falsch, heißt es seitens der Post. Man habe in einem Pressegespräch die Vor- und Nachteile diskutiert. Das sei vollkommen überinterpretiert worden.

Berlin - Es gebe Zumwinkel zufolge zurzeit Überlegungen, die samstäglichen Zustellungen abzuschaffen, um die Kosten in diesem Bereich zu senken, berichteten die Nachrichtenagenturen ddp und dpa übereinstimmend. Auch SPIEGEL ONLINE berichtete auf Basis dieser Meldungen über das Thema. Eine Abschaffung der Samstags-Zustellung stehe gar nicht zur Debatte, erklärte die Post später. "Es ist absolut klar, dass sich an der Samstags-Zustellung der Deutschen Post nichts ändern wird", sagte Klaus Zumwinkel.

Postbote bei der Arbeit: "Definitiv überinterpretiert"
DPA

Postbote bei der Arbeit: "Definitiv überinterpretiert"

Zu dem Missverständnis hatten Aussagen Zumwinkels bei einem Pressegespräch geführt. "Neben Dutzenden anderen" sei das Thema der Samstags-Post zur Sprache gekommen, erklärte Deutsche-Post-Sprecher Martin Dopychai gegenüber SPIEGEL ONLINE. Dabei seien die Vor- und Nachteile der Sechs-Tages-Zustellung zur Sprache gekommen. Die Schlussfolgerung, dass Zumwinkel eine Abschaffung der Samstags-Zustellungen prüfe, sei "definitiv überinterpretiert".

Zumwinkel sprach bei dem Treffen den Berichten zufolge darüber, dass bereits in mehreren EU-Ländern die Post wöchentlich nur an fünf Tagen ausgetragen wird. "Der Trend geht zur Verringerung der Zustelltage von sechs auf fünf und damit zum Wegfall des Samstags", sagte er. Ähnlich wie in diesen Ländern entfalle auch in Deutschland ein großer Teil der Briefe auf die gewerbliche Wirtschaft, die am Wochenende zumeist nicht arbeite und die Post erst am Montag öffne. Eine Briefzustellung sei am Samstag deshalb "witzlos". Andererseits sei die Sechs-Tage-Zustellung insgesamt ein Wettbewerbsvorteil, den "wir nicht einfach so aufgeben". Die Post macht im Briefbereich die meisten Umsätze mit Geschäftskunden.

Der einstige Staatsbetrieb ist in den vergangenen Jahren im Briefmarkt durch die schrittweise Öffnung dieses Bereiches für Wettbewerber stark unter Druck geraten. Mit Ablauf dieses Jahres verliert die Deutsche Post ihr letztes Monopol, das die Zustellung von Sendungen mit einem Gewicht von weniger als 50 Gramm betrifft. Diese machen etwa zwei Drittel aller Briefsendungen aus.

Um im härteren Wettbewerb bestehen zu können, setzt die Post auf Wachstum - allerdings auf organisches. "Bitte erwarten sie keine großen Akquisitionen - mittlere, kleinere schon", sagte Zumwinkel. "Wir wollen natürlich in diesem Jahr unsere Marktanteile nicht nur verteidigen, sondern ausbauen", fügte er hinzu.

Das Gewinnwachstum der Post sei 2006 beim bereinigten operativen Ergebnis höher ausgefallen als beim Betriebsergebnis (Ebit), sagte Zumwinkel. Im Ebit von 3,9 Milliarden Euro seien 260 Millionen Euro an Sondererträgen etwa aus einer Wandelschuldverschreibung enthalten gewesen.

ase/dpa/ddp/AP/Reuters

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