Wirtschaftskraft Kleinstädte toppen München bei Pro-Kopf-Einkommen

Groß ist nicht gleich stark: Laut einer Studie haben kleinere Ballungszentren in Deutschland eine weit größere Wirtschaftskraft als Großstädte. Der VW-Standort Wolfsburg belegt demnach Platz eins, die Millionenmetropole München nur Rang 14.

DPA

Wolfsburg - Die Volkswagen-Heimat Wolfsburg ist die wirtschaftlich stärkste Stadt in Deutschland. Das geht aus einer Aufstellung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor. Wolfsburg liegt demnach mit rund 92.600 Euro Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf vor der Finanzmetropole Frankfurt am Main (82.700 Euro) und dem bayerischen Schweinfurt (78.400 Euro).

Für Wolfsburgs überdurchschnittliche Pro-Kopf-Wirtschaftskraft gibt es mehrere Erklärungen:

  • Die Stadt hat so viele Arbeitsplätze wie Einwohner - gut 120.000. 74.000 Menschen pendeln täglich nach Wolfsburg.
  • Die gesamte Region lebt von dem Autohersteller VW, Deutschlands größtem Industriekonzern.
  • Die nächsten wirtschaftlichen Ballungszentren liegen mit Braunschweig, Hannover und Magdeburg relativ weit entfernt. Wolfsburg hat damit eine Sonderstellung.

Wolfsburg ist damit ein Ausreißer, generell aber zeigt die Studie einen Trend: groß ist nicht gleich stark. So kommt beispielsweise die Millionenmetropole München - bekannt für ihr hohes Preisniveau und eine große Dichte an Dax-Konzernen - mit 58.000 Euro pro Kopf nur auf Platz 14.

Florierende, einwohnerschwächere Zentren schneiden besser ab: Das für Kugellager und die Kfz-Zulieferbranche bekannte Schweinfurt (Rang drei) ist ebenso ein Beispiel wie etwa Ingolstadt (Rang vier) - mit Audi der Standort einer VW-Tochter. Mit Regensburg - ebenfalls pendlerstark und bekannt für seine Metall- und Elektroindustrie - belegt Bayern auch Rang fünf auf der Liste.

ssu/dpa-AFX



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andreas.stalder 29.07.2013
1. Voraussehbar
Dass die Ballungsräume statistisch nicht top sind, war zu erwarten: Nicht nur Gutverdienende mögen die grossen Städte, auch Leute am anderen Ende der Skala wissen deren Vorteile zu schätzen: Anonymität und ein reichhaltiges Angebot ohne Autonotwendigkeit. Das drückt den Schnitt gewaltig.
pepe_sargnagel 29.07.2013
2.
Zitat von sysopDPAGroß ist nicht gleich stark: Laut einer Studie haben kleinere Ballungszentren in Deutschland eine weit größere Wirtschaftskraft als Großstädte. Der VW-Standort Wolfsburg belegt demnach Platz eins, die Millionenmetropole München nur Rang 14. http://www.spiegel.de/wirtschaft/kleinstaedte-toppen-muenchen-bei-pro-kopf-einkommen-a-913689.html
Der erste Satz ist schon verwunderlich ("Groß ist nicht gleich stark"). "Too big to fail" gilt also nicht IMMER und ÜBERALL. Was muss man nun denn noch alles differenzierter betrachten? Gibt es denn keine festen Anker mehr wie bspw. "Westen ist gut und Osten schlecht"? Ich sehe die Konstanten in meinem Leben schwinden... Ich finde es aber wirklich sehr schade, dass keiner in der Redaktion diese Zahlen interpretiert. Ich dachte, dass genau das die Aufgabe der Journalisten wäre. Aber stattdessen kupfert man mehr oder minder komplett die Vorleistung der stat. Ämter ab. Das ist keine Eigenleistung erkennbar und deswegen frage ich: Wofür bezahlt da der Abo-Kunde? Ist aber schon klar, dass Großstädte auch viele Arbeitslose und weniger Glückliche Menschen anziehen, weil die Möglichkeit einen Job zu finden eben in der Großstadt auch größer sind als auf dem Land. Zudem gibt es mehr soziale Einrichtungen, weil schon absolut mehr Glücklose und Kranke dort sind. Deswegen haben Städte auch ganz andere "finanzielle Probleme" als ländliche Gegenden. Auch schön, dass der erste Kommentator Erklärungen bemüht.
Shaft13 29.07.2013
3. optional
Was für ein Unsinniger Artikel. Ist doch klar, das kleine Ballungsgebiete vor den großen liegen. Sieht man ja an Wolfsburg sehr gut,weil es da dank VW soviele Arbeitsplätze wie Einwohner gibt. München bräuchte da ja direkt mehr als 1.2 Millionen Arbeitsplätze. Das ist viel schwieriger zu erreichen. Also liegen kleinere Ballungsgebiete mit vielen großen Firmen logischerweise vorne. Luxenburg hat ja auch nicht das höchste Einkommen in Europa ,weil das Land so megaproduktiv ist.
pepe_sargnagel 29.07.2013
4.
Zitat von Shaft13Was für ein Unsinniger Artikel. Ist doch klar, das kleine Ballungsgebiete vor den großen liegen. Sieht man ja an Wolfsburg sehr gut,weil es da dank VW soviele Arbeitsplätze wie Einwohner gibt. München bräuchte da ja direkt mehr als 1.2 Millionen Arbeitsplätze. Das ist viel schwieriger zu erreichen. Also liegen kleinere Ballungsgebiete mit vielen großen Firmen logischerweise vorne. Luxenburg hat ja auch nicht das höchste Einkommen in Europa ,weil das Land so megaproduktiv ist.
Weshalb ist der Artikel unsinnig? Nur weil manche Fakten auch wirklich belegt werden ist etwas lange noch nicht unsinnig? Manchmal -und damit meine ich nicht selten- zirkulieren Mythen ohne jemals mit Fakten belegt worden zu sein in unseren Geistern umher, so dass man sich nur über so viel "geflügelte Weisheiten" und Propaganda-Beeinflussung wundern muss. Ein Beispiel ist (weltweit) der Wahlkampf mit der Angst! Ein weiteres Beispiel ist der "deutsche Nutzen für den Euro" (dabei muss man differenziert betrachten. Große Unternehmen profitieren wahrscheinlich, erzählen es uns aber nicht in welchem Masse; die breite Masse profitiert nur, weil sie es glaubt was erzählt wird. Fakten belegen das nicht - widerlegen es aber auch nicht).
Mikelmania 29.07.2013
5. Das Lohnniveau ...
.... sollte man nicht außer acht lassen. Leider gibt es immer mehr Unternehmen, die das alte Erfolgsrezept Deutschlands nicht mehr kennen. Nur mit guten Löhnen gibt es Kaufkraft ! Nicht umsonst stehen da dann wohl Wolfsburg und Ingolstadt weit vorne. Wer immer mehr 450€-Jobs, Leiharbeiter etc einsetzt, hat irgendwann keine Menschen mehr, die sich alles leisten können ! Das ist die Verantwortung der deutschen Unternehmer ! Sicher war es gut, dass der Sozialstaat etwas zurückgefahren wurde, aber für die vielen Menschen die GUTE Leistungen bringen müssen die Unternehmer auch zurückgeben, was man bekommen hat. Es nützt niemanden, wenn der Finanzinvestor noch ein paar Prozent mehr Rendite bekommt. Die schafft keine Nachfrage, da sie immer in den gleichen Taschen landet und die Umverteilung fortführt .... Wacht auf, bevor es zu spät ist ! Die nächste Krise kommt bestimmt ...
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