Klimaschutz: Umweltministerium plant Rußfilter-Pflicht für Holzöfen

Strenge Auflagen für Millionen Hausbesitzer: Für private Holzöfen sollen künftig striktere Emissionsgrenzwerte gelten. Nach Plänen des Umweltministeriums müssen die Anlagen womöglich mit einem Filter nachgerüstet werden.

Berlin - Diesel-Autos gelten schon lange als Feinstaub-Schleudern, nun rücken auch Holzöfen ins Visier des Bundesumweltministeriums. Ein Sprecher bestätigte heute, dass es Pläne zu einer Novellierung der Bundesimmissionsschutzverordnung gebe. Er begründete die Maßnahmen mit dem wachsenden Ausstoß von Feinstaub aus holzbetriebenen Öfen. Die Novelle befinde sich derzeit in der Abstimmung zwischen den Ressorts.

Kaminofen: Langfristig droht der Austausch der Anlagen
DPA

Kaminofen: Langfristig droht der Austausch der Anlagen

Nach Angaben des Ministeriums gibt es in Deutschland rund 30 Millionen Kleinfeuerungsanlagen, von denen die Hälfte mit Holz befeuert wird. Die Staubemissionen aus den Holzöfen betrugen im Jahr 2005 rund 24 Millionen Tonnen. Die Tendenz ist steigend, weil mit steigenden Öl- und Gaspreisen Holzöfen wieder an Attraktivität gewonnen haben.

Von der Neuregelung nicht betroffen sind Öfen, die mit gepressten Holzpellets befeuert werden. Sonstige bestehende Anlagen sollen Grenzwerte einhalten. Eventuell müssten die Anlagen mit einem Filter nachgerüstet oder langfristig ausgetauscht werden.

wal/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 39 Beiträge
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1. Langsam reichts!
-colt- 26.11.2007
Wann hört endlich diese Gängelei auf? Haben wir nicht schon genügend Vorschriften und Verbote? Weshalb werden denn die immer beliebteren Pelletöfen davon ausgenommen? Könnte es der Industrie zu sehr schaden? Das wird bestimmt wieder solche ein Schnellschuss wie bei den Diesel-KFZ... Vorschrift aber die Nachrüstung ist technisch nicht möglich. Die Enteignung schreitet an allen Fronten voran!
2. Klimaschutz?
jkuper 26.11.2007
Was hat Feinstaub mit Klimaschutz zu tun?
3. Gute Idee
Lest_das_hier 26.11.2007
War ja nur eine Frage der Zeit. Wer ein frei stehendes Häuschen hat, kommt früher oder später auf die Idee, Holz zu verheizen. Und es werden immer mehr. Bei uns im Viertel stinkt es schon manchmal sehr deutlich nach all den Kaminen. Gleiches Recht für alle Befeuerungsarten, die CO2 und Ruß produzieren.
4. Eigenartig...
trunkenpolz 26.11.2007
...waren es nicht gerade die Pellet-Öfen, die jeden Diesel an Feinstaubausstoß übertreffen? Eine weitere merkwürdige Begebenheit in der Abfolge halbgarer, unnützer und sachlich falscher aber populistisch wirksamer Gesetzgebung...
5. Feud u.Leid durch die neuen Vorschriften
augu 26.11.2007
mich ärgert hauptsächlich die erzwungene beratung durch die schornsteinfeger, die dafür "nur trockenes Holz verwenden und nicht ales aufeinmal in den Ofen" und den einen Blick auf Ofen oder Kamin wieder schön abkassieren. Die vorgeschriebenen Staub-u. CO-Messung dürfen sie zum Glück nur alle fünf Jahre vornehmen, sie wird wohl aber beträchtlich teurer als die bisherigen Messungen bei der Gas-oder Ölheizung ausfallen. Des Schornsteifegers Freud steht das Leid der Kaminofen- und Kaminholzverkäufer gegenüber:sie werden es schwerer haben, wenn sich die Betriebskosten einer Holzheizung beträchtlich erhöhen.
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