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Knappe Ressourcen: Energieriese Total warnt vor Ende des Ölzeitalters

Unabhängige Experten ahnten es schon immer - nun gibt es erstmals ein Energiemulti zu: Die weltweite Ölförderung wird wohl bald ihr Maximum erreichen, warnt der französische Konzern Total. Bisherige Schätzungen seien "zu optimistisch" - denn die Unternehmen finden nicht genug neue Vorkommen.

Paris - Wissenschaftler, Umweltschützer, Ökonomen: Sie alle haben davor gewarnt, dass das Öl der Erde knapp wird. Nur die großen Energiemultis wollten davon nichts wissen. Öl, so behaupteten die Firmen, stehe noch Jahrzehnte in ausreichender Menge zur Verfügung.

Raffinerie (in Kansas, USA): Die Politik bremst, und die Vorräte sind immer schwieriger zu erschließen
AP

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Der französische Konzern Total Chart zeigen gibt diese Linie nun auf. Nach Einschätzung des Unternehmens stößt die weltweite Ölförderung schon bald an ihre Grenzen. Die Produktion werde deutlich geringer wachsen als von der Internationalen Energieagentur erwartet. Für die Energiebranche ist diese Warnung eine Sensation. Total ist der erste Ölkonzern, der sich in der Frage so deutlich äußert. Konkurrenten wie BP, Shell oder ExxonMobil betonen stets, dass man genügend Öl fördern könne - wenn der Preis hoch genug sei.

Total hingegen erwartet, dass sich die tägliche Förderung bei 100 Millionen Barrel stabilisieren werde. Danach werde es kein weiteres Wachstum mehr geben. Und selbst dieses Niveau sei nur schwer zu halten, sagte Konzernchef Christophe de Margerie in der Wirtschaftszeitung "Les Echos".

Als Grund nannte er geopolitische und geologische Probleme. Das heißt: Einerseits lassen die Machtverhältnisse in Ländern wie Russland oder Venezuela eine effiziente Förderung nicht zu. Und andererseits gibt es auch gar nicht genug Öl in der Erde.

Der Total-Konzern ist damit deutlich skeptischer als die Internationale Energieagentur (IEA). Diese erwartet einen Anstieg der täglichen Ölförderung von derzeit 87 Millionen auf 116 Millionen Barrel bis 2030. Laut Total dürfte sich die Produktion bis 2020 tatsächlich erhöhen, allerdings nur auf 95 Millionen Barrel. Dazu sollen unter anderem kanadische Ölsande beitragen, hinzu kämen außerdem fünf Millionen Barrel Treibstoffe aus Gas- und Kohlesynthese.

Danach seien weitere Steigerungen aber nur noch schwer möglich. "Die IEA wird bald feststellen, dass sie zu optimistisch war", sagte Total-Chefstratege Jean-Jacques Mosconi der Zeitung zufolge. Allein in diesem Jahr sei die Förderung der amerikanischen Offshore-Felder um acht Prozent gesunken. Es gebe ein Problem nicht nur bei den Kapazitäten, sondern auch bei den Reserven.

Die Äußerungen von Total erinnern stark an die sogenannte Peak-Oil-Theorie. Demnach erreicht die Ölförderung eines Tages ihr Maximum, danach lässt sich die Produktion auch bei größten Anstrengungen nicht mehr weiter steigern. Die Folge ist eine Verknappung des Ölangebots. Weil die Nachfrage - vor allem in Asien - rasant steigt, droht zwangsläufig ein extremer Anstieg des Ölpreises.

Zuletzt hatte die unabhängige Energy Watch Group für Aufsehen gesorgt. Die Experten der Organisation halten es für wahrscheinlich, dass das Fördermaximum bereits im Jahr 2006 erreicht wurde.

Fortan werde die Ölförderung zurückgehen. Im Jahr 2020 werde sie bei nur noch 58 Millionen Barrel liegen. "Was Erdöl betrifft, liegt die Zukunft schon hinter uns", sagte Josef Auer, Energieexperte bei der Deutschen Bank Research.

wal/dpa-AFX

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1. Keine Panik
Hercules Rockefeller, 23.05.2008
Als Expertenexperte der Bundesregierung ehrenhalber sage ich Ihnen, nix davon, was im Artikel steht wird so eintreten. Was die Möchtegernexperten nämlich völlig ausser Acht lassen ist, dass es durchaus nicht beim Status Quo bleiben muss und die ein oder andere bahnbrechende Efindung im Energiegewinnungsbereich anfallen könnte. Die Solartechbranche ist doch nur eine Bastelgruppe für Ökogören, keine relevante Energietechnik. Da werden noch andere Dinge hinzukommen. Auch das Auto wird sich noch auf Jahrzehnte jeder leisten können, és wird nur weniger gefahren. Ganz aufgegeben werden muss da garnix, alleine weil bei sehr vielen der Arbeitgeber zuschießen wird-andernfalls fahren die Arbeitskräfte eben bei der Konkurrenz auf den Hof. Alle können nicht in der Stadt wohnen. Mieten werden steigen, aber nicht explodieren. Der Markt macht den Preis. Und da die Leute nicht mehr verdienen, kann man sich dann als Vermieter aussuchen, ob man die Immobilie leer haben will oder wenigstens so vermietet, das man nahe Null bei den Kosten wieder rauskommt. Immobilien taugen schon heute nicht mehr als Anlage, das wird sich nicht mehr ändern und hat mit der Energieproblematik so garnix zu tun. Wärmepumpenpreise werden auch nicht explodieren. Glauben die Experten wirklich, ein ganzes Volk würde lieber erfrieren, als einfach ein Patent zu brechen? Selber machen geht immer und das wird auch passieren. Bis zu einem gewissen Grad kann man den Preis hochdrehen, danach wird man selber höher gehängt! Und so weiter... Im Gegenteil, es wird schön werden. Regionale Wirtschaft wird aufblühen, Verkehr wird zurückgehen und damit die Ruhe und Entspannung, es wird mehr miteinander geben und das Wetter wird endlich auch wärmer in Deutschland. Wir gewinnen auf der ganzen Linie!
2.
apira 23.05.2008
Zitat von sysopDer Ölpreis steigt und steigt, und trotz wachsender Nachfrage kommen die Konzerne bei der Förderung nicht hinterher. Geht das fossile Zeitalter zu Ende? Und wenn ja: Was heißt das für Deutschland?
Es ist toll. Ökonomen und pragmatische Umweltpolitiker erzählen das seit 20 Jahren, aber auf einmal ists für alle ne große Überraschung. Wurden Befürworter einer Ökosteuer einst verlacht, dringt die Erkenntnis heute in den letzten Winkel vor, dass ein vernünftiges Modell einer solchen Abgabe die Zukunft sichert, während ich die großen Verschwender untergehen sehe. Klar, über kurz oder lang wird der Markt sich auf die veränderte Situation einstellen, und sich anpassen. Gewinnen werden aber diejenigen, die heute die Rahmenbedingungen des Marktes vorausschauend setzen. Entsprechend halte ich Ideen, gerade jetzt mit einer staatlichen Senkung der Energiepreise zu reagieren für den ganz falschen Ansatz. In diesen sauren Apfel werden wir beissen müssen, wenn unsere Gesellschaft verhältnismäßig weich landen will.
3. Steigende Ölnachfrage aus Schwellenländern
Eiermann 23.05.2008
Zwischen beidem muß kein Gegensatz bestehen. Die Unterschiede der Schwellenländer zu den etablierten Industrieländern sind natürlich insgesamt nach wie vor gewaltig. Was daran liegt, dass der beschleunigte Aufstieg dieser Länder gerade erst ein, zwei Jahrzehnte währt. Sie heißen schließlich nicht umsonst Schwellenländer. Was China angeht, habe ich neulich glaube ich sogar in einer Fernsehsendung von einem Rückgang oder gar Umkehr dieses Auswanderungsdrangs von Studenten gehört. Also dass chinesische Studenten, die im Ausland studieren, bereits viel weniger als früher im Ausland bleiben wollen, sondern viel bereitwilliger wieder nach China zurückkehren. Die nach wie vor bestehenden großen Unterschiede zwischen Schwellen- und Indusstrieländern ändern nichts daran, dass mit der Globalisierung neue große ökonomische Player auf den Weltmarkt getreten sind, die mit China, Indien und weiteren asiatischen Ländern bereits ganze Industrien aus den bisherigen Industrieländern abziehen und als zusätzliche ökonomische Akteure und Konsumenten entsprechend mehr Energie, darunter Öl verbrauchen. Ein zur Neige gehender Rohstoff führt zum Ausschluß von immer mehr Konsum und Konsumenten dieses Rohstoffs über steigende Preise. Um so mehr, wenn keine gleichwertigen Alternativen bereitstehen. Die millionenfach steigende Nachfrage aus den Schwellenländern stößt hier schlicht an physische Grenzen eines nur begrenzt vorhandenen Rohstoffs. Weil das Öl von immer mehr Produzenten und Konsumenten nachgefragt wird, wird diese Nachfrage logisch einer immer größer werdenden Zahl dieser Nachfrager über steigende Preise verwehrt. Naheliegend auch, dass das die Konsumenten mit geringeren Einkommen in eben jenen Schwellenländern zuerst trifft. Die Globaliserung mit Hunderten Millionen neuen Produzenten und Konsumenten stößt hier auf den Flaschenhals einer nur begrenzt vorhandenen und förderbaren Energieflüssigkeit und deshalb steigen die Preise entsprechend. Es kommt halt nur raus aus der Pulle, was drin ist und durch kommt. Was soll sich denn bei der stetig steigenden Nachfrage nach einem zu Ende gehenden Rohstoff zum Besseren ändern? Das finde ich lustig, wenn ich Öl- und Wirtschaftsexperten nur von Gefahren für die Konjunktur reden höre, sollte der Ölpreis länger als ein halbes Jahr so hoch bleibt wie jetzt. Ich fürchte, in einem halben Jahr ist er angesichts dieser Konstellationen noch viel höher als jetzt. Beunruhigend finde ich zumindest, dass diese reale Möglichkeit von den Experten noch kaum ins Auge gefasst wird.
4.
Triakel 23.05.2008
Ja, die Verfügbarkeit von Öl auf dem Weltmarkt wird jedes Jahr deutlich zurückgehen, mit steigenden Rückgangsraten. Währenddessen gilt für ein paar Förderländer noch business as usual, denn die haben noch für wenige Jahrzehnte genug Öl zum Verschwenden. Wir als eines der vielen Habenichts-Länder werden vermutlich 2030 kaum noch Öl importieren können. Etwas zeitversetzt wird dann auch der Import von Erdgas einbrechen, beginnend mit dem Ende der nächsten Dekade. In der Folge wird auch die Kohle sich stark verteuern. Folgen: geschlossene Theater, die die Heizkosten nicht mehr bezahlen können, kalte Wohnungen von Menschen bis in den Normalverdiener-Bereich hinein, drastisch zurückgehende Mobilität, Zusammenbruch vieler industrieller Wertschöpfungsketten, die besonders stark auf Öl basieren, drastischer Rückgang des Tourismus mit Insolvenz vieler Tourismus-Einrichtungen, erheblicher Rückgang des Steueraufkommens, was praktisch einem Staatsbankrott gleichkommt. Das wiederum bewirkt einen Niedergang der staatlich finanzierten Infrastruktur, der sozialen Transferleistungen (z.B. Renten) usw. Nun ja, ich möchte keinen Roman schreiben. Die detail-Auswirkungen soll sich jeder selbst ausmalen. Aber vielleicht naht von irgendwoher die Rettung und irgendjemand stellt uns in 10 Jahren eine kompltte Solar-Infrastruktur hin, die wir eigentlich in den letzten 40 Jahren hätten errichten müssen. Inklusive der Lösung des Speicherungsproblems für Solarstrom. Dann sind wir fein raus...
5.
slugs, 23.05.2008
Zitat von sysopDer Ölpreis steigt und steigt, und trotz wachsender Nachfrage kommen die Konzerne bei der Förderung nicht hinterher. Geht das fossile Zeitalter zu Ende? Und wenn ja: Was heißt das für Deutschland?
Ist doch toll. Not macht erfinderisch. Das hat für uns Menschen schon immer gegolten. Also soll die Panikmache ruhig weiter ausgebaut werden, dann werden wir auch schneller innovativ :)
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