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Prognose: Globale Nachfrage nach Kohle wächst nur noch schwach

Braunkohle-Tagebau in Belchatow (Polen): Neue Regierung hält an Kohle fest Zur Großansicht
REUTERS

Braunkohle-Tagebau in Belchatow (Polen): Neue Regierung hält an Kohle fest

Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten ist die weltweite Nachfrage nach Kohle 2014 nicht weiter gestiegen. Die Internationale Energieagentur rechnet für die kommenden Jahre zwar wieder mit einem Plus - aber einem geringen.

Um mehr als vier Prozent im Schnitt ist die Nachfrage nach dem klimaschädlichen Energieträger Kohle im Verlauf des vergangenen Jahrzehnts gestiegen - allerdings in jedem einzelnen Jahr. Dieses Wachstum wird sich der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge deutlich verlangsamen. Bis 2020 rechnen die Experten laut ihrem Marktausblick mit einem jährlichen Plus von nur noch 0,8 Prozent.

Im vergangenen Jahr ist der weltweite Verbrauch demnach sogar zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten zurückgegangen, wenn auch nur leicht. Grund dafür ist laut IEA vor allem die Entwicklung in China, wo zuletzt weniger Kohle verbraucht wurde. Dort sinkt insbesondere die Nachfrage aus energieintensiven Industriezweigen wie Zement und Stahl. In China wird der Anteil von Kohle am Energiemix bis 2020 von 29 auf 27 Prozent zurückgehen, erwarten die Experten.

"Der wirtschaftliche Umbau in China und die Umweltpolitik weltweit - einschließlich der jüngsten Klima-Vereinbarung in Paris - werden die globale Kohle-Nachfrage vermutlich weiter hemmen", sagte IEA-Chef Fatih Birol. Die IEA rechnet damit, dass sich das Ergebnis des Klimagipfels vor allem langfristig auf den Kohlemarkt auswirkt - und weniger in den in dem Bericht betrachteten kommenden fünf Jahren.

Allerdings ist der Trend zu weniger Kohle nicht weltweit einheitlich: So halten Indien und die Mitglieder der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) weiter an der günstigen Energiequelle fest und erhöhten ihren Einsatz im vergangenen Jahr sogar noch, teilte die IEA mit. Demnach stieg die Nachfrage 2014 in diesen Ländern um 112 Millionen Tonnen, während sie in den Staaten des Industrieländer-Klubs OECD um 47 Millionen Tonnen zurückging.

In der EU nimmt Polen eine Sonderrolle ein. In dem Staat, in dem 90 Prozent der Energie aus Kohle gewonnen wird, will die neue konservative Regierung den Anteil trotz der Folgen für das Klima nicht senken.

fdi/dpa/AFP

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1.
ir² 18.12.2015
Chinas Wirtschaft wächst nicht mehr, das ist der Grund und nicht irgendein "Klimavertrag". Zudem hat das Fracking-Gas in den USA den Kohlekraftwerken Marktanteile weggenommen. Die Anzahl der Windmühlen und PV-Dächer hingegen ist dabei völlig irrelevant, auch wenn das die Ökos gerne anders sehen....
2. Chinas
karl-felix 18.12.2015
Zitat von ir²Chinas Wirtschaft wächst nicht mehr, das ist der Grund und nicht irgendein "Klimavertrag". Zudem hat das Fracking-Gas in den USA den Kohlekraftwerken Marktanteile weggenommen. Die Anzahl der Windmühlen und PV-Dächer hingegen ist dabei völlig irrelevant, auch wenn das die Ökos gerne anders sehen....
Chinas Wirtschaftswachstum beträgt ca. 7 % . Geht also auch ohne zusätzlichen Kohleverbrauch . Jedes 2. Windrad der Welt wird in China aufgestellt, China nutzt ebensoviel Wasserkraft wie der gesamte Rest der Welt zusammen und ist Weltmarktführer in Produktion und Neuinstallation von Fotovoltaik-Anlagen . Nur Ökos, was auch immer Sie darunter verstehen , das sind die Chinesen weiss Gott nicht. Die Chinesen kaufen amerikanisches Fracking-Gas ?
3. re
diospam 18.12.2015
Zitat von ir²Chinas Wirtschaft wächst nicht mehr, das ist der Grund und nicht irgendein "Klimavertrag". Zudem hat das Fracking-Gas in den USA den Kohlekraftwerken Marktanteile weggenommen. Die Anzahl der Windmühlen und PV-Dächer hingegen ist dabei völlig irrelevant, auch wenn das die Ökos gerne anders sehen....
Weiterhin baut China wie blöde modernste überkritische Wasserdampf Kohlekraftwerke (nu~45%), diese sind in den letzten Jahre in Betrieb gegangen. Da nun das Wirtschaftwachstum am abflauen ist, werden die fürchterlich ineffizienten alten Kraftwerke (nu~25%) weniger stark ausgelastet. China produziert also mehr Strom bei gleichbleibendem Kohleeinsatz. Und da noch erhebliche Effizienzsprünge noch möglich sind, wird dies wohl auch in der mittelbaren Zukunft so bleiben. Hydro, EE und nuklear haben einen vernachlässigbaren Einfluss.
4. Windkraft
christian-h 18.12.2015
Zitat von karl-felixChinas Wirtschaftswachstum beträgt ca. 7 % . Geht also auch ohne zusätzlichen Kohleverbrauch . Jedes 2. Windrad der Welt wird in China aufgestellt, China nutzt ebensoviel Wasserkraft wie der gesamte Rest der Welt zusammen und ist Weltmarktführer in Produktion und Neuinstallation von Fotovoltaik-Anlagen . Nur Ökos, was auch immer Sie darunter verstehen , das sind die Chinesen weiss Gott nicht. Die Chinesen kaufen amerikanisches Fracking-Gas ?
Ändert nichts daran, das der Windkraftanteil am Primärenergieverbrauch um die 1% liegt.
5.
waddehaddeduddeda 18.12.2015
Zitat von christian-hÄndert nichts daran, das der Windkraftanteil am Primärenergieverbrauch um die 1% liegt.
Führt aber dazu das er da nicht bleiben wird^^
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